Neukaledonien – Südseetraum gepaart mit französischer Kultur

Neukaledonien

Wer an einen Südseeurlaub denkt, dem fällt vermutlich nicht als erstes Neukaledonien ein. Dabei steht die östlich vor Australien im Pazifik liegende Inselgruppe ihrer bekannteren Nachbarin Vanouta eigentlich in überhaupt nichts nach: Kilometerlange Sandstrände, türkisblaues Meer, tropisches Klima – eine einzigartige Natur. Alle Voraussetzungen für einen wunderschönen Urlaub.

Seit ihrer Entdeckung im Jahre 1774 durch Thomas Cook, der Neukaledonien auch seinen Namen gab, erlebte die Inselgruppe eine wechselvolle Geschichte. Unter anderem als französische Kolonie. Auch heute noch nach dem letzten Referendum im Jahr 2018 gehört Neukaledonien zu Frankreich als sog. „französisches Überseegebiet“.

Neukaledonien, Grande Terre
Die Insel Grande Terre, Bild: maloff / shutterstock

Dies hat einen deutlichen Einfluss auf die herrschende Kultur – besonders auf Nouméa, die Hauptstadt Neukaledoniens, die sich auf der Insel Grand Terre befindet. Hier ist ein großer Teil der Einwohner europäischstämmig. Und wer einen Bummel durch das hauptstädtische Szeneviertel macht, fühlt sich stark an das Ambiente der Côte d’Azur in Frankreich erinnert. Hier reihen sich Bars, Bistros und Restaurants mit französisch angehauchter Küche aneinander, die ein angenehm entspanntes Flair und gutes Essen bieten.

Geographisch hingegen gehört Neukaledonien zu Melanesien mit einem tropischen Klima und einer Fauna und Flora, die zu einem großen Teil endemisch ist. Die Nachfahren der Ureinwohner – Melanesen und Kanaken – leben zum großen Teil im dünn besiedelten Umland. Dörfliche Strukturen und uralte Stammeskulturen sind hier zum großen Teil erhalten geblieben.

Viele Tierarten und Pflanzen kommen nur hier in Neukaledonien vor. Die Hauptinsel, Grand Terre, wird umringt von zahlreichen kleineren Inseln. Lifou, Ouvéa, Belep, Maré und der wunderschönen Île des Pins. Um nur die wichtigsten zu nennen. Kleinere Inseln, auf der nur wenige Menschen leben, wodurch sie noch sehr gut das Klischee von der einsamen Insel erfüllen, auf die sich so mancher urbane Stressgeplagte zuweilen wünscht.

Neukaledonien – Korallenriffe, Puderstrände und andere lohnende Ausflugsziele

Noumea, Neukaledonien
Noumea, Bild: THPStock / shutterstock

Jede auch der kleineren Inseln verfügt über wunderschöne, weißpudrige Strände, die von Palmen umgeben sind. Insgesamt sind es sage und schreibe 2254 Kilometer. Besonders berühmt ist die Kuto-Bucht, die mit ihrem natürlichen Ambiente und ihrem blauschimmerndem, kristallklaren Wasser zu den schönsten der Welt gezählt wird.

Ein Paradies für Schnorchler und Taucher ist insbesondere das Neukaledonische Barrierriff, das sich rund um Grand Terre gebildet hat. 2008 wurde es dank seiner einzigartigen Riffstruktur zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt. Seltene Fischarten, Wasserschildkröten und unendlich viele Korallen lassen sich hier unter Wasser beobachten. Einfach großartig, was die Natur hier geschaffen hat.

Mehr als ein Geheimtipp zum Schnorcheln ist auch das sog. „Piscine Naturelle“, auf der Insel Île des Pins. Ein von der Natur „gebauter“ Pool, in dem zahlreiche kleine und große exotische Fische zu Hause sind. Ein magischer Ort, dessen Besuch am frühen Morgen am schönsten ist. Dann, wenn noch nicht zu viele andere menschliche Besucher sich hier im Wasser tummeln, die auch schon gehört haben, wie schön es hier ist. Das Inland ist geprägt durch Wälder und hügeliges Gelände bis hin zu zerklüfteten Gebirgszügen. Ein Gebirgszug verläuft mitten durch Grand Terre und bildet ein ideales Terrain für Touren auf dem Mountainbike.

Sehenswürdigkeiten, Luxus, gutes Essen – und auch echtes Inselleben

Städtisches Leben mit Hotels, exklusiven Modeboutiquen und guten Restaurants ist so gut wie nur in Nouméa, der Hauptstadt zu finden, die auch die einzige größere Stadt des Landes ist. Wer lieber das ursprüngliche Inselleben kennenlernen möchte und auf westlich geprägten Luxus verzichten kann: Es gibt auch die Möglichkeit in kleineren Privatpensionen und Quartieren im dörflichen Umland unterzukommen.

Noumea, Saint Joseph
Die Kathedrale Saint Joseph, Bild: Joel_420 / shutterstock

Wer einen noch tieferen Einblick in die kulturelle Geschichte der Ureinwohner erhalten will, der sollte unbedingt das Tjibaou-Kulturzentrum in Nouméa besuchen. Es besteht aus einem vom Stararchitekten Renzo Piano entworfenem Gebäudekomplex und ist den traditionell üblichen Wohnhütten der Kanaken nachempfunden. Gemälde, Kunstobjekte und historische Funde machen hier sehr gut die Kulturgeschichte von Anfang bis heute anschaulich.

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die etwas außerhalb, auf einem Hügel thronende Saint Joseph Kathedrale, die zu Fuß von der Innenstadt aus innerhalb weniger Minuten zu erreichen ist. Und wer sich an dem weiten Ausblick aufs Meer einfach nicht satt sehen kann, dem sei ein Ausflug zum Phare Amédée empfohlen. Der 56 m hohe Leuchtturm auf einer kleinen Koralleninsel bietet einen wunderschönen Blick von oben über das Wasser und die natürliche Insellandschaft.

Und was die Kulinarik betrifft: Auch das Essen ist insbesondere in Nouméa sehr französisch geprägt. Ein großer Teil der Lebensmittel von Sekt, Wein und Champagner bis hin zu Fleisch und Gemüse ist Importware und wird von weither über den Pazifik eingeführt. Aber auch landestypische Gerichte, in dem auch heimischer Fisch verarbeitet wird, findet sich auf den Speisekarten. Besonders typisch und empfehlenswert ist die Bougna.

Hier handelt es sich um ein Gericht, das in seiner Zubereitungsweise üblich für alle pazifischen Inseln ist. Die Zutaten – hauptsächlich Huhn, Hummer und Fisch – werden mit Kokosmilch napiert und gut gewürzt in Bananenblättern gewickelt. Anschließend werden die kleinen Päckchen auf heißen Steinen im traditionellen Erdofen gegart. Das Ergebnis: Lecker! Echter inseltypischer Geschmack.

Das Fazit: Auch wenn die Gegend leider in letzter Zeit (2018 und 2019) durch stärkere Erdbeben heimgesucht wurde – Neukaledonien bietet alle Möglichkeiten für einen traumhaften Urlaub, der schon zu Lebzeiten einen kleinen Vorgeschmack auf paradiesisches Ambiente bietet. Und weil es unter Erholungssuchenden und Wassersportlern immer noch als Geheimtipp gilt, kommen hier vor allem diejenigen auf ihre Kosten, die ein echtes Naturerlebnis suchen. In einer Gegend, die noch nicht so sehr von Touristen überlaufen ist.

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