S`Illot
S`Illot liegt in direkter Nachbarschaft zu Sa Coma, Bild: Simon Dannhauer / shutterstock

S’Illot – zwischen Strandvergnügen und Bronzezeit

Der Ort S’Illot an der Ostküste Mallorcas bleibt schon wegen seiner geografischen Lage in Erinnerung. Der 2000-Einwohner-Ort wird vom Wildbach „Torrent de Ca n’Amer“ geteilt. Wo er das Meer erreicht, spannt sich eine ansehnliche Brücke darüber, die erst 2019 erneuert wurde. S’Illot ist eine Urbanisation, die ab 1959 eigens für Touristen aus dem Boden gestampft wurde. Sie liegt genau zwischen den größeren Touristenmagneten Cala Millor im Norden und Porto Christo im Süden. Und scheint immer ein bisschen in deren Schatten zu stehen.

Hotels und Apartments dominieren heute das Ortsbild. Um konkurrenzfähig zu bleiben, wurde in den vergangenen Jahren viel in Hotel-Renovierungen investiert. Das große Plus des Städtchens ist der hotelnahe Sandstrand Cala Moreia – rund 350 Meter lang und 50 Meter breit. Etwas südlicher liegt die Cala Morlanda mit ihrem Sand- und Felsenstrand, der gern von Tauchern besucht wird. Nur 60 Kilometer sind es von S’Illot bis zum Airport Palma de Mallorca und nur 16 Kilometer bis zur sehenswerten, durch die „Mallorca-Perlen“ berühmt gewordenen Stadt Manacor.

S’Illot geriet im Winter 2018 durch ein Unglück in die Schlagzeilen: Der Wildbach Ca n’ Amer wurde zur Sturzflut, beschädigte die Brücke und spülte Autos und Unrat ins Meer. Damals kamen zehn Menschen ums Leben. Die Schäden sind inzwischen behoben, der Wiederaufbau hat S’Illot aufgewertet.

Ausgrabungsstätte der „Turm-Kultur“ am Ortseingang

Urlauber, die über die Landstrasse Ma-2021 in S’Illot ankommen, sind am Ziel einer Zeitreise: Sie landen als erstes….in der Bronzezeit. Gleich am Ortseingang, an der Carrer Rosa del Vents, liegt die Ausgrabungsstätte „Talayotische Siedlung von S’Illot“ (Poblat talaiòtic de S’Illot). Besucher können über Stege und Brücken mit Schautafeln gehen und erfahren, dass im Touristenort schon vor 3000 Jahren Menschen der so genannten Talayot-Kultur lebten. Auf dem Gelände sind zwar nur Ruinen zu sehen, doch man erfährt, wie unsere Vorfahren beeindruckende Wohnungen, zweistöckige Türme und Dorfumfriedungen aus dicken Steinen errichtet haben. Das benachbarte Museum bringt einem diese Kultur der Balearen noch näher. In Sa Coma, das sich im Norden an S’Illot anschließt und fußläufig zu erreichen ist, befindet sich ebenfalls eine Ausgrabungsstätte.

Im Auto Löwen, Affen und Giraffen im Safari-Park beobachten

Castell Punta de n`Amer, Sa Coma
Castell Punta de n`Amer, Bild: Andrew Buckin / shutterstock

Wer in S’Illot genug vom Strandleben unterm Sonnenschirm hat, kann den Safari-Park bei Sa Coma besuchen, um wilde Tiere zu sehen. Mit einem Leihauto oder dem eigenen Wagen fahren Besucher durch die 40 Hektar große „Steppe“ und beobachten Giraffen, Affen und Löwen – fast wie in freier Wildbahn. Enge Käfige wie leider noch immer in manchen Zoos gibt es hier nicht.

Ein tolles Ziel ist auch die unter Naturschutz stehende Halbinsel Punta n’Amer mit Laubwald nördlich von Sa Coma, die Urlauber mit dem Leihfahrrad oder zu Fuß erreichen können. Dort gibt es schöne Wanderwege, einen Aussichtsturm mit Museum und eine Gaststätte mit tollem Ausblick. Links, oberhalb von Cala Millor, sehen die Feriengäste auf das schöne Landstädtchen Son Servera und rechts bis zum Cap d’es Pinar am Ende der Costa dels Pins. Wem der Strand in S’Illot zu eng wird, weicht auf den breiteren in Sa Coma aus – wo nach Aussagen von Touristen meist „etwas mehr los ist“. Eine Strandpromenade verbindet die beiden Touristenorte. Dort findet der Feriengast Restaurants, Boutiquen, Strand-, Souvenirläden und Lebensmittelgeschäfte.

Ausflug zur Drachenhöhle in Porto Cristo

Drachenhöhle Porto Cristo
Die Drachenhöhle in Porto Cristo, Bild: Balate Dorin / shutterstock

Ein besonderer Ausflug führt zur Besichtigung der „Drachenhöhle“ (Coves del Drac) im benachbarten Porto Cristo. Dabei handelt es sich um ein spektakuläres 1700 Meter langes Höhlensystem mit einem unterirdischen See, auf dem die Besucher eine kleine Bootsfahrt machen. Eindrucksvoller sind allerdings die riesigen, gut angestrahlten Stalaktiten und Stalagmiten. Manche muten wie Säulen an, doch andere wirken wie kunstvoll geschaffene Skulpturen. Höhepunkt des Höhlenbesuchs ist ein Konzert. Musiziert wird auf einem Boot im See, das malerisch an der Zuschauern vorbei gleitet. Übrigens ist jeden Sonntag in Porto Christo von 9-14 Uhr Wochenmarkt – mit Obst- und Gemüse, Kunsthandwerk, Textilien und Accessoires. Der Markt liegt direkt am Meer am Eingang zu Jachthafen