Sonntag, Juli 5, 2020
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Montserrat – der leuchtende Smaragd der Karibik

Der Beiname dieser noch relativ unbekannten Karibikinsel sagt schon viel über das kleine Eiland, das zwischen Antigua und Guadeloupe liegt und zu den Kleinen Antillen gehört, aus. Montserrat ist ein Überseegebiet des Vereinigten Königreiches, gehört zum Commonwealth und ist Teil der Leeward Inseln.

Das vulkanische Montserrat

Soufrière, Montserrat
Soufrière, Bild: IndustryAndTravel / shutterstock

Aus der Luft beeindruckt Montserrat durch seine üppig grüne, tropische Vegetation und die drei vulkanischen Massive. Man unterscheidet die Silver Hills im Norden, die Centre Hills im Inneren der Insel und die Soufrière Hills im Süden. Der Soufrière ist einer der aktivsten Vulkane der Karibik und bekannt für eine Serie von desaströsen Ausbrüchen in den Jahren 1995 und 1997. Damals wurde die Hauptstadt Plymouth von einem verheerenden Aschestrom fast komplett verschüttet und wird darum auch oft als ein modernes Pompeji bezeichnet. Etwa zwei Drittel der damals rund 12.000 Einwohner mussten Montserrat aus Sicherheitsgründen verlassen – der gesamte Südteil der Insel wurde zur Sperrzone erklärt.

Heute ist der Soufrière die Hauptattraktion des Landes. Auch wenn Montserrat immer noch zu den unbekannteren Reisezielen zählt, kommen inzwischen zahlreiche Abenteurer und Ökotouristen zum Wandern und zur Vogelbeobachtung hierher. Das Land hat sich somit zu einer Alternativ-Destination für Naturfreunde in der Karibik entwickelt und ist ein Gegenstück zu den vielen anderen Inseln mit ihren luxuriösen All Inclusive Hotelanlagen.

Die fantastische Landschaft von Montserrat

Die kleine Karibikinsel Montserrat ist lediglich 16,5 km lang und maximal 10 km breit und hat durch die verheerenden Vulkanausbrüche in den 1990er Jahren eine immense Veränderung durchmachen müssen. Da in Plymouth kaum noch Häuser bewohnbar waren, wurde an der Nordwest Küste eine neue de facto Hauptstadt, nämlich Brades, geschaffen. Montserrat besitzt sowohl tropische Regenwälder als auch Trockenwälder. Kreuz und quer über die Insel verlaufen kleine Pfade, die bereits seit Jahrhunderten von den Einheimischen begangen werden und heute beliebte Wege für Trekking-Touristen sind. Besonders im Gebiet der Centre Hills wandert man vorbei an exotischen Pflanzen, sieht am Wegesrand Bananenstauden, Mangos und Papayas und ist vom eindrucksvollen Konzert der Vögel umgeben.

Aktivitäten

Die meisten Touristen, die sich für einen Urlaub auf Montserrat entscheiden, sind Naturfreunde, die sich für die außergewöhnliche Vulkanlandschaft und die einmalige Tier- und Pflanzenwelt begeistern. Momentan darf zwar die Umgebung des immer noch aktiven Vulkans Soufrière nicht betreten werden aber von der Aussichtsplattform des Observatoriums aus können Besucher einen spektakulären Blick auf den Berg mit dem Krater werfen. Außerdem haben sie die Möglichkeit, während einer Video-Show Bilder und Geräusche des Ausbruches hautnah zu erleben. Es werden vor Ort auch geführte Touren durch das verschüttete Plymouth angeboten, die als einzige Hauptstadt ohne Bewohner weltweit gilt. Das Gefühl beim Durchstreifen der aschebedeckten Straßen ist für die meisten Gäste spannend aber etwas gespenstisch, da die Katastrophe, die über die Gegend hereinbrach, zeitlich noch nicht lange zurück liegt und daher intensiv spürbar ist.
In den tropischen Wäldern von Montserrat leben unzählige Vogel-, Reptilien- und Amphibienarten. Es empfiehlt sich, an einer Tour teilzunehmen, um durch die fachkundigen Naturführer unterwegs möglichst viele der exotischen Tiere und Pflanzen sehen zu können. Mit etwas Glück kann man vielleicht sogar den Nationalvogel der Insel, den Oriole, der sich in den feuchten Regenwäldern versteckt, beobachten.

Die Strände auf Montserrat

Rendezvous Bay, Montserrat
Der Rendezvous Bay auf Montserrat, Bild: Alistair Homer / shutterstock

Die Strände auf Montserrat sind, mit einer Ausnahme, mit schwarzem Lava Sand bedeckt. Nur an der sogenannten Rendezvous Bay gibt es hellen Korallensand. Auch wenn viele Urlauber ihn für den schönsten Küstenabschnitt auf der Insel halten, ist er nie überfüllt und es gibt stets Platz genug. Das Wasser ist hier im Allgemeinen sehr ruhig und klar, so dass es zum Schnorcheln wunderbar geeignet ist. Allgemein ist zu sagen, dass die Unterwasserwelt mit farbenprächtigen Riffen und exotischen Fischen punktet und Montserrat darum auch für Taucher ein tolles Reiseziel darstellt. Die kleine Bucht von Little Bay ist bei Seglern besonders beliebt und so haben sich hier diverse Geschäfte, Bars und Restaurants angesiedelt. Entlang der Westküste befinden sich mehrere herrlich einsame dunkle Sandstrände, zu denen beispielsweise auch der Woodlands Beach und die Carr`s Bay gehören.

Allgemeine Reiseinformationen

Auf der Insel herrscht tropisches Klima, so dass während des ganzen Jahres mit Niederschlägen gerechnet werden muss. Zwischen Juli und November herrscht Regenzeit, während die Monate von Februar bis April als trockene Periode bezeichnet werden. Die Temperaturen sind relativ beständig und schwanken lediglich zwischen 23° und 30° C – Montserrat kann im Prinzip jederzeit bereist werden, wer aber gerne wandern möchte, wählt am besten die Zeit zwischen Januar und Mai, da dann die Wege wesentlich besser begehbar sind.

Die Anreise nach Montserrat erfolgt in der Regel über Antigua, das von mehreren europäischen Flughäfen aus direkt angeflogen wird. Anschließend geht es entweder per Fähre oder mit einem zwanzig Minuten dauernden Weiterflug nach Montserrat.
Wer seine Ferien auf Montserrat verbringt, sollte unbedingt das Nationalgericht Goat Water probieren. Der deftige Eintopf mit Ziegenfleisch wurde vermutlich von den Iren, die als erste Siedler dieses britischen Territoriums gelten, aus ihrer Heimat mitgebracht.

Wer sich für spektakuläre Landschaften sowie eine spannende Flora und Fauna interessiert und etwas Abenteuerlust mitbringt, wird in dem winzigen Karibikstaat sicherlich einen unvergesslichen Traumurlaub verbringen.

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