Kirgistan – Das Land der Nomaden

Kirgistan

Kirgistan ist ein Land der Berge. Eingebettet zwischen China, Kasachstan, Tadschikistan und Usbekistan liegt das Land im Hochgebirge Tian Shan und damit zumeist über 1500 Metern Seehöhe. Nahezu ein Drittel des Landes werden von Eis und Schnee bedeckt. Es ist Heimat des Schneeleoparden, der von Eingeborenen „Geist der Berge“ genannt wird. Auch ein Teil der heutigen Seidenstraße führt durch Kirgistan hindurch.

In Kirgistan, auch Kirgisistan genannt, hat die Nomadenkultur bis heute überdauert. So ist das Land geprägt von deren Traditionen und erlaubt einen einmaligen Einblick in diese alte Lebensweise. Aufgrund dieser tiefverwurzelten Geschichte ist es Reisenden möglich sich einer Trekkingtour anzuschließen und das Land auf dem Rücken der Pferde zu erkunden. Die Nacht wird traditionellerweise in Jurten von alteingesessenen Familien verbracht, die ihre Mahlzeiten und Lebensweise mit ihren Besuchern teilen. Eine unvergleichliche Gelegenheit der Kultur und dem Land selbst näherzukommen.

Bischkek – Stadt der Kultur

Yurt Kirgistan
Bild: bajla marija / shutterstock

Die Hauptstadt Bischkek ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes. Sie entwickelte sich aus dem Handel über die Seidenstraße heraus und war zu Beginn lediglich eine Station für passierende Karawanen. Heute ist die Stadt hauptsächlich von sowjetischen Bauwerken geprägt. Dies beginnt auf dem zentralen Platz, dem Ala-Too Square und setzt sich auch weiterhin fort. Auch im staatlichen Museum für Geschichte ist die Zeit der Sowjetunion allgegenwärtig. Die Attraktionen der Stadt sind überschaubar. Der Osh Basar ist dennoch einen Besuch wert. Er gilt als größter Markt Zentralasiens und genießt damit einige Bekanntheit. Von Essen, über Kleidung bis hin zu Elektrogeräten bieten die Händler dort alles mögliche an. Das Nachtleben der Hauptstadt soll das lebendigste ganz Zentralasiens sein und die meisten Bars schließen erst gegen Mitternacht.

Yssykköl – Der warme See

Der Yssykköl ist der größte der 2000 Seen Kirgistans und außerdem der zweithöchste See der Welt. Trotz eisigen Temperaturen im Winter, friert die Oberfläche des Sees nie ein. Die Ursachen dafür sind noch nicht vollständig geklärt. Mit einer Tiefe von bis zu 668 Metern wurde der See vormals für sowjetische U-Boot Tests genutzt. Der Badeort Tscholponata liegt an dem flachen Strand des Sees und bietet einen beeindruckenden Ausblick über den See auf die dahinterliegenden Berge. Die Hotels stammen noch aus Sowjetzeiten, werden jedoch inzwischen renoviert, um den Ansprüchen der Besucher zu genügen. Nicht weit entfernt bildet auch die archäologische Stätte mit ihren Felszeichnungen einen Anziehungspunkt. Dort lassen sich über 2000 Abbildungen von Tieren und Jagdszenen begutachten.

Ala-Artscha-Nationalpark – Heimat des Schneeleoparden

Kölsuu Kirgistan
Kölsuu, Bergsee im Tian Shan, Bild: Lone Pine / shutterstock

Der 194 km² große Nationalpark, der den Namen „vielfarbiger Wacholder“ trägt, liegt rund 40 km südlich der Hauptstadt. Seit 1976 steht das Gebiet unter Schutz. Etwa 800 Pflanzen- und 170 Tierarten beherbergt der Nationalpark. Darunter auch Sibirische Steinböcke, Wölfe, Luchse und der scheue Schneeleopard. Für Besucher ist der Park ganzjährig geöffnet und leicht von der Hauptstadt aus zu erreichen. Die Landschaft eignet sich wunderbar für Wanderungen und ist auch ein lohnendes Ziel für Bergsteiger. Auch Reittouren durch den Park können organisiert werden und in Teilen des Gebiets ist auch das Kampieren erlaubt. Hunde dürfen allerdings nicht mitgenommen werden.

Sary-Tschelek – Der schönste Teil Kirgisistans

Bishkek
Bischkek, Bild: Natalia Davidovich / shutterstock

Der Sary-Tschelek See und sein Umland sind ein, von der UNESCO anerkanntes, Biosphärenreservat. Dieses wird mitunter als „die schönste Sehenswürdigkeit Kirgistans“ bezeichnet. Das Reservat umfasst 24.000 Hektar und bietet Heimat für viele Pflanzen- und Tierarten. Mehrere Seen und Wälder liegen in diesem Gebiet und Reisende können das Angebot einer Trekkingtour wahrnehmen oder das Gebiet auch auf eigene Faust erkunden.

Skazka – Wie aus einem Märchen

Tatsächlich bedeutet Skazka nichts anderes als Märchen. Bizarre Felsformationen aus rotem Sandstein. Bunte Berge und dazwischen Teile der chinesischen Mauer. Ein obskures Werk der Natur. Nahe des Yssykköl liegt dieser Landschaftsstrich. Der weitverzweigte Canyon erstreckt sich über 5 km und bietet einen Anblick, wie man ihn eher in der USA erwartet.

Spezialitäten in Kirgistan

Jurte
Jurte, die traditionellen Zelte der Nomaden, Bild: Rastislav Kostelny / shutterstock

Die kirgisische Küche wird vor allem von Fleisch dominiert. Auch das landestypische Fladenbrot ist wichtiger Bestandteil jedes Gerichts. Pferdemilch ist außerdem ein besonderer Bestandteil der Küche. Ihr wird eine besonders stärkende Wirkung nachgesagt. Unter anderem wird sie auch zu Joghurt und Käse verarbeitet, wobei die salzigen Kurut-Bällchen bei den Einheimischen eine besondere Beliebtheit genießen. Das Nationalgericht Laghman ist eine Nudelsuppe, die traditionell mit Hammelfleisch und Gemüse zubereitet wird. Unbestreitbar hat sie ihre Wurzeln in China und ist auch in den meisten umliegenden Ländern bekannt. Obwohl die kirgisische Küche allerhand Überraschungen für Reisende bereithält, bietet sie auch Gerichte, die in ähnlicher Form auch in Europa verbreitet sind. Außerdem gibt es viele internationale -vor allem aber chinesiche und koreanische- Restaurants in den Städten. Tee genießt eine lange Tradition in Kirgistan und wird noch immer mit Vorliebe und reichlich Gastfreundschaft ausgeschenkt. Ein weiteres wichtiges Getränk ist: gegorene Stutenmilch. -Für ausländische Zungen durchaus ungewöhnlich.

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