Die Skyline von Manama, Bild: trabantos / shutterstock

Bahrain – ein „Baum des Lebens“ in der Wüste

Der Stadtstaat Bahrain ist, ähnlich der meisten arabischen Nachbarn, ein Königreich. Er ist mit 750 Quadratkilometern allerdings ein Zwerg unter den Ländern dieser Region – kaum größer als Hamburg. Doch für so manchen ist Bahrain eine Perle unter den Ländern der Arabischen Halbinsel am Persischen Golf. Mit „Zwei Meere“ kann Bahrain übersetzt werden, womit die außergewöhnliche Lage in einer Bucht westlich von Katar und östlich von Saudi-Arabien beschrieben wird. In der Metropole Manama begegnen sich die Kontraste mit dem alles überragenden rund 240 Meter hohen Bahrain World Trade Center und den zahlreichen schlanken Minaretten der sehenswerten Moscheen.
Bereits im Altertum war dieses Gebiet am Persischen Golf bewohnt und galt als wichtiger Umschlagplatz für Waren. Bedeutsam war in dieser Periode von Bahrains Geschichte der Handel der Babylonier und Sumerer mit dem Tal des Indus. Die Inseln waren benannt nach Enki-Ea, der als Herrscher des Ozeans Abzu auch Gott der Künstler, Magier und Handwerker war. Im 7. Jahrhundert wurde Bahrain von den Arabern erobert, womit sich der Islam durchsetzte.
Spuren der Geschichte finden sich in der Ausgrabungsstätte Kalat al-Bahrain an der Nordküste der Insel. Die von Archäologen freigelegte Stadt, von der UNESCO als Weltkulturerbe geadelt, stammt aus dem 3. und 2. Jahrtausend vor Christi. Sie war nach Ansicht der Wissenschaftler ein Zentrum der Dilmun-Periode. Intensive Einblicke in die Kultur dieser frühen Epoche gewährt das interessante National Museum. Anschaulich wird dort dargestellt, wie Bräuche und Traditionen der Dilmun-Ära das Alltagsleben der Menschen am Golf beherrschten.

 

Ein wichtiger Teil der Dokumentationen im National Museum von Bahrain nimmt die Historie der Perlenfischerei ein, denn der Stadtstaat war über einen langen Zeitraum bedeutendster Lieferant von Naturperlen. Sie galten als die schönsten und kostbarsten weltweit. Die Nachfrage nach den Kostbarkeiten aus dem Meer sanken erst in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als die Kunstperlen aus Japan plötzlich den Markt beherrschten. Mit der Entdeckung der ersten Ölquellen versandete schließlich das Interesse an Naturperlen. Wo einst die Fischer vor der Insel al-Muharraq nach den Perlen tauchten, ragen inzwischen Luxushotels und komfortable Resorts am Strand in den Himmel. Über viele Jahre wurde die Perlenfischerei staatlich reguliert – heute kann jeder ein solches Juwel behalten, sofern er das Glück hat, es in der Auster zu finden. An einem sogenannten „Perlen-Pfad“ können auch Touristen tauchen. Im Besucherzentrum der Festung Bu Maher wird die Geschichte der Perlenfischerei erzählt.
Die Hauptstadt Manama, deren Anfänge auf das Jahr 1345 zurückgehen, war die erste moderne Metropole am Golf und ist bis heute ein bedeutendes Finanzzentrum nicht nur in der arabischen Welt. Im Gegensatz zu den Nachbarländern wird Alkohol jeglicher Art hier frei verkauft. In zahlreichen Restaurants der Stadt kommen regionale und internationale kulinarische Köstlichkeiten auf den Tisch. Einige wandeln sich zu später Stunde in pulsierende Bars. Einen frischen Anstrich erhielt in jüngerer Zeit das historische Basarviertel mit seinen verwinkelten Souks.

Bahrain, Al-Fateh-Moschee
Die Al-Fateh-Moschee in Manama, Bild: PixHound / shutterstock
Urlauber in Bahrain sollten sich unbedingt die Al Fateh Grand Moschee mit ihren 70 Meter hohen Minaretten anschauen. Sie verfügt über einen Boden aus italienischem Marmor, bietet Platz für bis zu zweitausend Gläubige und kann – ausgenommen an Freitagen – auch von Nicht-Muslimen besichtigt werden. Älter ist die Al-Chamis-Moschee aus dem achten Jahrhundert. Im Norden des Landes befindet sich die größte Nekropole der Welt mit insgesamt 160.000 Hügelgräbern. Die ältesten beim Dorf A’Aali stammen aus dem 3. Jahrtausend vor Christi.
Eine Besonderheit findet sich in Bahrain unweit der Ortschaft Dschabal ad-Duchan auf der Hauptinsel. Der „Baum des Lebens“ ist eine Touristenattraktion – und niemand weiß, warum ausgerechnet in dieser ausgedörrten Gegend ein Mesquite-Baum gedeiht, denn die nächste Wasserstelle ist 1,2 Kilometer entfernt. Bahrain ist ein Wunderland in der Wüste.

Aktuelles / Reiseberichte

Reiseinformationen Bahrain

Hauptstadt Manama
Staatsform Konstitutionelle Monarchie
Währung Bahrain-Dinar (BHD)
Fläche ca. 750 km²
Bevölkerung ca. 1.493.000 (2017)
Sprachen Arabisch
Stromnetz 230 Volt, 50 Hz
Telefonvorwahl +973
Zeitzone UTC +3

Hohe Luftfeuchtigkeit, subtropisches Klima