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Petra Fritz
Petra Fritz mit ihrem Buch, Bild: Petra Fritz

Mittendrin statt nur dabei

Berichte über spektakuläre Reisen und fremde Länder findet man in den unterschiedlichsten Formen und allen Medien, und die Liste an Reiseliteratur und bebilderten Reiseführern ist lang.

Das kürzlich erschienene Buch von Jantra Friedrich mit dem Titel „Mittendrin statt nur dabei“ punktet dabei als eine gelungene Kombination aus unterhaltsamer Erlebnislektüre und Reiseführerund ist ein sehr persönliches Statement der Autorin.

In einem Interview mit der sympathischen Best-Agerin verrät diese gleich zu Beginn ihren bürgerlichen Namen und das sie bisher ausschließlich für den Lifestyle-Blog „Topagemodel“ und DNews24 (Schwerpunkt sozial-politische Themen) recherchiert und geschrieben habe.

Frau Fritz, warum dann der Entschluss gerade jetzt ein solches Buch mit eben diesem Titel zu schreiben? (sie lächelt, als habe sie genau diese Frage erwartet)

Nein, es war nicht die Langeweile in der Corona-Krise. Es war vielmehr ein spontaner Entschluß, als ich mal wieder mit unseren Nachbarn über Gott und die Welt bzw. einige kuriose Reiseabenteuer plauderte. Beide sind ebenfalls viel herum gekommen und vom Fach bzw. seit Jahren im Verlagswesen tätig. Anfangs zweifelte ich daran, ob meine Reise-Anekdoten und Tipps rund um den Globus für Jedermann interessant sein könnten, letztlich wurde ich aber von den beiden Profis darin bestärkt, mit dem Abfassen der unterhaltsamen Lektüre zu beginnen.

Das Konzept war schnell erdacht. Es sollte ein Zwitter aus Biographie und Reiseerlebnissen, kurzum ein neues Genre, eine „Reise-Biographie“ werden. Für das Taschenbuch habe ich gezielt nur kuriose Reisemomente und Aktivitäten ausgewählt, nicht die Schönsten. Die üblichen Beschreibungen von Städten, Stränden und Kulturen gibt es ohnehin schon genug. In vielen Fällen war ich beruflich und längere Zeit an den besagten Orten unterwegs und daher „mittendrin“.

Sie haben auf Ihren Reisen mehrfach die Erde umrundet und sind mehr als einmal aufgewacht ohne gleich zu wissen, wo Sie sich befinden. Würden Sie sich als rastlos bezeichnen?

Nicht als rastlos, eher„lebenshungrig auf Ortsveränderung“. Da ich nicht in einer internationalen Metropole aufgewachsen bin, hatte ich immer das Gefühl etwas zu verpassen. Reisen und die Entdeckung fremder Kulturen waren schon von Kindheit an meine entscheidende Triebfeder.

Und gerade in immer restriktiver werdenden Zeiten des „Betreuten Denkens“ von Apps, Mainstream-Einerlei und zunehmender staatlicher Regulierung, lebe ich bewußt nach dem Motto: „Entdecke die Möglichkeiten und tausche nie die Freiheit gegen die Bequemlichkeit ein“. Eben lieber mittendrin, als nur dabei. Auf der Suche nach einem erfüllten Leben begegnet man dabei im scheinbar Zufälligen ganz beiläufig bemerkenswerten Menschen und so manchem Abenteuer. Dabei ist es natürlich hilfreich, wenn man mehrere Sprachen spricht.

Sie haben Betriebswirtschaft nicht Journalismus oder Tourismus studiert. Sind Sie eine klassische Weltenbummlerin?

Bei allem Pflichtbewußtsein, Wissensdurst und Tatendrang sollte der Spaß im Leben und das sich Ausprobieren nie zu kurz kommen. Reisen kann durchaus harte Arbeit sein und Reibungspunkte liefern, was auch im Buch Niederschlag findet. Dennoch: Reisen bzw. dem intensiven Erleben fremder Kulturen, Landschaften und Klimazonen räume ich dabei stets großen Raum ein. Es genügt meines Erachtens nicht zu wissen, daß es am Äquator 40 Grad bei hoher Luftfeuchtigkeit hat und Eisblizzards einem die Luft zum Atmen nehmen. Ich möchte diese Phänomen fühlen, weil man nur dann mitreden kann (sollte). Leute, die in extrem heißen Ländern oder Landstrichen leben und Mittagssiesta halten, sind nicht chronisch faul.

Ein dauerhaftes Durcharbeiten ist bei diesen Temperaturen – nicht erst seit dem Klimawandel- physisch einfach nicht möglich und gesundheitsschädlich. Gleiches gilt übrigens für das Erleben von Geschmäckern und Gerüchen. Da gibt es z.B. in Mumbay Stadtviertel, wo man sich (zumkindest als Europäer) beherrschen muß um sich nicht zu übergeben. (sie hält inne und sucht nach einem Vergleich)… dort riecht es so, also ob man fermentierten Hai, eine isländische Spezialität, auf dem Teller hat. Schmecken tut das „Fischlein“ – bei geschlossener Nase – allerdings köstlich. Usw.

Frau Fritz, in den amüsant erzählten Geschichten werden aber nicht nur sehr individuelle Ereignisse geschildert und ausgefallene Freizeit-Tipps gegeben, sie erlauben im Zeitablauf auch Einblicke in die sich rasant wandelnde Reisekultur und Konsumgesellschaft unserer Zeit.

Genauso ist es. Bis man heute an einem Ort ankommt, ist man vor Reglementierung oft schon ausgelaugt oder läßt es gleich ganz. Ich erinnere mich z. B. gut an Kreuzfahrten, wo man im Hafen gegen Vorlage eines Ausweises spontan als Gast einfach von einem Schiff zum anderen gehen, sich dort umsehen und bis zum Ablegen einen Drink nehmen konnte. Selbst ein Cockpitbesuch im Flugzeug war mir schon möglich. Aber seit „NineEleven“ ist dies alles Geschichte und allein die Nachfrage erzeugt Mißtrauen und scheint verdächtig. Da lobe ich mir die skandinavischen Freigeister.

Die spinnen die Finnen? Keineswegs. Nicht nur anläßlich des Winterfestivals geht es im südfinnischen Lohja im wahrsten Sinn des Wortes rund, sondern auch bei vielen anderen Gelegenheiten. Es braucht nur vier bis sechs Helfer, ausdauernde Elektrosägen und -fräsen sowie eine Art Riesenzirkel und schon entsteht eine auf dem Eis schwimmende kreisrund ausgesägte Scheibe. Der Clou: Bringt man an ein bis zwei Stellen am Rande der Eisscheibe leistungsstarke Elektromotoren an, beginnt sich die ausgesägte Eisscheibe munter zu drehen. Je nach Durchmesser liebt es der Finne, sich auf dem Eiskarussell nicht nur im Kreis zu drehen, sondern auch allerlei Freizeit-Equipment darauf zu platzieren. Egal ob Feuerschale, Grill, Schaukel oder ein ganzes Saunahäuschen, alles ist willkommen. Manege frei!

Mehr will ich über die Stories und Aktivitäten-Tipps im Buch aber nicht verraten.

Bestellt werden kann die Lektüre im Buchhandel, oder über die üblichen Online-Plattformen wie AMAZON, HUGENDUBEL , Lovelybooks, Weltbild etc. Entweder unter dem besagten Titel oder der ISBN-Nummer: 978-3-347-28040-3 (Paperback). Natürlich ist auch eine E-Book-Version (978-3-347-28042-7) verfügbar.

Autorin Petra Fritz
Petra Fritz

Für ganz Neugierige hier ein Blick in das Inhaltsverzeichnis:

  • Vorwort
  • Hochzeitsreise um die Welt, aber bitte vor der Hochzeit
  • Ein Tag mehr oder weniger?
  • Fliegen einmal anders
  • Hinter dem Eisernen Vorhang
  • Drei Telefone
  • Sowjetunion im November
  • Lambada auf Ski
  • Auf dem Indischen Subkontinent
  • Inschallah
  • Nepal von unten
  • Alles Walzer, live vom Wiener Opernball
  • Kleider machen Leute, Karneval in Venedig
  • Viva Mexico
  • Außendienst in Polanco
  • Teurer Friseurbesuch
  • Dümmer als die Polizei erlaubt
  • Ballonfahrt mit Jesus
  • Tag der Deutschen Einheit
  • Doppeltes Erdbeben
  • Kulturgüter auf Abwegen
  • Der Weg ist das Ziel, per Frachtschiff nach Antwerpen
  • Auf den Dächern die die Welt bedeuten, München/ Stockholm/ Paris
  • Entdecke die Möglichkeiten
  • Panzer, Pistenraupe oder Ziesel?
  • Boßeln was das Zeug hält, ich geb‘ mir die Kugel
  • Toll trieben es die alten Römer
  • Strahlend schön trotz Endzeitstimmung
  • Winter in Skandinavien
  • Schneezauber in Schweden und Finnland
  • Outdoor-Spaß in der Winterwildnis
  • Eishotel & Co
  • Unterwegs mit einem Eisbrecher
  • Polarlichtträume
  • Almsommer, unter Kühen und Schafen
  • Kleines Grenzintermezzo
  • Die über dem Wolf schläft – Dormir avec les loupes
  • Afrikanische Momente
  • Dreihundert Kamele
  • Auf blauen Schienen
  • Schlußwort

 

Ein Buch schreiben ist also ganz einfach?

Naja, wenn man einen Ghostwriter engagiert, mag das so sein. Wenn man aber jeden Schritt selbst ausführt, ist das Ausarbeiten der Texte nur die Hälfte der Übung. D.h., die Szenen niederzuschreiben und Tipps zusammenzustellen, ist eine Sache, das „Werk“ dann mit Hilfe eines Verlages in die richtige Gestaltungsform zu bringen, das Cover zu kreieren, das Bildmaterial auszusuchen und das Genre zu typisieren, etc., ist eine andere umfangreiche „Baustelle“, die sehr viel Zeit und Überlegungen erfordert. Nicht zu vergessen die Vorschußkosten, wenn man nicht gerade schon als renommierter Autor bekannt ist.

Fertig wird ein Buch aus Sicht des Autors gefühlt nie, denn immer wieder zweifelt man daran, ob alle Passagen ausgereift formuliert sind oder man nicht doch entscheidende Eindrücke und Details zum Nacherleben des Lesers vergessen hat. Aber irgendwann geht dann der Probedruck in Auftrag und alles nimmt nach letzten optischen Anpassungen im Drucksatz seinen Lauf.

Über die Monate hinweg wird man beim Schreiben und Korrekturlesen so betriebsblind, daß man sich ohne Draufsicht von Dritten, beginnt im Kreis zu drehen. Ich bin meinen erfahrenen Nachbarn sowie meinem Ansprechpartner im Verlag daher für jeden Ratschlag und die prompte Unterstützung dankbar. Einmal ist eben immer das erste Mal.Genau darin liegt aber auch der Reiz.

Wird es in absehbarer Zeit einen Band II bzw. ein weiteres Buch geben?

Jaaa, ein neues Konzept liegt schon in der Schublade. Dann allerdings soll es eine Art Sport-Krimi werden; mehr steht noch in den Sternen.

Vielen Dank Frau Fritz für diese kurzen Einblicke.

 

Einige Lesungen sind zwar geplant, können coronabedingt derzeit aber noch nicht konkret datiert werden. Oder lassen Sie sich beim Lesen der 140 Seiten einfach überraschen und folgen Sie der Autorin einfach direkt auf ihre virtuelle Reise um die Welt.