Lazise am Gardasee – Altstadt, Sehenswürdigkeiten & Tipps

Luftaufnahme einer farbenfrohen Stadt am Wasser mit historischen Gebäuden, einem Kai und türkisfarbenem Wasser, vor dem Hintergrund ferner Berge unter einem strahlend blauen Himmel.
Blick auf Lazise am Gardasee, Bild: SimonePolattini / shutterstock

Lazise liegt am südöstlichen Ufer des Gardasees und verbindet eine ungewöhnlich gut erhaltene mittelalterliche Altstadt mit einer langen Seepromenade. Hinter den Stadtmauern warten enge Gassen, Plätze und ein kleiner Hafen; wenige Kilometer außerhalb befinden sich einige der bekanntesten Freizeitparks des Gardasees.

Für viele Urlauber ist Lazise einer jener Orte, die man ursprünglich nur für einen kurzen Ausflug eingeplant hat und an denen man schließlich deutlich länger bleibt. Die Altstadt ist kompakt, der See immer in der Nähe und die Wege zu Bardolino, Verona oder Peschiera del Garda sind kurz.

Eine Altstadt hinter mittelalterlichen Mauern

Eine alte Steinburg mit zinnenbewehrten Türmen und Mauern, umgeben von grünem Gras, hohen Zypressen und kleinen Gartenbauten vor dem Hintergrund eines dramatischen, farbenprächtigen Sonnenuntergangs.
Castello Scaligero di Lazise, Bild: Nejdet Duzen / shutterstock

Lazise gehört zu den ältesten Gemeinden am Gardasee. Das historische Zentrum ist auf drei Seiten von einer mittelalterlichen Mauer mit Türmen umgeben, während sich die vierte Seite zum See öffnet.

Wer durch eines der alten Stadttore kommt, gelangt in ein weitgehend verkehrsberuhigtes Zentrum. Die Gassen führen zur Piazza Vittorio Emanuele II und weiter zum alten Hafen. Gerade am frühen Morgen ist Lazise ausgesprochen stimmungsvoll, bevor die Tagesgäste aus den umliegenden Ferienanlagen und Campingplätzen eintreffen.

Die Scaligerburg prägt das Stadtbild, kann aber nicht wie manche andere Burgen am Gardasee regulär als Museum besichtigt werden. Sie befindet sich in Privatbesitz. Trotzdem gehören ihre Mauern und Türme zu den bekanntesten Ansichten des Ortes.

Porto Vecchio – der alte Hafen

Der kleine Porto Vecchio liegt direkt am historischen Zentrum. Fischerboote und kleinere Freizeitboote liegen zwischen den alten Häusern, Restaurants stellen ihre Tische am Wasser auf und nur wenige Schritte weiter beginnt die Uferpromenade.

Am Hafen steht die Kirche San Nicolò. Ebenfalls auffällig ist die historische Dogana Veneta, das ehemalige venezianische Zollgebäude. Die Lage erinnert daran, wie wichtig der See über Jahrhunderte als Verkehrs- und Handelsweg war.

Heute ist der Bereich vor allem ein Treffpunkt. Abends wird es rund um den Hafen lebhaft, ohne dass Lazise den Charakter eines klassischen Partyortes annimmt.

Spaziergang auf der Lungolago Marconi

Die Seepromenade gehört zu den angenehmsten Seiten von Lazise. Sie verläuft unmittelbar am Wasser und lässt sich in beide Richtungen weitergehen. Nach Norden führt die Strecke Richtung Bardolino, nach Süden in Richtung Pacengo und Peschiera.

Für Spaziergänger und Radfahrer ist die Verbindung besonders attraktiv, weil man nicht für jeden kleinen Ausflug das Auto benötigt. Wer in Lazise übernachtet, kann beispielsweise morgens nach Bardolino radeln und später per Bus oder Schiff zurückfahren.

Am Abend füllt sich die Promenade mit Spaziergängern. Dann verschwinden die Tagesgäste langsam und die Temperaturen werden auch im Hochsommer angenehmer.

Strände rund um Lazise

Rund um Lazise gibt es mehrere Badestellen. Wie an weiten Teilen des Gardasees bestehen sie vor allem aus Kies, kleinen Steinen oder Liegewiesen. Badeschuhe sind deshalb keine schlechte Idee.

Einige Strandbereiche sind frei zugänglich, andere gehören zu Campingplätzen, Hotels oder bewirtschafteten Anlagen. Wer mit Kindern unterwegs ist, sollte darauf achten, wie schnell das Wasser am jeweiligen Abschnitt tiefer wird.

Der südliche Gardasee erwärmt sich im Sommer vergleichsweise gut. An heißen Tagen ist der Sprung ins Wasser deshalb eine willkommene Unterbrechung zwischen Altstadtbesichtigung und Abendessen.

Colà und die Therme im Grünen

Zum Gemeindegebiet von Lazise gehören neben dem Hauptort auch Colà und Pacengo. In Colà befindet sich der Parco Termale del Garda, eine weitläufige Parkanlage mit Thermalwasser.

Das Thermalwasser tritt aus großer Tiefe aus und speist mehrere Becken und Seen. Der Park ist eine interessante Abwechslung zum klassischen Strandtag und wird auch außerhalb der heißesten Sommermonate besucht.

Wer gezielt dorthin möchte, sollte Eintrittspreise und Öffnungszeiten vor der Fahrt prüfen, da sich diese saisonal ändern können.

Gardaland und weitere Freizeitparks

Nur wenige Kilometer südlich von Lazise liegt Gardaland. Der große Freizeitpark ist eines der bekanntesten Familienziele Norditaliens und zieht in den Sommerferien entsprechend viele Besucher an.

Noch näher an Lazise befinden sich weitere Freizeit- und Wasserparks. Dadurch ist der Ort für Familien besonders praktisch: Erwachsene können morgens durch die Altstadt gehen, während für einen anderen Urlaubstag ein Besuch im Freizeitpark geplant wird.

Wer in der Hochsaison einen Park besuchen möchte, sollte Eintrittskarten möglichst vorab buchen und früh starten. An Wochenenden und während der italienischen Ferien können die Wartezeiten deutlich steigen.

Mit dem Fahrrad nach Bardolino

Eine einfache Tour führt von Lazise am See entlang nach Bardolino. Die Strecke ist kurz genug, um sie auch ohne sportliche Ambitionen zu fahren. In Bardolino wartet eine größere Auswahl an Cafés, Weinbars und Geschäften.

Wer noch weiterfahren möchte, setzt die Tour Richtung Garda fort. Für längere Fahrten ins Hinterland ist wegen der Steigungen ein E-Bike angenehm.

Ausflug nach Peschiera del Garda

Südlich von Lazise liegt Peschiera del Garda. Die Stadt unterscheidet sich deutlich von Lazise, denn ihr Zentrum befindet sich innerhalb einer großen Festungsanlage und wird von Kanälen durchzogen.

Die venezianischen Verteidigungsanlagen gehören zum UNESCO-Welterbe. Peschiera besitzt außerdem einen Bahnhof und ist dadurch ein wichtiger Verkehrsknoten am südlichen Gardasee.

Wer ohne Auto Urlaub macht, kann Lazise und Peschiera gut mit Bus, Schiff oder Fahrrad kombinieren.

Sirmione als Tagesausflug

Sirmione, Gardasee
In Sirmione das Dolce Vita genießen, Bild: xbrchx / shutterstock

Auf der gegenüberliegenden Seite des südlichen Gardasees liegt Sirmione. Die schmale Halbinsel mit ihrer Scaligerburg und den römischen Ruinen der Grotte di Catullo gehört zu den meistbesuchten Orten des Sees.

Gerade deshalb empfiehlt es sich im Sommer, möglichst früh zu kommen oder das Schiff zu nutzen. Wer erst gegen Mittag mit dem Auto anreist, muss häufig mit langen Staus und einer schwierigen Parkplatzsuche rechnen.

Ein Tag in Verona

Auch Verona ist von Lazise gut erreichbar. Die Stadt eignet sich für einen kompletten Tagesausflug mit Arena, Piazza delle Erbe, Castelvecchio und Spaziergängen entlang der Etsch.

Wer das Auto nicht nutzen möchte, kann zunächst nach Peschiera fahren und dort in den Zug steigen. Das ist in der Hauptsaison oft entspannter, als mit dem eigenen Wagen bis ins Zentrum von Verona zu fahren.

Essen und Wein

Die Küche rund um Lazise ist von Venetien und dem Gardasee geprägt. Neben Pasta und Risotto stehen in vielen Restaurants Süßwasserfische auf der Karte. Dazu kommen Olivenöl und Weine aus der Umgebung.

Unmittelbar nördlich beginnt das Anbaugebiet des Bardolino, südwestlich liegt das Gebiet des Lugana. Wer sich für Wein interessiert, findet daher innerhalb kurzer Fahrzeit zahlreiche Weingüter.

Wann ist die beste Reisezeit?

Im Juli und August ist Lazise besonders lebhaft. Das Wetter eignet sich hervorragend zum Baden, gleichzeitig sind Altstadt, Promenade und Freizeitparks stark besucht.

Für eine Mischung aus Stadtbesichtigung, Radfahren und Ausflügen sind Mai, Juni und September oft angenehmer. Auch im Oktober kann der Gardasee noch reizvoll sein, allerdings werden die Tage kürzer und einige touristische Angebote reduzieren ihre Öffnungszeiten.

Lazise eignet sich auch ohne Auto

Das Zentrum lässt sich vollständig zu Fuß erkunden. Entlang des Sees sind viele Ziele mit Fahrrad, Bus oder Schiff erreichbar. Wer nur den östlichen und südlichen Gardasee kennenlernen möchte, kommt deshalb auch ohne eigenes Auto erstaunlich gut zurecht.

Für abgelegenere Weingüter und Orte im Hinterland ist ein Fahrzeug dagegen praktisch. In der Hauptsaison sollte man bedenken, dass die Uferstraße rund um Lazise regelmäßig stark belastet ist.

Für wen lohnt sich Lazise?

Lazise eignet sich besonders gut für Reisende, die eine historische Altstadt mit Badeurlaub verbinden möchten. Familien profitieren von den nahen Freizeitparks, Paare von den Restaurants und Spazierwegen am Wasser und Radfahrer von den Verbindungen zu Bardolino und Peschiera.

Wer den Ort außerhalb der vollsten Wochen besucht, erlebt außerdem, weshalb Lazise nicht nur wegen seiner Lage, sondern vor allem wegen seiner ungewöhnlich gut erhaltenen Stadtstruktur zu den interessantesten Orten am südöstlichen Gardasee gehört.