Folegandros – Die Kykladeninsel

Kykladeninsel Folegandros
Die Kykladeninsel Folegandros, Bild: Milan Gonda / shutterstock

Die griechischen Kykladeninseln sind vor allem aufgrund von Namen wie Santorini, Mykonos oder Naxos bei vielen Urlaubern bekannt. Immerhin sind die zerstreuten Inseln im Mittelmeer für Touristen ein wichtiger Anziehungspunkt und bieten neben der Möglichkeit für eine einfache Erholung an den malerischen Stränden auch den einen oder anderen Blick auf die griechische Kultur, die einst auf diesen Inseln von großer Bedeutung war. Mit der touristischen Erschließung der größeren Inseln hat sich aber auch das Lebensgefühl verändert. Wo einst die antiken Griechen einige ihrer wichtigsten Kultstätten hatten, geht es heute vorwiegend um den Tourismus und das echte Griechenland rückt in den Hintergrund.

Es gibt aber noch einige Inseln der Kykladen, auf denen das ursprüngliche Leben vorherrscht. Die Insel Folegandros ist ein Sinnbild dafür, wie die Kykladen ausgesehen haben, bevor die Menschen für erholsame Urlaube und für die Wiederentdeckung der griechischen Kultur auf die Inseln kamen. Dazu kommt, dass die Insel schon immer als besonders rau galt und daher ein ganz eigenes Lebensgefühl entwickelt hat, das man noch heute an jeder Ecke sehen kann. Neben seinem ganz ursprünglichen Charme, sind es aber vor allem die vielen Strände und die besonderen Landschaften auf der Insel, die das kleine Eiland zu einem Geheimtipp der Inselgruppe machen.

Die lange Geschichte der eisernen Insel

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Die Kirche von Panagia in Chora, Bild: jcfmorata / shutterstock

Folegandros unterscheidet sich von den „Cousins und Cousinen“ der Kykladen vor allem dadurch, dass die Insel nur in kleinen Teilen fruchtbar ist. Gerade ausreichend eben, um die eigene Bevölkerung zu ernähren und für viele Jahre der Landwirtschaft zu sorgen. Die felsigen Klippen und der steinerne Boden waren schon in der Antike und in der römischen Zeit berühmt-berüchtigt und haben dafür gesorgt, dass die Insel in späteren Jahren vor allem als Gefängnisinsel und als Exil für unerwünschte Personen genutzt wurde. Das heißt aber nicht, dass sich hier nicht einst die Griechen mit eigenen Tempeln und sogar einer Akropolis niedergelassen hätten – als Teil des Attischen Seebundes sind die Ruinen dieser Kultstätten bis heute erhalten.

Im Laufe der folgenden Jahre entwickelte sich Folegandros auf eine ähnliche Weise wie Mykonos oder Naxos. Die Menschen begannen weniger von der Landwirtschaft zu leben als viel mehr von den Touristen. Der große Vorteil von Folegandros war dabei, dass die Insel bis heute nur mit dem Schiff erreicht werden kann und sich ein richtiger Hype nie eingestellt hat. Das bedeutet, dass man zwar eine gute touristische Infrastruktur vor Ort zur Verfügung hat, darüber hinaus aber nicht auf eine völlig überladene Insel trifft. Sowohl die Bewohner als auch die Insel selbst haben sich ihren ursprünglichen Charme erhalten können, begrüßen und erfreuen sich an Besuchern und gehen ansonsten vor allem ihrem eigenen Leben nach.

Was sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf Folegandros?

Viele Spuren der einstigen Insel Folegandros gingen im Laufe der Jahrhunderte verloren und viele der einstigen Ruinen waren Steinbruch oder Fundament für spätere Zeiten. Heute sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten vor allem die beiden Städte der Insel. Die Hauptstadt Folegandros – oder auch Chora – ist dabei der wichtigste Ort. Das Dorf wurde als eine Art Festung angelegt, in der die Häuser nach außen hin wie eine Stadtmauer aufgebaut waren. Das kann noch heute gesehen werden – auch wenn sich inzwischen viele Häuser außerhalb des Stadtkerns aufgerichtet haben. In der Stadt selbst finden sich viele kleine Restaurants und Bars, in denen man einkehren und mit den Bewohnern der Insel in Kontakt kommen kann. Von hier aus kommt man auch zur Panagia, einem Kloster, das auf den einstigen Ruinen der Akropolis errichtet wurde und über Jahrzehnte sinngebend für die Insel war. Das Volkskundemuseum in der direkten Nähe zeigt, wie das einstige Leben auf der Insel war und dass sich viele Dinge in den letzten Jahrhunderten für die Bewohner von Folegandros kaum verändert haben.

Die unangetastete Natur von Folegandros auf eigenen Pfaden entdecken

Strand auf Folegandros
Auch zum Baden finden sich auf Folegandros traumhafte Strände, Bild: Aerial-motion / shutterstock

Der wahre Schatz der Insel lässt sich in seiner Natur finden. Dadurch, dass der Tourismus erst spät begann und bis heute kaum Hotels auf der Insel zu finden sind, ist ein Großteil immer noch so, wie die Insel einst entstanden ist. Malerische Strände, beeindruckende Steilküsten und die für die Kykladen so typischen Klippen sind dabei nur einige der Beispiele, die hier bei einer Erkundung entdeckt werden können. Ein besonderes Highlight ist dabei die Chrysospilia, die nur bei gutem Wetter überhaupt betreten werden kann und für die es derzeit nur sporadisch Führungen gibt, da die archäologische Erschließung noch nicht beendet ist.

Wer sich für eine Reise nach Folegandros erhält kein Wellness-Programm und umfassende touristische Angebote. Die Besucher nutzen ihren Ausflug auf die Insel vor allem für lange Wanderungen, für einen langen Tag an den einsamen Stränden und dafür, die Kykladen einmal in ihrer ursprünglichen Form zu entdecken. Wem es also auf Naxos oder Mykonos zu voll wird, der sollte einen Trip mit dem Schiff auf die Insel buchen. Denn nur so kommt man hier her und genau so ist es auch, wie die Bewohner es wollen – damit sie den Charme ihrer Insel erhalten können.

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