Procida, ein Geheimtipp im Golf von Neapel

Procida, Italien

Die Insel Procida liegt malerisch im Golf von Neapel und gehört zu der Metropolitanstadt Neapel. Der Hauptort dieses kleinen Eilandes heißt wie die Insel selbst und ist darüber hinaus auch der einzige Ort. Hier leben 10.486 Einwohner, welche die Insel zu der am dichtesten besiedelten Insel im gesamten Mittelmeerraum machen.

Procida, das ursprüngliche Italien

Die kleinste Insel vor Neapel ist noch nicht vom Massentourismus überlaufen. Es finden sich nur kleine Hotels und einige Ferienwohnungen, die das ursprüngliche Italien aufleben lassen.

Procida ist vulkanischen Ursprungs und besitzt dadurch eine unverwechselbare Natur. Die Küstenlinie ist sehr unregelmäßig und hat sehr hohe Felswände. Die Strände sind sehr schmal und bestehen aus schwarzem Vulkansand. Auf der Insel befinden sich sechs Kraterreste. Einen dieser Krater sieht man jeweils im Hafenrund der Corricella und der Marina di Chiaolella.

Neben dieser unvergleichlichen Landschaft ist auch die Flora wunderschön. Über die Insel ziehen sich Zitronenhaine und viele wild bewachsenen Gärten.

Die Schwesterinsel Vivara

Vivara, Procida
Vivara, Bild: Francesca Sciarra / shutterstock

Prociada besitzt eine Schwesterinsel, die Insel Vivara. Sie ist mit einer Größe von 0,32 km² sehr klein und über eine Brücke mit Procida verbunden. Vivara ist seit 1974 Naturschutzgebiet und gehört zum Area naturale marina protetta Regno di Nettuno. Auf der kleinen Insel sind viele seltenen Pflanze- und Vogelarten zu finden.

Die Highlights der Insel Prociada

So klein die Insel auch sein mag, sie bietet neben der Natur und dem italienischen Flair auch viele weitere Sehenswürdigkeiten.

Die Abtei San Michele Arcangelo (L’Abbazia di San Michele Arcangelo)

Die Abtei befindet sich auf der Terra Murata. Dies ist die höchste Erhebung der Insel und beherbergt eine Mittelalterliche Festung. Hier befindet sich der älteste Siedlungskern auf der Insel.

San Michele Arcangelo ist die bekannteste Sehenswürdigkeit der Insel aus dem 16. Jahrhundert.

Der Konvent hat seinen Ursprung im 7. Jahrhundert nach Christus und wurde im wieder von den Sarazenen zerstört. Die Bewohner bauten den Konvent aber immer neu auf. Bei einem Angriff der Sarazenen trat einmal unvermittelt San Michele auf und wehrte ihn ab. Der auf der arabischen Halbinsel beheimatete Volksstamm verließ voller Angst vor dem Schutzpatron der Insel und hat dabei all seine Habseligkeiten und einen Anker auf der Eiland gelassen. Dieser Anker wir noch heute im Konvent ausgestellt.

Von der Abtei und somit dem höchsten Punkt der Insel hat man einen wunderschönen Blick über Procida bis hin nach Neapel.

Die Bibliothek der Abtei San Michele Arcangelo (Biblioteca abbazia)

In der ersten Etage unter der Abtei befindet sich die Klosterbibliothek. Hier liegen alte Bücher und Schriften und die Heiligenfiguren, welche bei der Osterprozession genutzt werden. Die zweite Etage beherbergt eine Kapelle. Hier ist der Altar mit einem Bild, das den Erzengel Michael zeigt, geschmückt.

Der Hafen Marina Grande

Procida Hafen
Procida, eine wahrlich bunte Insel, Bild: Francesca Sciarra / shutterstock

Der Hafen von Procida, Marina Granda, ist der Ort, an dem man anlegt, wenn man auf die Insel kommt. Es ist ein klassischer und sehr charakteristischer Fischerhafen mit kleinen pastellfarbenen Häuschen. Dieser kleine Hafen zeigt schon zu Beginn der Reise, dass die Insel ein Inbegriff von italienischem Leben ist. Hier finden sich viele Restaurants und Bars, die den frischen Fang der einheimischen Fischer zu leckeren Menüs verarbeiten. Urlauber, die lieber selbst kochen möchten, können bei den Fischern die Früchte des Mittelmeeres erwerben.

Das Castello der Insel (Palazzo Reale)

Der Palazzo wurde durch den Kardinal d’Avalos im Jahr 1563 erbaut. Bevor das Kastell ein Kerker wurde, war es bis 1800 bewohnt. Zu dem alten Bau wurde ein neuer und moderner Bau als Gefängnis hinzugefügt, welches bis 1988 seine Dienste tat. Bis zu diesem Jahr galt das Gefängnis als das sicherste in ganz Italien.

Sehenswerte Karfreitagsprozession

Die Osterprozession der Misteri ist die bekannteste in ganz Italien. Sie beginnt auf der Piazza d’Armi und geht auf das Jahr 1627 zurück. Nach einer spanischen Tradition der Misteri (Mysterien) werden religiöse Reliefdarstellungen, die das Leiden Christi nachstellen, durch die Straßen der Stadt getragen. Diese Darstellungen werden von den Bewohnern der Insel in aufwendiger Handarbeit gefertigt. In der Karfreitag-Nacht wird eine Christus-Holzstatue von Gläubigen auf ihrem Rücken auf die höchste Erhebung der Insel getragen. Von hier aus beginnt am Morgen die Trauerprozession, die von Trompetern begleitet wird und bei der Reliquien und Kreuze durch die kleinen Gassen getragen werden.

Tipps für die Anreise nach Procida

Die Insel Procida ist nur mit dem Schiff zu erreichen. Diese legen regelmäßig von Neapel, Ischia und Pozzuoli ab. Dazu gehören Autofähren („Traghetti“) und die schnellen Tragflächenboote („Aliscafi“), die nur zwischen der Marina Grande, dem Hafen der Insel, und Neapel beziehungsweise Ischia verkehren. Diese sind deutlich teurer als die Autofähren und fahren ab einem gewissen Seegang nicht mehr. Neapel ist sehr einfach von vielen Städten aus per Flugzeug erreichbar.

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