Teneriffa – Wandern und Entspannen im ruhigen Südwesten

Teneriffa Südwesten

Ein ganzjährig angenehmes und mildes Klima führt dazu, dass Teneriffa sich als eines der beliebtesten Urlaubsziele deutscher Touristen etabliert hat. Die größte Insel der Kanaren bietet Urlaubern jedoch viel mehr als nur das Faulenzen im Hotel. Teneriffa hat so viel zu bieten, dass ein Mietwagen zur Erkundung der Insel zu empfehlen ist. Aber auch Reisende ohne Führerschein können dank eines gut ausgebauten öffentlichen Verkehrsnetzes spannende und wundervolle Orte abseits des Massentourismus entdecken.

Jemand der sich mit der kanarischen Insel ganz besonders gut auskennt ist C. Jörg Metzner. Der Kölner Autor verbringt mehrere Wochen im Jahr auf Teneriffa und begibt sich bei jedem Besuch auf die Suche nach neuen Wanderwegen, interessanten Freizeitangeboten und Restaurants.

Teneriffa, Teide
Blick auf den Teide, Bild: Mikadun / shutterstock

Seine Erfahrungen und Tipps hat er im Reise- und Wanderführer „Teneriffa – Playa San Juan und der Südwesten“ niedergeschrieben. Wir freuen uns, dass Herr Metzner sich Zeit für ein kurzes Interview genommen hat.

Bei keinem meiner bisherigen Urlaube habe ich mehr Kilometer verfahren als auf Teneriffa. Was macht den besonderen Reiz dieser Insel aus?
Der Reiz besteht zum einen in der Dreidimensionalität der Insel und zum anderen in der Vielzahl unterschiedlicher Attraktionen, die allerdings über diese große Insel verteilt sind. Daher die Kilometer.

Auf Teneriffa können Sie je nach Jahreszeit morgens Schlitten fahren im Schnee und nachmittags im Meer baden.

Reiseführer Teneriffa – Playa San Juan un der Südwesten
Reiseführer Teneriffa – Playa San Juan un der Südwesten von Jörg Metzner

In Ihrem Reiseführer beschäftigen Sie sich insbesondere mit Playa San Juan und dem Südwesten Teneriffas. Welche Unterkunft bevorzugen Sie bei Ihren Aufenthalten? Klassisch im Hotel oder doch lieber als Selbstversorger in der Ferienwohnung?

Ich selbst bevorzuge die Ferienwohnung, weil ich als Selbstversorger flexibler bin. Andererseits ist dort mehr Eigeninitiative gefragt. Ferienwohnungen werden im Sommer seltener als Domizil gewählt, weil im Sommer eher Familien mit Kindern Urlaub machen. Dann sind die Hotels gefragt, mit All Inclusive, Animation und betreuten Veranstaltungen. Ferienwohnungen werden eher über den Winter nachgefragt. Dann sind weniger die Familien mit Kindern, sondern die Best Ager unterwegs, also die Generation 50+, zumeist paarweise. Die gehen eher in eine Wohnung.

Als Teilzeit-Tinerfeño bekommen Sie die touristische Entwicklung auf Teneriffa hautnah mit. Wie hat sich hier der Tourismus in den letzten zehn Jahren entwickelt?

Auf Teneriffa hat man sich seitens der Behörden Massenentwicklungen wie z.B. auf Mallorca etwas schützen können, indem nur noch Hotels mit mind. 4 Sternen gebaut werden dürfen und 3 Sterne Hotels aufrüsten müssen. Ein hoher Hotelstandard schützt im Vergleich mit anderen Urlaubsinseln offenbar vor unangenehm ausuferndem Massentourismus.

Tatsächlich bemerkt man zunehmenden Tourismus durch häufigere Staus, länger werdende Schlangen. Der Tourismus nimmt zu, aber ich habe dies noch zu keiner Jahreszeit als unangenehm empfunden. Teneriffa ist groß genug, um individuell auszuweichen.

Welche Reisezeit können Sie unseren Lesern besonders empfehlen?

Teneriffa
analogicus / Pixabay

Mein Favorit ist der Winter, weil dann der Klimaunterschied zwischen Heimat und Urlaubsland extrem ist. Andererseits sieht man im Winter nur wenige junge Leute und Familien. Interessant ist, dass selbst im Sommer das Klima auf Teneriffa angenehm und erträglich ist. Ich empfinde z.B. Südfrankreich im Sommer als heiß und teilweise schwül. Das Gefühl habe ich auf Teneriffa nicht. Im Sommer 2018 habe ich freiwillig den Urlaub um eine Woche verlängert, weil das Klima auf Teneriffa deutlich kreislauffreundlicher war, als in Deutschland.

Wer das erste Mal ein typisches Fischrestaurant auf Teneriffa besucht, könnte schnell überfordert sein von der großen Auswahl an der Theke sowie die Bestellung der gewünschten Speise aufgrund einer eventuellen Sprachbarriere. Welchen Fisch können Sie empfehlen und was sollte der Restaurantgast bei der Bestellung beachten.

Die richtigen Fischrestaurants in Hafennähe fangen den Fisch tagesfrisch. Da wird gegessen, was auf den Tisch kommt bzw. was gerade gefangen wurde. Die Kellner sind geschult, zeigen den Fang vorher und beraten gerne. In der Küche wird der Fisch fachmännisch zubereitet. Ich würde immer empfehlen, zusätzlich bei der Bestellung von Filets deutlich darauf hinzuweisen, dass der Fisch grätenfrei sein soll, auf Spanisch „sin espinas“, vielleicht von dem freundlichen Wort „por favor“ für „Bitte“ begleitet. Wenn er dann grätenfrei war, freut sich der Kellner auch über ein „gracias“ für „Danke“.

Welches ist Ihr persönlicher Geheimtipp auf Teneriffa? Was sollte man Ihrer Meinung nach unbedingt besuchen?

Ich bin hauptsächlich im Südwesten der Insel unterwegs, also dort wo die Sonne scheint. Wenn ein Geheimtipp ein Ort ist, der vergleichsweise wenig touristisch geprägt ist, dann empfehle ich einen Besuch in Playa San Juan an der Westküste. Dort gibt es kein einziges Hotel, aber einen schönen Strand, viele Restaurants und ein wenig Fischerdorf Atmosphäre.

Unbedingt besuchen sollte man den Teide mit den Cañadas. Hier bewegt man sich in einer äußerst fremden, unwirklichen Welt auf 2000 Metern. Ein Eindruck, den man unbedingt mit nach Hause nehmen sollte.

Herr Metzner, wir bedanken uns für das Gespräch.

Info:

Der Reiseführer „Teneriffa – Playa San Juan und der Südwesten“ kann unter der ISBN-Nummer 9781790936762 und als E-Book bei Amazon bestellt werden.

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