Die Mecklenburgische Seenplatte bietet Natur und Kultur im Überfluss

Nationalpark Müritz, Mecklenburgische Seenplatte
Nationalpark Müritz, Bild: Ina Meer Sommer / shutterstock

Die Mecklenburgische Seenplatte erstreckt sich mit ihren etwa 1.000 Gewässern auf gut 6.000 km² Fläche über die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg und ist aufgrund ihrer zauberhaften Landschaften mit einer bis heute vielerorts authentischen und fast unberührten Natur schon lange eine der beliebtesten deutschen Urlaubsregionen.

Die Seenplatte wurde bereits vor etwa 12.000 Jahren von Jägern und Fischern besiedelt. Vor ungefähr 6.000 Jahren entstanden die ersten dauerhaft besiedelten Dörfer und Weiler, deren bäuerlichen Bewohner die heute viel besuchten Megalithgräber hinterließen. Es gibt Dutzende neolithische Großsteingräber nur im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, zu den Bekanntesten zählen die Grabanlagen bei Basedow, Torgelow am See (Heistersteine) und Mollenstorf (Rillenstein).

Im 4. und 5. Jahrhundert wanderten germanische Siedler der Region nach Süden ab und wurden ab dem 7. Jahrhundert von Westslawen bzw. Wenden abgelöst, die sich mit der regionalen Bevölkerung vermischten. Aus dieser Zeit stammen auch viele Ortsnamen mit der Endung „ow“. Ab dem 12. Jahrhundert nahm der deutsche Einfluss wieder zu. Steinerne Zeugnisse dieser Epoche sind vor allem die zahlreichen gut erhaltenen und beeindruckenden Feldsteinkirchen wie etwa in Poppentin (Göhren-Lebbin), Grünow-Triepkendorf, Bellin, Mechow, Zehna, Lichtenberg sowie Federow und Cantnitz.

Inhalt

Fauna, Flora, Kunst, Kultur, Literatur und große Feste sind an den Seen zu Hause

Die konstante menschliche Besiedlung der Region vor etwa 12.000 Jahren wurde natürlich erst durch die erdgeschichtliche Entstehung der Mecklenburgischen Seenplatte aus den Schmelzwasser- und Urstromtälern sowie Sandarmen nach der letzten Eiszeit in Europa möglich. Interessante Einblicke in Geologie sowie Fauna und Flora der Gegend erhält man bei Besuchen im 2.300 m² großen Naturerlebniszentrum „Müritzeum“ im bekannten Kurort Waren (Müritz).

Malchow Klosterkirche, Mecklenburgische Seenplatte
Blick auf die Klosterkirche in Malchow, Bild: Bjoern Wylezich / shutterstock

Weitere sehenswerte regionale Museen zur Historie, Kunst und Kultur der Mecklenburgischen Seenplatte sind das Demminer Regionalmuseum, das besonders bei Familien mit Kindern beliebte Slawendorf Passentin, das Burgmuseum samt Hexenverlies in Penzlin und das Mecklenburgische Orgelmuseum mit 12 altehrwürdigen Kirchenorgeln in Malchow. Die letztgenannte Einrichtung ist in einem einstigen Magdalenerinnenkloster aus dem 13. Jahrhundert am Südufer des Malchower Sees in Alt Malchow untergebracht. Der touristisch geprägte Luftkurort ist als „Inselstadt“ überregional bekannt und zieht vor allem jedes Jahr Anfang Juli viele Besucher an, wenn dort das sogar zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe erklärte Volksfest als ältestes Heimatfest Mecklenburg-Vorpommerns gefeiert wird.

Die malerische Natur der Mecklenburgischen Seenplatte hat auch schon früh Künstler und Schriftsteller begeistert sowie inspiriert. Auskunft über das kreative Schaffen berühmter Autoren, die teils auch lange in der schönen Region lebten, erteilen das Brigitte-Reimann-Literaturhaus in der Gartenstraße in Neubrandenburg, das Hans-Fallada-Haus im Erholungsort Carwitz (Gemeinde Feldberger Seenlandschaft) und das Fritz-Reuter-Literaturmuseum in dessen Geburtshaus in Stavenhagen sowie das Marie-Hager-Haus in Burg Stargard.

Ein Paradies für Wasser- und Wanderfreunde mit vielen Tieren und uralten Bäumen

Größte Attraktion und wichtigster Publikumsmagnet in der Mecklenburgischen Seenplatte sind aber die gerne und oft von sportlichen Aktivurlaubern für unvergessliche Ausflüge mit Booten und Kanus sowie ausgedehnte Radtouren und Wanderungen nahezu ganzjährig genutzten National- und Naturparks.

318 km² Fläche misst der engmaschig sowie komplett von Aussichts- und Beobachtungstürmen und Rastplätzen sowie Rad- und Wanderwegen erschlossene Müritz-Nationalpark bei Neustrelitz und Waren. Ein geheimnisvoller Urwald ist der UNESCO-Weltnaturerbe geschützte Serrahner Buchenwald bei Carpin. See- und Fischadler können von den Beobachtungsständen Binnenmüritz, Hofsee sowie Specker und Rederangsee bewundert werden.

In der Nationalparkinformationsstelle Schwarzenhof lockt eine Dauerausstellung zu majestätischen Seeadlern. Populäre und empfehlenswerte Wanderziele im Nationalpark sind auch der 55 Meter hohe Käflingsbergturm beim Weiler Speck, die Beobachtungsplattform am Priesterbäker See sowie der Beobachtungsturm am Zotzensee. Im gut 340 km² großen Naturpark Feldberger Seenlandschaft rund um die gleichnamige Gemeinde sowie die Sädte Carpin, Grünow, Godendorf, Wokuhl-Dabelow, Woldegk und Neustrelitz leben viele seltene Tiere wie Fisch-, Schrei- und Seeadler sowie Fischotter. Für Wanderungen empfehlen sich Gewässer wie der Breite und Schmale Luzin, Carwitzer und Große Fürstenseer See sowie Feldberger Haussee. Ein Wanderweg führt auch durch das 67 Hektar große Naturschutzgebiet Heilige Hallen mit dem bis zu ca. 350 Jahre alten und damit ältesten Buchenwald Deutschlands.

Die Mecklenburgische Seenplatte anhand der Lebenswege einer Königin entdecken

Plau am See, Mecklenburgische Seenplatte
Plau am See, Bild: Bjoern Wylezich / shutterstock

Jahrhundertealte Bäume wie vorrangig Eichen und ebensolche Schlösser, Gutshäuser und Parkanlagen prägen auch den 673 km² großen Naturpark Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See im Norden der Mecklenburgischen Seenplatte rund um den Malchiner, Kummerower und Teterower See.

Wandern kann man in dem als Rast- und Brutgebiet für nordische Entenvögel bekannten Naturpark besonders gut in dessen Naturschutzgebieten Barschmoor, Binsenbrink, Gruber Forst, Hellgrund, Peenetal und Teterower Heidberge. Im Westen der Mecklenburgischen Seenplatte zwischen den Städten Goldberg, Krakow am See, Malchow und Plau am See liegt der 355 km² große Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide.

Viele große Moore und Heiden sowie 60 verschiedene Seen prägen den Naturpark landschaftlich. In dessen Naturschutzgebieten Brantensee, Damerower Werder, Drewitzer und Gültzsee sowie Nebelseen und Paschensee leben vereinzelt Seeadler, Wanderfalken und Fischotter sowie eigens angesiedelte Wisente.

Nordwestlich grenzt der 540 km² große Naturpark Sternberger Seenland mit seinen zahlreichen Natur- und Kulturdenkmälern wie dem Durchbruchstal der Warnow und der Rekonstruktion einer slawischen Tempelburg im archäologischen Freilichtmuseum Groß Raden bei Sternberg an. Eine bei Urlauber gerne und oft befahrene Ferienstraße durch das Gebiet der Mecklenburgische Seenplatte ist die 220 Kilometer lange „Königin-Luise-Route“. In deren Städten und Stationen Hohenzieritz, Mirow, Neustrelitz und Paretz können Wohnorte sowie Gedenk- und Wirkungsstätten der einstigen Herzogin zu Mecklenburg und späteren Königin von Preußen besichtigt werden.

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