Cornwall – von wegen angestaubt!

Bedruthan Steps Cornwall

Cornwall, die Grafschaft im äußerten Südwesten von Großbritanniens, ist auf der einen Seite bekannt für seine Vergangenheit als Schmugglerparadies, als Lieferant von Zinn, Porzellanerde (Kaolin) und als Filmdrehort für Rosamunde Pilcher Filme oder die Serie Poldark.

Auf der anderen Seite ist Cornwall aber auch bekannt für seine atemberaubende Landschaft, mit traumhaften Stränden, türkisblauem Wasser, idyllischen Fischerorten und meterhohen Steilklippen, an denen sich die Atlantikwellen brechen. Kurz gesagt, ein wunderschöner Urlaubsort, der sowohl für den Naturliebhaber mit oder ohne Hund, Künstler, Strandliebhaber oder Sportler alles bietet.

Von der Artus-Sage zum Sternekoch – der Nordwesten Cornwalls

Cornwall
Bild: ian woolcock / shutterstock

Diesen Spagat zwischen Moderne und Geschichte schafft wohl kein Land besser als Großbritannien. In Cornwall spürt man diesen Mix, positiv gemeint, mit voller Wucht.

Der Nordwesten Cornwalls ist gesäumt mit einer rauen und schroffen Küstenlinie, an der sich viele kleine historische Fischerdörfer befinden. Ob Boscastle oder Port Isaac, hier spürt man sofort die lange Tradition der Fischerei.

Zwischen diesen beiden Orten befindet sich der geschichtliche Ursprung der Artus-Sage – Tintagle Castle mit der vermeidlichen Geburtsstätte von König Artus, der von Merlin dem großen Magier großgezogen wurde. Hoch über dem Atlantik erstreckt sich die Ruine des Tintagle Castle über zwei Landzungen, die mit einer neuen spektakulären Hängebrücke verbunden sind.

Einige Kilometer weiter südlich ist ein Magier der Neuzeit zuhause. Rick Stein, der berühmte britische Sternekoch, hat sich in Padstow gleich mit mehreren Spitzenrestaurants niedergelassen und zeigt dort, dass die britische Küche deutlich besser ist als sein Ruf.

Surfen, Strand und Kunst

Fährt man weiter südlich, findet sich in Newquay (New-Key gesprochen) einer der Surferhotspots in Europa. Die langgestreckten Wellen und rauen Klippen bieten perfekte Bedingungen für alle Wassersportler und am Fistral Beach sowie der Watergate Bay finden jährlich international hochbesetzte Surferevents statt.

Als Mutterland des Golfs, finden sich dort natürlich auch zahlreiche Golfplätze mit teilweise spektakulären Blick auf die Küste und das Meer.

St. Agnes
St. Agnes, Bild: Anna Moskvina / shutterstock

Die St. Agnes Heritage Cove lädt mit der gleichnamigen Stadt St. Agnes zu einem entspannten Ausflug ein. Trevaunance Cove ist ein absolutes Highlight.

Von dort geht es nach St. Ives, das durch das Kunstmuseum Tate bekannt ist. Mit wunderschönen und langgezogenen Strände bietet St. Ives ein Feeling das mehr an die Karibik als an England erinnert .Für Kunstliebhaber biete das Tate und zahlreiche Gallerien ausreichend Stoff zum verweilen, während sich die Strandliebhaber gechillt unter Palmen am Strand ausruhen und leckeres Cornish Ice Cream essen.

Der Süden – das Ende Großbritanniens

Lands`End, Bild: Paolo Trovo / shutterstock

Der Süden wartet gleich mit zwei Endpunkten Großbritanniens auf. Nämlich Land’s End, der südwestlichste Punktund Lizard Point der südlichste Punkt Großbritanniens. Beide Sehenswürdigkeiten sollten auf keiner Reise fehlen, bieten sie doch völlig unterschiedliche Landschaften.

Der Südwesten ist durch die lange Historie als Zinnabbaugebiet gezeichnet. Alte Ruinen und Schornsteine säumen die Küste der Penwith Heritage Coast und versetzen einen in eine Fantasy-Welt.Wer sich künstlerisch unterhalten lassen möchte, sollte einen Besuch im Minack Theater einplanen. Das in die Felsenküste gehauene Amphitheater überzeugt mit einem abwechslungsreichen Theaterprogramm und unbeschreiblicher Aussicht.

Dazu befindet sich mit dem St. Michael’s Mount, einem Schloss auf einer Insel die während der Ebbe über einen mit Pflastersteinen verlegten Weg erreichbar ist, eines der bekanntesten Wahrzeichens von Cornwall. Süße Fischerdörfer wie Porthleven, Mousehole oder Marazion laden zum Verweilen ein. Auf der Lizard Peninsula sollte man auf jeden Fall Mullion Cove, Kynance Cove, Lizard Point und Cadgwith auf seinem Reiseplan stehen haben.

Für Gartenliebhaber darf ein Besuch im Eden Project nicht fehlen. Hier hat der englische Archäologe und Gartenliebhaber Tim Smit einen botanischen Garten geschaffen, der Seinesgleichen in Europa sucht. In zwei großen geodätischen Kuppeln hat er Gewächshäuser geschaffen, die Pflanzen aus unterschiedlichen Klimazonen abbilden. Zum Eden Project gehört auch der einige Kilometer entfernt gelegene The Lost Gardens of Heligans. Auf über 400 Hektar findet sich auf der großzügigen Anlage für jeden Geschmack das richtige Angebot.

Der Südosten – der versteckte Diamant

Cornwall Küste
Cornwall bietet traumhafte Strände und Küsten, Bild: Albert Pego / shutterstock

Der Südosten Cornwalls wird landläufig als der versteckte Diamant bezeichnet. Die Küstenlinie ist auf dem ersten Blick nicht so spektakulär wie die Nord- oder Südwestküste, aber mit ihren zahlreichen Stränden, Buchten und Flussmündungen überzeugt sie auf ganzer Linie.

Wer etwas Zeit eingeplant hat, dem empfehlen wir eine Wanderung entlang des Coastal Paths zum St. Anthony Head. Der Blick auf die Bucht von Falmouth, beschützt von den alten Befestigungsanlagen, ist zauberhaft.

St. Mawes, Mevagissey oder Falmouth sind interessante Stopps auf diesem Abschnitt. Liebhaber von historischen Schiffen halten in Charlestown und kommen dort voll auf ihre Kosten. Fowey, eine Bilderbuchstadt, Looe und Polperro sind ebenfalls sehr empfehlenswerte Städte auf dieser Route. Wer noch weiter Richtung Osten fährt, kommt langsam an die östliche Grenze Cornwalls, bevor sie bei Plymouth Richtung der Grafschaft Devon überschritten wird. Kurz vorher lohnt sich aber noch ein Abstecher zur Rame Head Heritage Coast und bis zum Mount Edgcumbe House und Country Park mit einem wunderschönen Blick auf die Bucht von Plymouth.

Wo schlafen in Cornwall?

Da Cornwall nicht nur bei den Briten als Urlaubsort beliebt ist, gibt es zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten in Cornwall. Von Ferienhäusern und -wohnungen, über Glamping und Camping Angeboten bis zum Bed & Breakfast gibt es für jeden Wunsch und jedes Budget die passenden Unterkunft. Während der Hauptsaison, die von Ende Juni bis Ende August geht, solltet ihr aber unbedingt vorab reserviert haben.

Cornwall ist immer eine Reise Wert

Die beste Reisezeit für Cornwall ist für mich der Mai bis Mitte Juni oder Mitte September bis Anfang Oktober. So umgeht man die Hauptreisezeit, kann günstige Übernachtungsangebote finden und die Ruhe Cornwalls in vollen Zügen genießen.

Der Gastbeitrag wurde von Nick vom Reiseblog “Cornwall & Meer” ( https://cornwall-meer.de ) geschrieben. Nick fährt seit 10 Jahren regelmäßig nach Cornwall und mietet sich dort gerne Ferienhäuser. Über seine Erfahrungen schreibt er auf seinem Reiseblog und teilt so seine Tipps & Tricks für Cornwall mit seinen Lesern.

5/5 (1 Review)
Voriger ArtikelNächster Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Top