Elfenbeinküste – Ein unterschätztes Land am Golf von Guinea

Comoé-Fluss im Comoé-Nationalpark, Elfenbeinküste
Comoé-Fluss im Comoé-Nationalpark in der Elfenbeinküste, Bild: Jake Brooker / shutterstock

Das Land Elfenbeinküste wird von wenigen Reisenden beachtet, obwohl es einige zu bieten hat. Man versucht mit dem Motto „Träumen Sie, sonnen Sie sich, Schwimmen Sie, vergessen Sie Europa für einen Augenblick und entdecken die das tiefe Schwarzafrika“ Touristen ins Land zu locken. Aktuell kommen trotzdem noch sehr wenige Gäste für einen Urlaub nach Elfenbeinküste, doch die ersten Reiseanbieter haben das Land schon für sich entdeckt.

Elfenbeinküste – Das Land im Überblick

Strandurlauber finden hier lange Sandstrände, die von Palmen bewachsen sind, vor. Die Fans von Tieren und Pflanzen kommen in den Naturreservaten voll auf ihre Kosten und die Völker und Kulturen lassen den Besucher in eine ganz andere Welt eintauchen. Ein großes Potenzial, welches bisher kaum beachtet wurde. Die Elfenbeinküste ist etwas kleiner als Deutschland und in etwa so groß wie Norwegen.

Die vielen Naturräume bilden Gegensätze und lassen viele unterschiedliche Klimazonen und Vegetationen entstehen. An der Atlantikküste befinden sich die langen Sandstrände, die Buchten und Kliffs, Sümpfe, Lagunen und Mangrovenwälder. Im Landesinneren findet man vor allem den Regenwald, welcher etwa 100 bis 200 Kilometer tief ist. Das Dickicht des Urwalds wird durch kleine Lichtungen, in denen Bananen, Kaffee und Kakao angebaut werden, aufgelockert. Weiter nach Norden gelangt man in den sogenannten südsudanesischen Klimabereich und erreicht die Hochebene. Die Hochebene wird vor allem vom Landwirten beackert und nimmt den größten Teil der Fläche des Staates ein. Noch weiter im Norden findet man nur noch die Savannen, in denen die Nächte kühl, die Tage warm sind und die Trockenperioden teils wochenlang anhalten.

Das Manhattan Afrikas

ABIDJAN, Elfenbeinküste
Die Metropole Abidjan , Bild: Roman Yanushevsky / shutterstock

Die Millionenstadt Abidjan liegt an der Atlantikküste und verteilt sich über mehrere Landzungen. Sie wird auch als Manhattan Afrikas bezeichnet, weil futuristische Bürotürme, Prachtbauten und Luxusläden in direkter Nachbarschaft stehen. Das Herz der Stadt schlägt jedoch in den traditionellen Stadtvierteln, in denen sich das bunte Leben der Bevölkerung zeigt und die kleinen Restaurants mit allerlei Spezialitäten locken. Märkte bieten eine unglaubliche Fülle an Waren und die Einwohner der Stadt machen die Nacht zum Tag. Das Museum „Musée des Civilisations de Côte d`Ivoire“ bietet einen tollen Einblick über die Kultur und das Leben der Stämme der Elfenbeinküste.

Vor den Toren der Stadt befindet sich der Nationalpark „Banko“. Er umfasst eine Fläche von etwa 3.000 Hektar und soll den tropischen Regenwald in seiner ursprünglichen Form bewahren, weil dieser sonst zu verschwinden droht. In östlicher Richtung erreicht man die großen Badestrände, Palmen und Hüttendörfer säumen den Weg. Die Stadt Grand-Bassam ist einen Besuch wert. Sie war die Hauptstadt der damaligen französischen Kolonie und beherbergt die Prachtbauten von damals. In diesem Bereich des Landes gibt es einige Bungalowsiedlungen und die Region ist generell für den Tourismus ausgelegt.

Ein echter König

Ein Abstecher nach Norden führt den Urlauber zu einem wahren König. Bonzou II. residiert in der kleinen Stadt Abengourou und wacht über das Volk der Agni. Diese Volksgruppe wanderte im 17. Jahrhundert aus Ghana ein und gründete ein mächtiges Königreich. Der König und seine Untertanen konnten ihre Kulturen bis heute bewahrten und versetzen den Auswärtigen in eine andere Kultur.

Im Westen warten viele Badeorte

Strände Elfenbeinküste
Die Elfenbeinküste punktet auch mit traumhaften Sandstränden, Bild: Dana Ward / shutterstock

Westlich von Abidjan gelangt der Tourist, entlang des Lagunenstreifens, in mehrere mehr oder weniger gut entwickelte Badeorte. Das Hinterland kann am besten vom Pfahlbaudorf Tiagba aus erkundet werden. Mit dem Boot oder zu Fuß kann der Nationalpark Assigny erkundet werden. Das Urwaldreservat wartet mit einer Größe von 300 Quadratkilometern auf und bildet die Heimat einiger Elefanten. Etwas Zeitaufwendiger ist ein Trip in den Tai-Nationalpark, welcher an der Grenze zu Liberia liegt. Er steht unter dem Schutz der UNESCO und ist mit einer Größe von 5.500 Quadratkilometern etwa doppelt so groß wie das Saarland. Die vielfältige Vegetation und die üppige Tierwelt werden von einheimischen Instituten gepflegt und der Park ist für Touristen geöffnet.

Die Stadt der 18 Berge

Ein paar Stunden nördlich des Parks findet man die 300.000 Einwohner große Stadt Man. Sie ist umgeben von Bergen und Wäldern, von Wasserfällen, Bambushainen, Lianenbrücken und Kaffeeplantagen. In dieser Region der Elfenbeinküste leben die Yacouba, welche für ihre rituellen Tänze und ihre handwerklichen Arbeiten bekannt sind. Etwas weiter nördlich liegt die Verwaltungshauptstadt des Landes. Yamoussoukro ist eine gigantische Retortenstadt, die schon fast bizarr wirkt. In der Stadt leben sehr wenige Menschen, obwohl sie an Größe kaum zu überbieten ist. Allein die Basilika „Notre Dame de la Paix“, ein Nachbau des Petersdoms, hat ein gigantisches Ausmaß.