Granada – Wo sich die Kulturen treffen

Alhambra, Granada, Andalusien

Granada, das Herz Andalusiens am Fuße der Sierra Nevada. Mit Bauten, wie der Alhambra, wunderschönen Gärten und einer reichen Geschichte verzückt die Stadt jeden Besucher. Auch die Musikszene, insbesondere die Gitarrenbauer, sind weltbekannt.

Die Geschichte Granadas wurde durch viele Völker geprägt. Angefangen bei den Phöniziern und Iberern, führt sie über die Römer bis hin zu den Mauren. Und schließlich bleiben wir im Spanien der heutigen Zeit zurück. Das Erbe der vielen Kulturen ist in Granada noch deutlich spürbar. So legten die Phönizier den Grundstein, die Römer erklärten sie zur Hauptstadt der Provinz und die Mauren hinterließen prächtige architektonische Bauten. Auch die starken Einflüsse des Orients sind Teil dieser Stadt.

Die Alhambra – Die rote Burg

Alhambra
Bild: Jose Ignacio Soto / shutterstock

Die Alhambra ist wohl die bekannteste Sehenswürdigkeit Granadas und den meisten Menschen ein Begriff. Der Besucherandrang ist sogar so stark, dass ein Tageslimit von 8000 Besuchern eingeführt wurde.

Die Burg mit ihren rötlichen Mauern nimmt auf dem al-Sabika-Hügel im Osten der Stadt eine strategisch günstige Position ein. Sie ist maurischen Ursprungs und wurde im frühen Mittelalter erbaut. Ihr heutiges Aussehen verdankt sie allerdings großteils der Zeit des 13. Jahrhunderts.

Die Gärten, Wasserkanäle und Brunnen eingeschlossen, umfasst das Areal etwa 14 Hektar. Innerhalb der Festungsmauer befinden sich die Nasridenpaläste, die Zitadelle, der Palast Karls des Fünften und einige Kirchen und Klöster.

Seit 1984 gehört der Gebäudekomplex zum Weltkulturerbe.

Capilla Real – Die Königskapelle

Kathedrale von Granada
Die Kathedrale von Granada, Bild: Barone Firenze / shutterstock

Die Grabkapelle Capilla Real aus dem Jahr 1517 ist der südöstliche Anbau der Kathedrale von Granada. Der Bau vermischt Elemente der Gotik, der Renaissance und des Barock.
In der Kapelle werden die sterblichen Überreste von den katholischen Königen und Königinnen Ferdinand II., Isabella von Kastilien, Johanna von Kastilien, Philipps des Schönen aufbewahrt. Auch der, mit zwei Jahren verstorbene Kronprinz Miguel da Paz hat hier seine letzte Ruhestätte gefunden.

Die Gräber Philipps des Schönen und Johannas von Kastillien sind als einzige aus weißem Carrara-Marmor gefertigt.

In dem zugehörigen Sakristeimuseum werden Schätze, wie wertvolle Tafelbilder von Botticelli oder persönliche Gegenstände der Könige verwahrt.

Monasterio de San Jerónimo

Monasterio de San Jerónimo
Monasterio de San Jerónimo, Bild: Fabio Bernardi / shutterstock

Das, westlich des Zentrums gelegene, römisch-katholische Kloster steht unter dem Schutz des heiligen Hieronymus. Es wurde 1504 im Stil der Renaissance erbaut. Im frühen 19. Jahrhundert wurde sie von napoleonischen Truppen eingenommen und nahezu zerstört. Eine Restaurierung folgte etwa hundert Jahre später.
Die Kirche wurde nach dem typischen Plan der Augustiner-Orden, zu denen sich auch die Hieronymiten zählen, kreuzförmig angelegt und besitzt einen erhöhten Chorraum am Fuße des Altars. Besonders erwähnenswert ist auch die üppige Deckenmalerei der Kirche.

Teil des Klosters sind außerdem zwei Kreuzgänge, die den kleinen Klostergarten umschließen.

Die weißen Höhlen von Sacromonte

Sacromonte – gleichzeitig ein Stadtviertel und ein Berg in Granada – beeindruckt sowohl mit den Wohnhöhlen, als auch mit der gefestigten Flamencokultur.

Die weißen Höhlen dienten ab dem Jahr 1492 als Wohnungen für jene Zigeuner, die aus Indien nach Spanien kamen. Den gitanos, wie diese Zigeuner genannt wurden, war es teilweise nicht erlaubt ihre eigene Sprache zu sprechen oder ihre traditionelle Kleidung zu tragen. Auch Singen und Tanzen war ihnen oft verboten. So entwickelte sich die Flamencokultur in den weißen Höhlen und wurde von den Auswanderern nach dem spanischen Bürgerkrieg in den 1930er Jahren noch weiter verbreitet.
Heute sind die weißen Höhlen ein Freilichtmuseum. Einige von ihnen werden auch als Gästezimmer vermietet.

 

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