Dhaka, ein etwas anderes Urlaubsziel

Dhaka Skyline
Blick auf die Skyline von Dhala, Bild: Social Media Hub / shutterstock

Dhaka lebt von Gegensätzen und ist so ganz anders, als die meisten Urlaubsziele die man kennt. Land und Leute, Kultur und Wetter, einfach alles ist anders, spannend und neu. Man muss es einfach selbst erlebt haben, um festzustellen, dass man wiederkommt.

Bangladesch, ein nicht alltägliches Urlaubsland

Bangladesch ist weit weniger bekannt als der große Nachbar. Dieser südostasiatische Staat grenzt ferner an den Golf von Bengalen, einem Teil des Indischen Ozeans, und besitzt somit rund 580 Kilometer Küste. Das Klima ist subtropisch, so dass den Besucher im Januar 25°C erwarten, während es im restlichen Jahr 30°C und wärmer ist.
Das Land ist etwa halb so groß wie unsere Bundesrepublik, allerdings leben dort doppelt so viele Menschen wie bei uns. Die Bevölkerung besteht zum Großteil aus Menschen muslimischen Glaubens, was sich auch in Kunst und Kultur widerspiegelt.

Bislang zählt Bangladesch zu den Ländern, die vom Massentourismus verschont geblieben sind. Das soll jedoch keineswegs heißen, dass sich eine Reise dorthin nicht lohnen würde. Neben zahlreichen kulturellen sowie historischen Sehenswürdigkeiten bietet Bangladesch viele beeindruckende Naturschauspiele. Besonders interessant ist die Tierwelt. Zu den für uns exotischsten zählen neben den Affen, Elefanten, Bären, Leoparden sowie dem Bengalischen Tiger verschiedene Amphibien und Reptilien. Hauptstadt Bangladeschs ist die Millionen-Stadt Dhaka.

Dhaka – eine lebhafte, kontrastreiche Millionenmetropole ohne Massentourismus

Lalbagh Fort, Dhaka
Festung des Roten Gartens (Lalbagh Fort), Bild: Social Media Hub / shutterstock

Dhaka liegt nur rund sechs Meter über dem Meeresspiegel. Das bedeutet, dass alljährlich zwischen Mai und September Teile der Stadt durch die Monsunstürme überflutet werden.
Der 18 Kilometer lange und 8 Meter tiefe Buriganga-Fluss teilt die Stadt. Allein hier bekommt man einen ersten Eindruck davon, dass alles anders ist als bei uns: Ein Gewusel und Gewimmel von Schaufelraddampfern, Ausflugsbooten und Fähren sowie kleinen Kähnen, auf denen Händler landestypische Früchte anbieten, aber auch leider jede Menge Abfall prägen das Bild. Außerdem zählen die unzähligen Rikschas, die sich als Menschen- und Warentransporter durch die überfüllten Straßen quälen, ebenso wie die interessanten Märkte zum traditionellen, bunten und lauten Treiben der Stadt.

Die vielen, oft prunkvollen Moscheen und Paläste aus dem 17. Jahrhundert, die in der Altstadt stehen, und der Jatiya Sangsad Bhaban, der moderne Gebäudekomplex des Nationalparlaments, ist eine weitere, kontrastreiche Seite Dhakas.

Als weltweites Handelszentrum für Textilien, Jute sowie weiteren wichtigen Waren verfügt Dhaka über einen Zugang zum Indischen Meer sowie mehrere Häfen. Dhaka ist eben eine durch und durch bunte und kontrastreiche Millionenmetropole, die man kennen- und lieben lernen muss.

Must-have-seen in Dhaka

Sicherlich setzt jeder seine individuellen Prioritäten, was er auf seiner Urlaubsreise sehen möchte, dennoch gibt es einige Dinge, die man sich keineswegs entgehen lassen sollte. Im Folgenden die „Must-have-Seen-Sehenswürdigkeiten“, die jeder Dhaka-Reisender auf seiner Liste stehen haben sollte:

Farbenpracht & Kontrastprogramm pur

Dem bunten Treiben auf Straßen und zu Wasser kann man sich nicht entziehen. Für uns Mitteleuropäer eine ganz spezielle Erfahrung, denn hier heißt es, Erleben mit allen Sinnen, da nicht nur die Augen, sondern auch die Ohren und die Nase gefordert werden. Ob man es mag oder nicht, man muss es einfach erleben!

Ein wahres Kontrastprogramm bietet die Architektur Dhakas. Neben neuzeitlichen Hochhäusern trifft man auf historische Gebäude aus der islamisch geprägten Mogulzeit, also aus den Jahren zwischen 1526 und 1858.

Eine eigene Welt innerhalb von Dhaka

Jatiyo Sriti Shoudho, Dhaka
Jatiyo Sriti Shoudho, Bild: Social Media Hub / shutterstock

Ein ganz außergewöhnliche Atmosphäre erlebt man auf den umtriebigen Basaren, Märkten und Geschäftsstraßen. Old Dhaka, die Altstadt, ist eine Stadt in der Stadt. Hier hat nahezu jedes Handwerk sein eigenes Viertel. So gibt es beispielsweise Süßwarenmanufaktur- oder auch Juwelier-Straßenzüge. Gemüsegroßhändler hingegen haben ihre Lager unten am Hafen. An der Hindu Street befindet sich ein gigantischer und beliebter historischer Markt, den man mindestens einmal erleben sollte. Hier trifft man auf für uns exotische Handwerke wie Grabsteinfabrikanten oder Trommelmacher. Und hier gibt es beinahe alles zu kaufen, was man braucht oder auch nicht benötigt.

Keineswegs sollte man sich in dieser Gegend selbst hinters Steuer wagen, denn diese Art von Verkehrsaufkommen ist mit nichts vergleichbar, was es bei uns gibt. Am besten lässt man sich in einer Rikscha oder einem Taxi chauffieren.

Besonders erwähnenswerte Quartiere

Südlich der Altstadt befindet sich das bereits erwähnte Hafenviertel, in dem es beinahe rund um die Uhr lebhaft zugeht. Hier ist auch die Schiffswerft und Hauptanlegestelle, die Sadarghat, zu finden. Egal ob vom Ahsan-Manzil-Palast aus oder direkt mittendrin, man sollte sich Zeit nehmen, dem lebhaften Treiben zuzuschauen.

British City oder auch „Europäisches Viertel“ nennt sich der Teil im Norden Dhakas. Hier trifft man auf den Banga Bhavan, den Präsidentenpalast, das Nationalmuseum und den Dhakeswari-Tempel sowie etliche Parkanlagen.

Sehr modern geht es nicht nur im Norden sondern auch im Osten der Stadt zu. Gulshan und Motijheel sind ein Diplomaten- beziehungsweise Geschäftsviertel. Besonders erwähnenswert sind hier das Parlamentsgebäude Ghana Bhavan sowie das Dhaka Exhibition Fair Building.

Museum & öffentliche Gebäude

Wer sich für Geschichte, folkloristische Kunst und Kultur des Landes interessiert, für den ist das National-Museum ein Muss. Architekturfreunde hingegen finden an vielen Orten interessante Gebäude. Der typische Mogul-Stil lässt sich sehr gut am offiziellen Residenzpalast des Präsidenten, dem Banga Bhavan, ausmachen. Das Jatiya Sangsad Bhaban, das Nationalparlament von Dhaka, hingegen ist ein sehr modernes Gebäude. Es gilt als eines der größten Parlamentsgebäude weltweit.

Architektonisch betrachtet, bietet die Universität in der College Road Außergewöhnliches. Einen beinahe märchenhaften Anblick gewährt hier die Curzon Hall. Renaissance-Stil findet man am Gerichtshof. Nachts kann man hier zudem im angrenzenden Park eine Art Open-Air-Markt erleben.

Interessante Gotteshäuser

Dhaka wird manchenorts auch „City of Mosques“ genannt, was nicht verwundert, da die große Mehrheit der Bewohner dem Islam angehört. Besonders hervorzuheben sind die Khan Mohammed Mirdhas Moschee, die über 25 Stufen erreichbar ist und aus dem Jahre 1706 stammt, sowie die moderne Baitul Mukarram Moschee im Stil der Heiligen Ka’aba zu Mekka. Die Sitara Moschee punktet mit aufwendigen, farbigen Glas-Mosaik-Dekorationen. Fast wie aus 1001-Nacht wirkt die weit außerhalb gelegene, 1680 erbaute Sat Gumbad Moschee. Bei einem Moschee-Besuch sollte man sich unbedingt den strengen Vorschriften anpassen. Leider sind nicht immer alle für Nicht-Muslime zugänglich.

Der berühmteste und vermutlich älteste Hindu-Tempel Dhakas, der Dhakeshwari-Tempel, ist der zehnarmigen Göttin Dhakeshwari, wahrscheinlich Namensgeberin der Stadt, gewidmet. Hier kann man die Heiligen Männer, die Sadhus, beim Meditieren und Rauchen von Ganja, dem Cannabis, beobachten.

Eine besondere, große Bronzestatue und eine Marmorstatue Buddhas lässt sich im größten buddhistischen Zentralzentrum Bangladeschs, im Dharmarajikha Buddhist Monastery, bestaunen.

Festung & Palast

Mit dem Bau des Lalbagh Forts wurde 1677 begonnen, fertiggestellt wurde es jedoch bislang nicht. Von hier hat man einen fantastischen Blick auf Dhaka. Diese beeindruckende Festung weist drei Eingangstore auf und ist umgeben von einer mehr als 1,30 Meter dicken Mauer. Sie beherbergt eine große Besucher-oder auch Konferenzhalle, die Quilla-Moschee, das Mausoleum von Pari Bibi, ein Wasserreservoir sowie ein kleines Museum.

Der rosafarbene Ahsan Manzil ist sowohl von außen als auch im Inneren sehenswert. Dieser neoklassizistische Prachtbau war einst die Residenz des historischen Herrschers, des Nawabs von Dhaka. Heute beherbergt er ein Museum, welches über das frühere Leben der Nawab-Familien erzählt. Ferner kann man von hier aus einen atemberaubenden Blick über den Fluss Buriganga sowie den Hafen Sadarghat genießen.

Parks & Tierparks

Dhaka, örtliches Leben
Das örtliche Leben in Dhaka, Bild: Jono Photography / shutterstock

Die Baldha Gardens bieten rund 1.500 Pflanzen von 672 Arten aus 50 verschiedenen Ländern eine Heimat. Besonderer Augenschmaus ist die ägyptische Papyrus-Pflanze.
Rund 16 Kilometer vom Zentrum entfernt liegt der Mirpur Zoo. Er beherbergt etwa 100 Tierarten. Das wohl bekannteste Tier ist der bengalische Tiger, der im Süden Bangladeschs lebt. Gleich weit entfernt befindet sich der Botanische Garten. Hier sind auf 40 Hektar Ruhe und Erholung angesagt. Nahezu 100 Arten einheimischer wie auch ausländischer Pflanzen sowie verschiedene Vogelarten helfen beim Abschalten.

Was kann man sonst noch tun?

Wer shoppen möchte, findet nahe des Karwan Bazars das gigantische Einkaufzentrum „Bashundhara City“ mit etwa 2.500 Geschäften.

Für Entspannungssuchende stehen der Ramna Park oder der Dhanmondi See zur Verfügung. Flanieren, Schauen und Genießen sind hier angesagt. Selbstverständlich kann man mit einem der Ausflugsschiffe oder Boote eine Hafenrundfahrt unternehmen.

Die gute Infrastruktur des Landes erlaubt es ebenso, sich ein wenig außerhalb der Stadt zu amüsieren. Wie wäre es mit einem Ausflug in den Rajendrapur-Nationalpark in rund 50 Kilometern Entfernung.

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