Urbino, Marken
Blick auf Urbino, Bild: essevu / shutterstock

Die Marken in Italien – das unbekannte Urlaubsparadies

Wenn man an das Urlaubsland Italien denkt, fallen einem sofort viele verschiedene Orte, wie vielleicht die Toskana, der Gardasee oder die Inseln Sardinien und Sizilien, ein. Die eher unbekannte Gegend „Die Marken“ (auf italienisch Le Marche) gehört allerdings normalerweise nicht dazu. Die Region liegt im östlichen Mittelitalien zwischen Adria und Apennin und besteht aus den fünf Provinzen Pesaro und Urbino, Ancona, Macerata, Fermo und Ascoli Piceno. Der bekannteste Ort ist die bedeutende Hafenstadt Ancona, die gleichzeitig auch Hauptstadt der Marken ist.

Warum in die Marken?

Die Landschaft der Marken ist sehr abwechslungsreich und umfasst neben den wunderschönen Sand- und Kieselstränden an der Adriaküste auch schroffe Kalksteinklippen, sanfte Hügel und im Westen bis zu 2400 Meter hohe Berggipfel. Wer sich also bei seiner Urlaubsplanung nicht so recht zwischen Ferien in den Bergen oder am Meer entscheiden kann, findet hier im Abstand von nur rund 50 Kilometern gleich beides. Wer möchte, kann morgens auf einer Mountainbike Tour idyllische mittelalterliche Bergdörfer entdecken und am Nachmittag im Mittelmeer schwimmen gehen. Massentourismus ist in den Marken noch ein Fremdwort und Individualisten werden von diesem Geheimtipp mit Sicherheit begeistert sein. Die Region bietet wirklich für jede Art von Urlaub etwas. Historisch interessante Städte mit imposanten Gebäuden, lebhaftes Strandleben und eine fantastische Natur, die für viele Outdooraktivitäten wie geschaffen ist. Die Gegend wurde übrigens bereits mehrfach mit Preisen für einen besonders nachhaltigen Tourismus ausgezeichnet.

Auch Badeurlauber kommen voll auf ihre Kosten, denn an der 180 Kilometer langen Adriaküste der Marken liegen einige der unbestritten schönsten Strände von ganz Italien. Ob Sie weitläufige Sandstrände mit palmengesäumten Promenaden oder doch kleine versteckte Kiesbuchten bevorzugen – kein Problem. Bewaldete Felsvorsprünge und steile Klippen vervollkommnen die traumhafte Postkartenkulisse rund um die 26 Badeorte, die ihren Gästen jeweils ein ganz unterschiedliches Flair bieten.

Die sehenswertesten Städte in den Marken

Ancona, Marken
Platz von Loreto in Ancona, Bild: Tatiana Diuvbanova / shutterstock

Die meisten Italien-Urlauber schätzen die Kombination aus interessanten Sehenswürdigkeiten und dem südlichen Lebensgefühl mit lauen Sommerabenden in Straßencafés und Fischrestaurants am Meer. Auch diese ganz spezielle Atmosphäre kann man natürlich in den Marken genießen. Wer in diesem Teil des Landes Ferien macht, sollte auf keinen Fall einen Besuch in der Stadt Urbino versäumen, die oft auch als die Perle der Marken bezeichnet wird. Ihre einmaligen Baudenkmäler aus der Zeit der Renaissance im 15. Jahrhundert sind Teil des UNESCO-Welterbes und es sollte unbedingt ausreichend Zeit für eine Besichtigung eingeplant werden. Eines der vielen Highlights ist der imposante Palazzo ducale, der unter anderem mit seinem Arkadenhof und vielen kostbaren Gemälden punktet. In Urbino wurde 1483 Raffael, einer der berühmtesten Maler der Welt geboren. Sein Geburtshaus ist heute ein Museum und damit für viele Besucher der Stadt ein absolutes Muss. Eine etwas makabere Attraktion sind dagegen die 18 Mumien in der Kapelle Chiesa die Morti, die ohne jede Einbalsamierung extrem gut erhalten sind.

Auch Fano ist unbedingt einen Ausflug wert, wenn man sich für Architektur und Geschichte interessiert. Sehr beeindruckend ist das alte Stadttor des Kaisers Augustus. Die schönen Gassen und Plätze bieten außerdem eine perfekte Kulisse für einen entspannten Bummel durch den malerischen Ort. Hervorzuheben ist besonders die Flaniermeile Passegiata, die zum Spazierengehen ebenso einlädt wie zum einem Einkaufsbummel.

Ancona, die Hauptstadt der Marken, erlebt in den letzten Jahren einen deutlichen Anstieg der Touristenzahlen, was nicht nur auf die Beliebtheit der äußerst sehenswerten Altstadt zurückzuführen ist, sondern auch auf die ausgezeichneten Fährverbindungen nach Griechenland und Kroatien sowie die vielen Kreuzfahrtschiffe, die im Hafen von Ancona anlegen.

Wer ein Ziel sucht, das sowohl lange, schöne Strände an der Adria als auch einen interessanten historischen Kern bietet, wird von Pesaro, der nördlichsten Stadt in Le Marche, begeistert sein. Sie ist außerdem ein perfekter Ausgangspunkt, um den Naturpark Monte San Bartolo zu entdecken. Pesaro ist der Geburtsort des berühmten italienischen Komponisten Rossini. Ihm zu Ehren findet hier alljährlich im Sommer das Rossini Opera Festival statt. Musikfreunde sollten sich für dieses große Spektakel, das regelmäßig unzählige Einheimische und Auswärtige anzieht, unbedingt rechtzeitig Karten besorgen.

Die Natur der Marken entdecken

Monti Sibillini, Marken
Blick auf Monte Vettore bei Sonnenaufgang, höchster Berg des Nationalparks Monti Sibillini, Bild: Christian Peters / shutterstock

Auf dem Gebiet der Marken gibt es mehrere Naturparks, wobei der in den Monti Sibillini, also den Sibillini Bergen, der größte ist. Die Gegend rund um den über 2400 Meter hohen Monte Vetore ist von allen Seiten stets sichtbar und das Panorama muss sich hinter dem der wesentlich bekannteren Dolomiten keinesfalls verstecken. Wer möchte, kann hier auf steilen Pfaden wandern und unterwegs mit etwas Glück auf seltene Tier- und Pflanzenarten stoßen. Seit 1997 gehört der Naturpark Gola della Rossa e di Frasassi sogar zum UNESCO-Weltnaturerbe. Outdoorfreunde wandern auf einem weit verzweigten Wegenetz vorbei an Schwefelquellen, eindrucksvollen Grotten und der spektakulären Gole di Frasassi Schlucht. Auch der Conero Naturpark, welcher sich südlich von Ancona befindet und der Monte San Bartelo, der nördlich von Pesaro liegt, bieten Landschaftserlebnisse vom Feinsten.

Die Entfernungen zwischen den lebhaften Küstenstädtchen und den traditionellen Dörfern der Gebirgszüge sind nie sehr weit und so ist die Region der Marken eine ideale Destination für alle Italien Liebhaber und solche, die es werden wollen. Kaum eine Gegend des Landes ist noch so ursprünglich und vom Massentourismus verschont wie Le Marche, die auch als einzige über einen Pluralartikel im Namen verfügt.