Ungarn, Budapest, Parlament
Das ungarische Parlament in Budapest, Bild: Luciano Mortula - LGM / shutterstock

Ungarn – wo in Transdanubien die Reben reifen

Die Sonne des Sommers hat die alten Gemäuer des Dorfes warm gebacken. Es ist die Region, wo sich Schwalben sehr wohl fühlen und wo die Bienen um die Feigenbäume summen. Fruchtbar ist hier, im Süden Ungarns, der Boden, und er lässt einen guten Wein gedeihen. Die Rede ist von Transdanubien, einer der romantischsten Landstriche Ungarns. Dort, wo Donauschwaben, Rumänen, Serben und Kroaten einst dem Ruf der Kaiserin Maria Theresia folgten und sich bei den Magyaren ansiedelten. Mit einer Engelsgeduld und einer großen Beharrlichkeit urbanisierten sie dieses Land, an dem zwischenzeitlich auch die osmanische Sultan Süleiman der Prächtige Gefallen fand. Begraben wurde er dann im Ort Szigetvar, nachdem seine Truppen eine wichtige Schlacht verloren hatten. Ungarn erfreut sich vieler Gesichter und eine Reise dorthin ist eine Reise zu Natur, Genuss und Kultur.

In der ungarischen Hauptstadt Budapest bekommen die Ketten der historischen Hängebrücke über der Donau bei Dunkelheit einen goldenen Anstrich. Sie leuchten als Symbol für die wiedergewonnene Freiheit. In Sichtweite der Brücke erhebt sich das Parlament – hundert Meter hoch und zweihundertfünfzig Meter lang. Manche Ungarn meinen, dieses trutzige Gebäude sei auch so etwas wie ein Symbol. Das für den Größenwahn einer Epoche. Auch der gigantische Heldengedenkplatz in Budapest hat etwas Symbolisches, denn dort werden Könige und Fürsten auf ihren Steinsockeln illuminiert. Ihnen allen war es nicht vergönnt, zu verhindern, dass dieses Land unter die Knute fremder Mächte geriet.

Ungarn – das ist nicht mehr Marx und Engels. Und es ist auch nicht mehr die Heimat der liebreizenden „Piroschka“ aus dem Film mit Liselotte Pulver. Ungarn ist lebendige Gegenwart, gesegnet mit weiten Steppen und einer nahezu melancholischen Landschaft. Man kann hier als Urlauber sogar hinter Schloss und Riegel wohnen. In Burgen und Gutshäusern, die zu Nobel-Hotels umgestaltet wurden. Natürlich mit einem Park drum herum und dies alles zu Preisen, von denen Urlauber in vielen anderen Ländern nur träumen können. Zu den elegantesten Hotel-Adressen in diesem Land wird das „Palota“ geführt – gelegen inmitten des Bükki-Nemzeti-Nationalparks. Wo ehemals verdiente Arbeiter des Volkes und Gewerkschafts-Funktionäre verwöhnt wurden, rauscht noch immer neben der alten Pracht ein Wasserfall in den Hámori-See.

Lieblich ist das hügelige Land zwischen Donau und Drau, wo bereits die Kelten und Römer Reben pflanzten und Trauben kelterten. Das mediterrane Klima der Region im Südwesten Ungarns erfreut nicht nur die zahlreichen Urlauber, die hier die schönsten Tage ihres Jahres verbringen, sondern auch die Weinbauern. In der kleinen Stadt Szekszárd wirkte einst der Komponist Franz Liszt, an den heute eine Musikschule erinnert. Spuren der Habsburger Zeit finden sich in dem Komitatshaus, das auf den Ruinen einer alten Abtei der Benediktiner entstand und in der schönen Kirche.

Ein wunderschöner Blick auf Budapest, Bild: ZGPhotography / shutterstock

Das Eldorado für Naturfreunde ist das Naturreservat Gemencer Wald, das sich im Überflutungsgebiet der Donau befindet und wo sich einer der schönsten Auwälder Europas entwickelt hat. Es ist eine Gegend, die sich gut erwandern lässt und die man auch beim Radfahren genießen kann. In den Wäldern leben Wildschweine und Hirsche, und über allem kreisen Seeadler und Schwarzstörche.

Vermutlich allen Ungarn ist Mohácz ein Begriff, denn dieser Name ist gleichbedeutend mit der Erinnerung an eine historische Niederlage der Magyaren gegen die Osmanen. Allerdings passierte dies alles schon im Jahre 1526. Immerhin erinnert in Mohácz ein Park an die Schlacht, die den Einflussbereich der Habsburger stärkte und zur osmanischen Eroberung weiter Teile Ungarns und Kroatiens führte. Spuren des multikulturellen Erbes dieses Landes finden sich auch in der Mundart vieler Einwohner. So in Nagynyárád, wo man nicht nur alte Bräuche und altes Handwerk pflegt sondern auch einen Dialekt, der altertümlich süddeutsch klingt und mit ungarischen Fetzen durchwebt ist. Ungarn – das ist auch der Hauch der Geschichte und eine Prise Traum vom Gestern.

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Reiseinformationen Ungarn

Hauptstadt Budapest
Staatsform parlamentarische Republik
Rparlamentarisches System
Währung Forint (HUF)
Fläche ca. 93.036 km²
Bevölkerung ca. 9.830.485 (2016)
Sprachen Ungarisch
Stromnetz 230 Volt, 50 Hz
Telefonvorwahl +36
Zeitzone UTC+1 MEZ
UTC+2 MESZ (März bis Oktober)

Trockenes Kontinentalklima