Wallfahrtskirche El Cobre
Wallfahrtskirche El Cobre, Bild: Matyas Rehak / shutterstock

El Cobre – der heiligste Ort Kubas

El Cobre ist eine Kleinstadt im Südosten von Kuba, nur etwa 20 Kilometer von der zweitgrößten Stadt des Landes Santiago de Cuba entfernt. In der Stadt wurde seit dem 16. Jahrhundert Bergbau betrieben. In der nahegelegenen Mine der Stadt haben die Spaniern Kupfer bis ins Jahr 2000, als die Mine geschlossen wurde, abgebaut.

Anreise nach El Cobre

Der Flughafen Santiago de Cuba unterhält unter anderem internationale Flugverbindungen in die spanische Hauptstadt Madrid und nach Miami in Florida. Inlandsflüge von der kubanischen Hauptstadt Havanna aus finden mehrmals die Woche statt. Von dort kann man entweder mit dem Mietwagen, Bus oder Taxi nach El Cobre fahren. Natürlich ist ein Besuch der Basilika bei vielen Touren, die in Santiago de Cuba angeboten werden, ein Bestandteil. Wer seine Mietwagenrundreise durch Kuba in Havanna startet, hat eine weite Anreise nach El Cobre vor sich, denn die Kleinstadt liegt 850 km von der Hauptstadt Kubas entfernt. Auf einer dreiwöchigen Reise durch das Land sollte ein Besuch der Kleinstadt aber problemlos und stressfrei möglich sein.

Der meistbesuchte Wallfahrtsort Kuba

Der Grund, warum schon drei Päpste genau diese Kleinstadt in Kuba aufgesucht haben, ist in der Basilica de Nuestra Señora del Cobre zu finden. In dieser steht die Statur der barmherzigen Jungfrau von Cobre (La Virgen de la Caridad del Cobre). Laut einer Legende wurde diese im Meer treibend von drei Fischern gefunden. Sie zogen das vermeintliche Treibgut aus dem Wasser und in diesem Moment beruhigte sich das Meer und war spiegelglatt. Die Marienfigur enthielt die Aufschrift „Yo soy la Virgen de la Caridad“ – zu Deutsch „Ich bin die Jungfrau der Barmherzigkeit“. Zu Hause in Cobre errichteten die Fischer der Jungfrau einen Schrein. Im Jahr 1915 erklärte Papst Benedikt XV die Jungfrau auf Wunsch der Veteranen der Unabhängigkeitskriege zur Schutzpatronin Kubas. Die heutige Kirche, in der die Schutzpatronin steht, wurde im Jahr 1927 eingeweiht. Die weiße Basilika mit ihren roten Dächern thront auf einem Hügel über der Stadt und ist von weither sichtbar. Drumherum ragen saftig, grüne Hügel empor. Um einen schönen Blick über die Stadt und die Kirche zu haben, kann man auf einen der Hügel wandern.

Wünsche werden wahr

Blick ins Innere der Wallfahrtskirche
Blick ins Innere der Wallfahrtskirche, Bild: Sergey-73 / shutterstock

Die Schutzpatronin Kubas verlässt ihren Platz in der Kirche nur noch für die Prozession, die ihr zu Ehren einmal jährlich stattfindet. Die Jungfrau der Barmherzigkeit wird von jeher gläubigen Christen sowie Anhängern der Santeria-Religion aufgesucht. Diese beten die Jungfrau als Ochún, eine Flussgöttin, die für Fruchtbarkeit steht, an. Die Pilger äußern ihre Wünsche der Jungfrau gegenüber und sofern sich diese erfüllen, besuchen sie die Jungfrau noch einmal um ihren Dank auszudrücken.

Dies ist auch ein Grund, warum in vielen Vitrinen Gegenstände ausgestellt werden, welche der Jungfrau gewidmet wurden. Darunter befinden sich neben Krücken, Taufkleider, zahlreiche Goldmedaillen und Pokale berühmter Sportler und Sporttrikots. Die wertvollsten Gegenstände werden aber unter Verschluss gehalten. Dazu zählt die Nobelpreismedaille von Ernest Hemingway und eine goldene Partisanenfigur. Diese hat Fidel Castros Mutter aus Dankbarkeit, dass ihr Sohn unversehrt die Revolution überstanden hat, der Jungfrau übergeben.

Ausflugsziele rund um El Cobre

Von El Cobre aus sollten Sie es sich nicht entgehen lassen, die Großstadt Santiago de Cuba zu besuchen. Die Fußgängerzone überzeugt mit vielen Märkten, Geschäften und natürlich bunten Häusern, welche im Kolonialstil erbaut wurden. Der Nationalfriedhof der Stadt Cementerio de Santa Ifigenia, auf dem unter anderem Fidel Castro begraben wurde, ist zudem ein lohnenswertes Ausflugsziel. Ein Highlight der Stadt ist die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende Festung Castillo de San Pedro de la Roca, welches auf den Klippen am Eingang der Bucht Santiago de Cuba thront. Der Bau der Festung wurde im 17. Jahrhundert begonnen und nahm 42 Jahre in Anspruch. Die Festung wurde zum Schutz der Stadt vor Piratenangriffen errichtet, welche bis ins 18. Jahrhundert immer wieder stattfanden. Die Festung, welche zwischenzeitlich als Gefängnis genutzt wurde, besteht aus vier Ebenen. Sie wurde mittlerweile restauriert und in einigen Räumen befindet sich ein Museum, welches die Geschichte der Festung erzählt.

Ein weiteres Ausflugsziel befindet sich im Nationalpark Gran Piedra, welcher sich östlich von El Cobre befindet. In diesem gibt es einen 1225 meterhohen Monolithen, welcher zu den größten Monolithen der Welt zählt. Um auf diesen zu gelangen, müssen 452 Stufen erklommen werden. Als Lohn für die Mühen wartet oben ein herrlicher Ausblick über die Umgebung auf Sie.