Die weißrussische Hauptstadt Minsk: ein ungeschliffener Diamant

Blick auf Minsk
Blick auf Minsk, Bild: Grisha Bruev / shutterstock

Minsk als Urlaubsdestination ansprechen? Wer dergleichen äußert, sieht sich schnell einem anhaltenden Stirnrunzeln gegenüber. Denn in unseren Breiten zählt die Hauptstadt Weißrusslands nicht unbedingt zu den Top-Destinationen für eine Städtetrip. Dabei hat die Stadt viel zu bieten. Sie strotzt nicht nur vor erhabenen Bauten, sondern auch vor Kultur und einer guten Portion Postkommunismus.

Der Freiheitsplatz in der Oberstadt

Unabhängigkeitsplatz Minsk
Der Unabhängigkeitsplatz in Misk, Bild: Marianna Ianovska / shutterstock

Zentrum der Stadt ist zweifelsohne der Freiheitsplatz, der im Herzen von Minsk gelegen ist. Das historische Zentrum der Stadt wurde immer wieder durch Unglücke, wie Feuer, und Kriege zerstört. Aber in der Folge wurden viele der zerstörten Gebäude originalgetreu wieder aufgebaut und geben so noch heute einen Eindruck von der damaligen Schönheit und Pracht. Dazu zählt auch das Altstädter Rathaus, dessen erste Version im 16. Jahrhundert erbaut wurde.

Es wurde mehrfach Opfer von Bränden, aber immer wieder neu errichtet. Zar Nikolaus I. ließ es 1857 komplett abreißen. Kurz nach der Jahrtausendwende wurde es nach historischen Plänen neu aufgebaut. Gegenüber befindet sich die katholische Mariä-Namen-Kathedrale. Ursprünglich ein Barockbau, der 1710 als Jesuitenkirche errichtet, wurde die Kathedrale nach 1798 immer wieder umgestaltet. Innen ist sie nun im Stil des Rokoko gehalten.

Das Nationale Kunstmuseum der Republik Weißrussland

Dieses Museum ist das Größte in Weißrussland überhaupt, und umfasst eine Sammlung von mehr als 30.000 Kunstwerken. Das Haus, welches in zwei unterschiedlichen Gebäuden untergebracht ist, hat zwei große Abteilungen: Nationale Kunst und Internationale Kunst. Besucher können sich über die komplette weißrussische Kunstgeschichte informieren. Russische Künstler des 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert werden ebenso gezeigt wie westeuropäische Malerei des 16. bis 20. Jahrhundert. Hier liegt ein Schwerpunkt auf flämischer Landschaftsmalerei. Einzigartig ist die Orientalische Sammlung mit Kunstwerken aus dem 14. bis zum 20. Jahrhundert.

Der Gorki-Park

Gorki Park, Minsk
Gorki Park in Minsk, Bild: xlayserg / shutterstock

In den öffentlichen Stadtpark Gorki-Park gelangen Besucher durch ein mächtiges Eingangstor, das ein wenig an das Brandenburger Tor erinnert. Bereits im Jahr 1800 wurde der Park unter seinem damaligen Namen „Gouverneursgarten“ der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Umbenennung in Gorki-Park, nach dem russischen Dichter Maxim Gorki, erfolgte während der Sowjetzeit, in der viele öffentliche Parks in der ganzen Sowjetunion diesen Namen erhielten. Zentraler Punkt des Parks ist ein 54 Meter hohes Riesenrad, das in den parkeigenen Vergnügungspark integriert worden ist. Außerdem gibt es hier eine Eissporthalle, ein Planetarium und eine Sternwarte. Im Sommer ist der Park vor allem bei Familien sehr beliebt, denn dann können Kinder hier geführt und betreut reiten gehen.

Der Zentrale Botanische Garten

In der grünen Oase von Minsk, tummelt sich eher erwachsenes Publikum. In Minsk wimmelt es zwar geradezu vor Parks und Grünflächen, der Zentrale Botanische Garten jedoch ist wohl der Schönste grüne Anlaufpunkt unter ihnen. Highlight ist eine groß angelegte Ausstellung seltener und vom Aussterben bedrohter Arznei-, Aroma-, und Wasserpflanzenarten. Diese stammen nicht nur aus dem hiesigen Raum. Viele haben ihre eigentliche Heimat im Fernen Osten, in Sibirien, auf der Krim, im Kaukasus und in Mittelasien, in Ostasien und in Nordamerika. Die Orangerie ist zum einen ein Paradies für Zitruspflanzenliebhaber. Zum anderen lassen sich hier Tropen- und Subtropenpflanzenarten besichtigen. Rundherum gibt es zahlreiche Grünflächen, die zum Spaziergang einladen, und sogar einen kleinen See.

Die Nationalbibliothek von Weißrussland

Am 15. September 1922 gegründet, wurde die Nationalbibliothek von Weißrussland zunächst als Universitätsbibliothek genutzt. Die acht Millionen Medien wurden damals noch in einem anderen Gebäude gelagert. 1989 beschloss man einen Bibliotheksneubau, und dieser ist ein optisches Meisterwerk. Am 16. Juni 2006 wurde das 72 Meter hohe, und 23 Stockwerke umfassende, Gebäude seiner Bestimmung übergeben. Es trägt die Form eines riesigen Rhombenkuboktaeder. In dieser Form werden auch Diamanten geschliffen, weshalb das Gebäude auch als „Diamant des Wissens“ bezeichnet wird. Nachts wird die Bibliothek durch zahlreiche Lichtquellen bunt bestrahlt und wirkt so tatsächlich wie ein schimmernder Edelstein. Mit Sicherheit zählt sie zu den architektonisch interessantesten Gebäuden der Stadt.

Der Weißrussische Staatszirkus

Wie viele andere postsowjetische Gliedstaaten verfügt auch Weißrussland über ein fest installiertes Zirkusgebäude sowie einen Staatszirkus. Das runde Gebäude stammt aus dem Jahr 1959. Innen gibt es vier verschiedene Bodenbeläge, die durch einen Zirkus differenziert nutzbar sind. So gibt es einen Bereich für Eis- und einen für Lichtshows. Der Bereich, der mit Gummibelag ausgestattet ist, wird hauptsächlich für Tiershows benutzt. Dazu gibt es eine Fläche mit hochwertigem Parkett: hier finden Artistikvorführungen statt. Das Programm wird alle zwei Monate erneuert.

Das Weißrussische Nationalmuseum für Geschichte und Kultur

Dieses Museum ist äußert umfassend angelegt und verfügt über fünf verschiedene Abteilungen. Das Museum für Geschichte der Weißrussischen Filmkunst, das Museum des Ersten Parteitags der SDAPR, das Museum für die Geschichte der Theater- und Musikkultur von Weißrussland, das Museum für Natur und Ökologie und das Museum für Moderne Weißrussischen Staatlichkeit. Jeder Besucher kann eigene Schwerpunkte setzen, denn um alle Abteilungen zu durchwandern reicht ein Wochenende auf keinen Fall aus. Ausgestellt werden Kleidungsstücke, Uniformen, Münzen, Bücher, Waffen, archäologische Fundstücke, Porzellan, Uhren, Möbel und vieles mehr. Besonders lohnenswert ist die Abteilung für Ikonenmalerei.

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