Drei Gläser mit spanischem Wein
Spanischer Wein. Vom süßen Sherry bis hin zum trockenen Rioja, Bild: barmalini / shutterstock

Diese 5 spanischen Weinregionen solltest du kennen

Von Sascha Brandenburg, www.todovino.de

Spanien ist nicht nur eines der beliebtesten Urlaubsländer, sondern auch einer der größten Weinproduzenten der Welt. Die spanische Weinwelt ist unglaublich vielfältig – insgesamt gibt es über 140 Weinbaugebiete. Wenn du in Spanien in eine Bar oder ein Restaurant gehst, dann ist die Auswahl häufig übersichtlich. Meist findest du hier die 4 großen R: Rioja, Ribera, Rueda und Rias Baixas. Wir fügen an dieser Stelle noch ein S hinzu: Sherry!

  1. Rioja

Rioja ist wohl der bekannteste Wein Spaniens. Das gleichnamige Weinbaugebiet liegt im Norden des Landes und erstreckt sich über gleich drei Autonome Gemeinschaften: das Baskenland, Rioja und Navarra. Die Hauptrebsorte ist Tempranillo, die häufig zusammen mit anderen roten Sorten ausgebaut wird. Rioja gilt als das Bordeaux Spaniens. Nicht nur, weil die französische Region das historische Vorbild war, sondern auch, weil die guten Rotweine wunderbar reifen können. Die roten Riojas sind feinwürzige Weine mit harmonischen Fassnoten und Aromen, die an reife rote Beeren erinnern. Mittlerweile gibt es auch immer mehr Weißweine.

  1. Ribera del Duero

Wenn es um Rotwein geht, stellt sich in den meisten Bars die Frage: Rioja oder Ribera? Ribera del Duero liegt nur rund 150 Kilometer südwestlich vom Rioja-Gebiet in der nördlichen Meseta, einem riesigen Hochplateau, in der Autonomen Gemeinschaft Kastilien und León. Auch hier steht die rote Tempranillo-Traube im Mittelpunkt, die meist aber reinsortig verarbeitet wird. Die Lage, das raue Klima und die Böden unterscheiden sich deutlich vom eher milden Rioja-Gebiet. Die alkoholreichen Riberas sind kraftvolle Rotweine mit ausgeprägter Säure und Aromen von schwarzen Beeren.

  1. Rueda

Rueda hat sich in den letzten Jahren zum Lieblingsweißwein der Spanier:innen entwickelt. Das westlich von Ribera del Duero gelegene Weinbaugebiet liegt ebenfalls am Duero, einem der großen Flüsse Spaniens (der in Portugal als Douro in den Atlantik mündet). Rueda ist Weißwein-Gebiet, die Hauptsorte ist die aromatische Verdejo-Rebe. Die spritzigen, tropisch-fruchtigen Verdejos sind wunderbar unkompliziert und süffig, mit intensivem Aroma und vollem Mundgefühl. Hinzu kommt meist ein Preis, der diesen Wein für alle erschwinglich macht. Es sind Terrassenweine par excellence (auch wenn es hier ein paar Topweine zu Toppreisen gibt). Das macht einfach Spaß und passt zu vielen leichten mediterranen Gerichten. Kein Wunder, dass die Beliebtheit dieser Weine auch im Ausland zunimmt.

  1. Rias Baixas

Weinberg in San Vicente de la Sonsierra
Weinberg in San Vicente de la Sonsierra im Anbaugebiet La Rioja, Bild: Alberto Loyo / shutterstock

Wie beim Rotwein sind auch beim Weißwein die Geschmäcker verschieden und es gibt Menschen, die lieber zu einem Albariño greifen – neben dem Verdejo der bekannteste und beliebteste Weißwein Spaniens. Die Sorte Albariño, der früher eine deutsche Herkunft und eine Verwandtschaft zum Riesling angedichtet wurde (Albariño heißt übersetzt „die kleine Weiße vom Rhein“) wächst in der galicischen Region Rias Baixas, in unmittelbarer Nähe zum Atlantik. Hier im äußersten Nordwesten Spaniens ist es feucht und vergleichsweise kühl. Die Weine zeichnen sich durch eine frische Säure und häufig feine Zitrus- und Fruchtnoten aus und werden bevorzugt zu Fisch und Meeresfrüchten gegessen.

  1. Sherry

In jeder spanischen Bar wirst du einen Sherry finden. Und tatsächlich handelt es sich bei diesem Likörwein-Klassiker aus Andalusien um eines der vielseitigsten Genussmittel überhaupt. Die Bandbreite reicht von knochentrocken bis zu zuckersüß und von Aperitif bis zu Digestif. Ein pikant-frischer Manzanilla oder Fino Sherry ist ein toller Begleiter zu Tapas, während ein süßer Pedro Ximénez zum Dessert den perfekten Abschluss eines guten Essens machen kann. Unbedingt probieren! Übrigens dürfen nur die Weine, die aus dem „Sherry-Dreieck“ zwischen Jerez de la Frontera, Sanlúcar de Barrameda und El Puerto de Santa María kommen, als Sherry bezeichnet werden. Wer in dieser Gegend unterwegs ist, sollte eine der sehenswerten Sherry-Kathedralen besuchen.

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Zum Autor: Sascha Brandenburg ist Mitgründer von TodoVino. Das Weinmagazin hat sich voll und ganz der Vielfalt Spaniens verschrieben und beleuchtet den Wein und die Landschaften aus verschiedenen Blickwinkeln.