Reykjavík ist klein, kreativ und ein idealer Ausgangspunkt für eine Reise durch Island. Die Hauptstadt verbindet moderne Architektur, farbenfrohe Häuser und eine lebendige Kulturszene mit einer außergewöhnlichen Lage zwischen Atlantik und vulkanisch geprägter Landschaft. Viele der wichtigsten Sehenswürdigkeiten lassen sich bequem zu Fuß erreichen.
Wer einige Tage in Reykjavík verbringt, kann Stadtbesichtigung und Naturerlebnisse hervorragend miteinander verbinden. Hallgrímskirkja, Harpa und der alte Hafen gehören ebenso zu einem Aufenthalt wie Ausflüge zum Golden Circle, auf die Halbinsel Reykjanes oder – mit entsprechend mehr Fahrzeit – zu Wasserfällen und Gletschern im Süden und Westen Islands.
Reykjavík – Islands Hauptstadt am Atlantik
Reykjavík liegt an der Faxaflói-Bucht im Südwesten Islands und ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes. Für eine Hauptstadt wirkt die Stadt angenehm überschaubar. Das Zentrum lässt sich gut zu Fuß erkunden, und zwischen den Sehenswürdigkeiten liegen zahlreiche Cafés, Restaurants, kleine Geschäfte und Galerien.
Charakteristisch sind die bunten Häuser, moderne Gebäude und immer wieder freie Blicke auf das Meer und die umliegenden Berge. Gerade diese Mischung macht Reykjavík zu einem interessanten Ziel für einen kurzen Städtetrip und zugleich zu einem guten Ausgangspunkt für eine längere Islandreise.
Hallgrímskirkja – das Wahrzeichen von Reykjavík

Die Hallgrímskirkja gehört zu den bekanntesten Bauwerken Islands. Mit ihrem markanten Turm ist sie schon aus großer Entfernung zu erkennen. Die Architektur der Kirche erinnert an die Basaltformationen, die vielerorts die vulkanische Landschaft Islands prägen.
Besonders beliebt ist der Kirchturm. Von der Aussichtsplattform bietet sich ein weiter Blick über die Dächer Reykjavíks, den Hafen, die Bucht und bei guter Sicht bis zu den Bergen der Umgebung.
Vor der Kirche steht ein Denkmal für Leif Eriksson. Der nordische Seefahrer erreichte Nordamerika vermutlich mehrere Jahrhunderte vor Christoph Kolumbus.
Harpa und der alte Hafen

Direkt am Wasser steht mit der Harpa eines der auffälligsten modernen Gebäude Reykjavíks. Die Glasfassade verändert je nach Wetter und Lichteinfall ihr Erscheinungsbild und ist inzwischen selbst zu einer der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt geworden.
Harpa dient als Konzert- und Veranstaltungszentrum und ist unter anderem Spielstätte des Iceland Symphony Orchestra. Auch ohne Konzertbesuch lohnt sich ein Blick in das Gebäude.
Nur wenige Gehminuten entfernt liegt der alte Hafen. Von hier starten unter anderem Walbeobachtungstouren und Bootsausflüge. In den ehemaligen Hafen- und Lagergebäuden befinden sich heute Restaurants, Cafés und kleinere Museen.
Laugavegur und Skólavörðustígur

Laugavegur ist eine der bekanntesten Straßen Reykjavíks. Hier liegen Geschäfte, Cafés, Bars und Restaurants dicht beieinander. Gemeinsam mit der Skólavörðustígur bildet sie eines der lebendigsten Viertel der Innenstadt.
Tagsüber lohnt sich ein Bummel durch kleine Designläden und Geschäfte mit isländischer Mode und Kunsthandwerk. Am Abend verlagert sich das Leben zunehmend in die Restaurants, Pubs und Bars der Innenstadt.
Street-Art und farbenfrohe Fassaden sorgen dafür, dass sich auch abseits der klassischen Sehenswürdigkeiten immer wieder interessante Fotomotive finden.
Sólfar – die Sonnenfahrt
An der Uferpromenade steht mit der Skulptur Sólfar, häufig als Sun Voyager bezeichnet, eines der beliebtesten Fotomotive Reykjavíks. Die stählerne Skulptur erinnert auf den ersten Blick an ein Wikingerschiff, ist jedoch als Symbol für Hoffnung, Freiheit und die Reise in unbekannte Welten gedacht.
Besonders bei tief stehender Sonne bietet sich von hier ein schöner Blick über das Wasser auf die gegenüberliegenden Berge.
Perlan – Island unter einem Dach
Etwas außerhalb des unmittelbaren Stadtzentrums liegt Perlan auf dem bewaldeten Hügel Öskjuhlíð. Das Gebäude mit seiner markanten Glaskuppel beherbergt eine interaktive Ausstellung über Islands Natur.
Thematisiert werden unter anderem Vulkane, Gletscher und die geologische Entstehung der Insel. Eine Aussichtsplattform ermöglicht außerdem einen weiten Blick über Reykjavík und die Umgebung.
Museen in Reykjavík
Trotz ihrer überschaubaren Größe besitzt Islands Hauptstadt eine bemerkenswerte Museumslandschaft. Das Nationalmuseum von Island vermittelt einen guten Überblick über die Geschichte des Landes von der Besiedlung bis zur Gegenwart.
Kunstinteressierte finden mehrere Standorte des Reykjavík Art Museum. Wer sich besonders für die frühe Besiedlung Islands interessiert, kann die Settlement Exhibition besuchen, in deren Mittelpunkt archäologische Funde aus der Wikingerzeit stehen.
Auch das maritime Erbe spielt in Reykjavík eine wichtige Rolle. Schließlich waren Fischerei und Seefahrt über Jahrhunderte entscheidend für die Entwicklung der Stadt.
Nordlichter in Reykjavík

Von Herbst bis ins Frühjahr besteht bei dunklem Himmel die Chance, die Aurora Borealis zu beobachten. Entscheidend sind neben der Sonnenaktivität vor allem ein möglichst klarer Himmel und wenig störendes Licht.
Manchmal sind Nordlichter sogar innerhalb Reykjavíks sichtbar. Bessere Bedingungen bieten jedoch dunklere Plätze außerhalb des Zentrums. Deshalb starten in den Abendstunden zahlreiche geführte Nordlichttouren von Reykjavík aus.
Eine Garantie gibt es nicht: Bewölkung oder geringe Sonnenaktivität können dazu führen, dass die Aurora trotz einer gebuchten Tour nicht sichtbar ist.
Ausflüge von Reykjavík
Reykjavík ist für viele Reisende der Ausgangspunkt zu einigen der bekanntesten Landschaften Islands. Besonders populär ist der Golden Circle.
Die klassische Route verbindet den Þingvellir-Nationalpark mit dem Geothermalgebiet rund um Geysir und dem mächtigen Wasserfall Gullfoss. Die Tour lässt sich mit einem Mietwagen oder im Rahmen zahlreicher organisierter Tagesausflüge unternehmen.
Weitere Ziele sind die Halbinsel Reykjanes, die Westküste sowie verschiedene Thermalbäder und heiße Quellen.
Wer mehr Zeit mitbringt, kann von Reykjavík aus auch längere Touren zu Gletschern, Wasserfällen, schwarzen Stränden und weiteren Naturattraktionen unternehmen.
Die Blaue Lagune bei Reykjavík

Die Blaue Lagune – Bláa Lónið – liegt auf der Halbinsel Reykjanes zwischen Reykjavík und dem internationalen Flughafen Keflavík. Das bekannte Geothermalbad ist vor allem für sein milchig-blaues Wasser und die dunkle Lavalandschaft bekannt.
Anders als häufig angenommen handelt es sich nicht um eine natürliche heiße Quelle. Das mineralreiche Wasser stammt aus dem benachbarten Geothermalkraftwerk und wird für den Badebetrieb genutzt.
Da die Blaue Lagune zu den bekanntesten Attraktionen Islands gehört, empfiehlt sich eine frühzeitige Reservierung. Wegen der vulkanischen Aktivität auf der Reykjanes-Halbinsel sollten Besucher außerdem vor der Anreise die aktuellen Hinweise des Betreibers und der isländischen Behörden beachten.
Whale Watching ab Reykjavík
Vom alten Hafen aus starten regelmäßig Walbeobachtungstouren in die Faxaflói-Bucht. Je nach Jahreszeit und Bedingungen können verschiedene Walarten, Delfine und Seevögel beobachtet werden.
Auch hier gilt: Wildtiere lassen sich nicht planen. Sichtungen können daher niemals garantiert werden. Gerade das macht eine solche Tour jedoch zu einem echten Naturerlebnis.
Essen und Trinken in Reykjavík
Reykjavíks Gastronomie ist wesentlich vielfältiger, als man bei einer vergleichsweise kleinen Hauptstadt erwarten könnte. Fisch und Meeresfrüchte spielen traditionell eine wichtige Rolle, daneben gibt es moderne nordische Küche und zahlreiche internationale Restaurants.
Typisch isländische Lebensmittel sind unter anderem Skyr, Lamm und verschiedene Fischgerichte. Auch der berühmte fermentierte Hai Hákarl kann probiert werden, ist im Alltag allerdings keineswegs das typische Essen der meisten Isländer.
Sehr beliebt und deutlich unkomplizierter ist der isländische Hotdog – ein günstiger Klassiker für den kleinen Hunger.
Reykjavík am Abend
Das Nachtleben konzentriert sich vor allem auf das Zentrum rund um Laugavegur und die angrenzenden Straßen. Dort liegen zahlreiche Bars, Pubs und kleinere Clubs.
Darüber hinaus besitzt Reykjavík trotz seiner geringen Einwohnerzahl eine lebendige Musik- und Kulturszene. Veranstaltungen und Festivals finden über das gesamte Jahr verteilt statt. Zu den international bekannten Veranstaltungen gehört beispielsweise das Musikfestival Iceland Airwaves.
Beste Reisezeit für Reykjavík
Reykjavík kann ganzjährig besucht werden. Welche Reisezeit am besten geeignet ist, hängt vor allem davon ab, was man erleben möchte.
Im Sommer sind die Tage ausgesprochen lang. Rund um die Sommersonnenwende wird es nachts kaum vollständig dunkel. Diese Monate eignen sich besonders für Stadtbesichtigungen, Rundreisen und längere Ausflüge.
Im Winter sind die Tage dagegen kurz. Dafür steigt die Chance, bei geeigneten Bedingungen Nordlichter zu sehen. Schnee, Wind und rasche Wetterwechsel können Reisepläne allerdings beeinflussen.
Grundsätzlich sollte man auf Island zu jeder Jahreszeit mit wechselhaftem Wetter rechnen. Wind- und wasserdichte Kleidung gehört daher ins Reisegepäck.
Anreise nach Reykjavík
Internationale Flüge landen überwiegend am Keflavík International Airport (KEF), rund 50 Kilometer von Reykjavík entfernt. Zwischen Flughafen und Hauptstadt verkehren regelmäßig Busse. Außerdem stehen Mietwagen, Taxis und private Transfers zur Verfügung.
Reykjavík selbst besitzt ebenfalls einen Flughafen. Dieser wird hauptsächlich für Inlandsflüge und einige regionale Verbindungen genutzt.
Eine Eisenbahn gibt es auf Island nicht. Innerhalb Reykjavíks stehen öffentliche Busse zur Verfügung, während sich das kompakte Zentrum hervorragend zu Fuß erkunden lässt.
Praktische Informationen für Reykjavík
- Land: Island
- Währung: Isländische Krone (ISK)
- Sprache: Isländisch; Englisch ist sehr weit verbreitet
- Notruf: 112
- Strom: 230 Volt, Steckertyp C und F – deutsche Stecker passen
- Zahlungsmittel: Kartenzahlung ist nahezu überall üblich
- Trinkgeld: Wird nicht grundsätzlich erwartet; guter Service kann freiwillig honoriert werden
Wie viele Tage sollte man für Reykjavík einplanen?
Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Innenstadt reichen ein bis zwei Tage. Wer zusätzlich Museen besuchen, die Stadt in Ruhe kennenlernen und einen Tagesausflug unternehmen möchte, sollte etwa drei bis vier Tage einplanen.
Für eine komplette Islandreise ist Reykjavík dagegen meist nur der Anfang. Viele Reisende verbinden einige Tage in der Hauptstadt mit einer Rundreise oder weiteren Übernachtungsorten auf der Insel.
FAQ zu Reykjavík
Kann man Reykjavík zu Fuß erkunden?
Ja. Die meisten Sehenswürdigkeiten im Zentrum liegen relativ nah beieinander. Hallgrímskirkja, Laugavegur, Harpa, Hafen und Sólfar lassen sich gut miteinander verbinden.
Wann kann man in Reykjavík Nordlichter sehen?
Nordlichter benötigen einen dunklen und möglichst wolkenfreien Himmel. Deshalb liegt die geeignete Jahreszeit vor allem zwischen Herbst und Frühjahr. Ob die Aurora tatsächlich sichtbar ist, hängt jedoch von Wetter und Sonnenaktivität ab.
Liegt die Blaue Lagune direkt in Reykjavík?
Nein. Die Blaue Lagune befindet sich auf der Reykjanes-Halbinsel außerhalb Reykjavíks und liegt verkehrsgünstig zwischen Hauptstadt und Flughafen Keflavík.
Braucht man in Reykjavík einen Mietwagen?
Für eine reine Städtereise nicht. Das Zentrum lässt sich gut zu Fuß erkunden. Ein Mietwagen ist vor allem sinnvoll, wenn Reykjavík Ausgangspunkt für eine individuelle Island-Rundreise sein soll.
Ist Reykjavík teuer?
Island besitzt generell ein vergleichsweise hohes Preisniveau. Besonders Restaurantbesuche, Alkohol und bestimmte touristische Angebote können deutlich teurer sein als in Deutschland. Supermärkte, Selbstversorgung und kostenlose Sehenswürdigkeiten helfen dabei, das Reisebudget zu reduzieren.





















