Königreich Tonga – Aussteiger-Urlaub auf den Freundschaftsinseln

Tonga

Umgeben von türkisblauem Wasser liegen die Inseln des Königreiches Tonga wie die Inseln der Seligen mitten im Pazifischen Ozean. Das größtenteils durch Vulkanismus entstandene Archipel gehört zu Polynesien und besteht aus 169 Inseln, von denen lediglich 36 bewohnt sind. Die restlichen Inseln sind von Menschenhand nahezu unberührt und wahre Naturparadiese mit einer einzigartigen Flora und Fauna.

Die seltenen Tiere und Pflanzen werden in 24 Naturschutzgebieten behütet – einige davon sind als Meeresschutzgebiete proklamiert. Die nächstgrößeren Inselgruppen, wie die Fidschi-Inseln im Westen und die Samoa-Inseln im Norden, sind rund 600 Kilometer entfernt. Noch immer sind die tektonischen Platten unterhalb des Inselstaates in Bewegung und bilden als Nahtstelle den 10.000 Meter tiefen Tongagraben.

Königreich Tonga
Bild: Michal Durinik / shutterstock

Auch der sogenannte Feuerring, der fast den gesamten Pazifik umgibt und einige Vulkaninseln von Tonga nach wie vor aktiv hält, ist die Auswirkung der Plattenverschiebungen. Das Königreich Tonga ist das ideale Reiseziel für Abenteurer und Aktivurlauber, die einzigartige Naturschönheiten schätzen. Hier ist man weit abseits jeglichen Massentourismus und kann seine Südsee-Träume verwirklichen. Die Tongaer sind als freundliche Menschen bekannt, weshalb das Archipel einst als Freundschaftsinseln bezeichnet wurde.

Inselhopping von einem paradiesischen Eiland zum nächsten

Das Angebot der Unterkünfte im Königreich Tonga reicht von einfachen Gästehäusern bis hin zu ein paar luxuriösen Beach Resorts. Die meisten größeren Hotelanlagen befinden sich auf der Hauptinsel Tongatapu Island. Ein wirtschaftliches, kulturelles und touristisches Zentrum ist die Hauptstadt Nukuʻalofa an der Nordküste von Tongatapu.

Der Name der 35.000 Einwohner zählenden Stadt bedeutet übrigens so viel wie „Das Zuhause der Liebe“. Hier hat auch der König von Tonga seine Residenz im hölzernen Königspalast. Das weiß getünchte Gebäude gilt als kleinster Königspalast der Welt. Neben dem einzigen Kino des Landes gibt es hier noch ein paar kleine Bars, ein großes Hafengelände, mehrere Kirchen und ein Rugby-Stadion. Etwa 25 Kilometer entfernt liegt der Internationale Flughafen Fuaʻamotu.

Uoleva
Uoleva, Bild: Nina Janesikova / shutterstock

Das nächstgrößere Eiland des Königreichs ist die Insel ʻEua mit insgesamt 5.000 Einwohnern. Die hügelige Insel ist mit einem dichten Regenwald bewachsen und Heimat der ältesten Birkenfeige der Welt. Birkenfeigen sind in europäischen Haushalten bekannt als Benjamin-Baum. Entlang der Küste gibt es einige traumhafte Sandstrände und versteckte Buchten. Die Insel ʻEua ist außerdem ein beliebter Wal-Beobachtungsposten. Wer sich im Urlaub das pure Robinson-Crusoe-Feeling wünscht, reist auf die nur vier Kilometer lange und eineinhalb Kilometer breite Insel Uoleva. Bereits die Anreise mit der Propellermaschine Douglas DC-3 Skyliner, dem einzigen Flugzeug der königlichen Airline, nach Lifuka, die ebenfalls eine Trauminsel ist, und der Weiterreise mit einem Motorboot, ist ein Erlebnis für sich. Auf Uoleva erwartet Besucher dann ein idyllisches Resort mit Bungalows.

Ausflüge zu den einzigartigen Naturschönheiten von Tonga

Ein Großteil der Vulkan- und Koralleninseln der zu Tonga zählenden Inselgruppe Haʻapai steht unter Naturschutz. Das bei Tauchern beliebte Gebiet liegt direkt am Tongagraben und bietet mit seinen farbenfrohen Korallenriffen einige der schönsten Tauchspots im Pazifik. Manche der Haʻapai-Inseln sind bewohnt, andere werden für den Anbau von Kava, Bananen, Vanille und tropischen Früchten genutzt und wieder andere sind ganz sich selbst überlassen.

Die Insel Tofua zum Beispiel wurde bekannt durch William Bligh, der mit den Meuterern der Bounty hierher geflohen war. Später hat sich der Schweizer Snowboarder Xavier Rosset für ein Jahr nach Tofua zurückgezogen. Auch auf der aus Korallenkalk entstandenen Hauptinsel Tongatapu mit seinen malerischen Lagunen, den Mangrovenwäldern und Vogelnistplätzen gibt es einen Nationalpark. Auf Trekking- und Wandertouren begegnet man hie und da noch den Spuren frühester Besiedelung, die bis 900 vor Christus zurückreicht.

Keramikreste der sogenannten Lapita-Kultur wurden in der geschützten Fangaʻuta-Lagune gefunden – diese stammen allerdings von der 2.000 Kilometer entfernten Salomonen-Inseln und beweisen die weitreichenden Handelsbeziehungen damaliger Völker. Interessant ist auch ein Besuch im Tongan Wildlife Centre, wo vorwiegend gefährdete Vogelarten leben, darunter der Malau, der seine Eier in warme Vulkanerde legt, damit die Küken schneller schlüpfen.

Land & Leute im Königreich Tonga

Bild: Veronika Hanzlikova / shutterstock

Etwa 98 Prozent der Einwohner im Königreich Tonga sind Polynesier, die restlichen Bewohner stammen vorwiegend aus Europa, China und Indien. Die frühe Lapita-Kultur gilt als Wiege der heutigen polynesischen Kultur. Die Bevölkerung lebt sehr einfach, ist deshalb aber nicht weniger lebensfroh. Das merkt man an den zahlreichen traditionellen Festlichkeiten, die in den Städten und Dörfern der Inseln das ganze Jahr über gefeiert werden.

An der durchschnittlich recht üppigen Leibesfülle der Tongaer, wie die Einheimischen genannt werden, erkennt man auch, dass man im Königreich Tonga ebenso die kulinarischen Köstlichkeiten liebt. Meeresfrüchte in allen Variationen stehen natürlich an oberster Stelle des Speiseplans. Roher Fisch mariniert mit Zitronensaft, gebratener Tintenfisch in Kokosnuss-Sauce, gekochter Hummer und Muscheln sind nur ein kleiner Auszug. Aber auch Spanferkel, in Taro-Blättern gegartes Fleisch und eine Vielzahl an tropischen Früchten kommen auf den Tisch.

Viele Gerichte werden traditionell nach wie vor im Erdofen zubereitet. Das Königreich Tonga ist ein Schlaraffenland für Liebhaber exotischer Früchte, denn diese wachsen hier überall am Wegesrand und schmecken natürlich köstlicher, als aus dem Supermarkt zu Hause. Aus den Früchten werden leckere Mixgetränke gezaubert. Aber auch, wer einen würzigen Gerstensaft bevorzugt, kommt im Königreich Tonga nicht zu kurz, denn auf Tongatapu wird das Royal Lager gebraut. Für europäische Geschmacksnerven gewöhnungsbedürftig ist das in der gesamten Südsee-Kultur beliebte Getränk Kava. Das aus der Wurzel einer Pfefferpflanze hergestellte Getränk wird gerne zur Begrüßung gereicht.

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