Saragossa: nordspanische Regionalhauptstadt mit bewegter Geschichte

Basílica del Pilar, Saragossa
Basílica del Pilar, Bild: Iakov Filimonov / shutterstock

Saragossa, eine der heute größten Städte Spaniens, blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Zunächst siedelten die Römer in der nordspanischen Stadt. Noch heute prägen römische Ruinen und eine aus dieser Zeit erhalten gebliebene Stadtmauer Saragossa. Den Römern folgten die Westgoten und zuletzt die Mauren. Sie alle hinterließen ebenfalls ihre Spuren. Heute ist Saragossa eine aufregende Mischung aus alt und neu. Denn seit 1860 hat sich die Einwohnerzahl verzehnfacht. Um allen Neusiedlern, die als Folge der Industrialisierung in die Stadt strömten, Platz bieten zu können, erfolgte ein regelrechter Bauboom, der dem Reiz der Stadt jedoch bis heute keinen Abbruch getan hat.

Die Plaza del Pilar als Mittelpunkt der Stadt

Plaza del Pilar, Saragossa
Plaza del Pilar, Bild: saiko3p / shutterstock

Der Hauptplatz der Stadt beeindruckt mit einer Größe von 18.000 Quadratmetern und schließt rechteckig gebaut ans Ufer des Flusses Ebro an. Um die riesige Freifläche herum, gruppieren sich die schönsten Bauwerke Saragossas. Mittig ist der Springbrunnen Fuente de la Hispanidad positioniert. Ansonsten prägen Bars und Restaurants, die zu jeder Tages- und Nachtzeit zur Einkehr einladen, das Antlitz des berühmten Stadtkerns.

Die Basilika Nuestra Señora del Pilar: ein barockes Highlight

Übersetzt heißt die römisch-katholische Basilika „Unserer Lieben Frau auf dem Pfeiler“. Sie schließt als erhabenstes Bauwerk der Stadt direkt an die Plaza del Pilar an, und erfreut sich ebenso einer idyllischen Flusslage. Bereits im Jahr 40 nach Christus erschien hier, einer Sage zu Folge, dem Apostel Jakobus dem Älteren die Jungfrau Maria: und zwar auf einem Pfeiler. Daher der heutige Name der Basilika. Bereits damals wurde an dieser Stelle, um den Pfeiler herum, eine Kapelle errichtet. Später baute man eine Kirche darüber bis schließlich ab 1681 die heutige Basilika oben auf gebaut wurde. Innen wie außen ist sie ein wahres Schmuckstück. Der Hauptaltar besteht aus Alabaster, die Fresken stammen von Francisco de Goya. Das Gotteshaus steht unter Denkmalschutz. Bei einer Besichtigung sollte man sich den Aufstieg auf den für Besucher geöffneten Nordwest-Turm nicht entgehen lassen. Denn oben angekommen entfaltet sich ein herrliches Panorama über ganz Saragossa. Auch die Kuppeln der Basilika lassen sich von dort aus bestens bestaunen.

Besuch beim berühmtesten Sohn der Stadt: die Colección Ibercaja im Museo Goya

Francisco de Goya wurde etwa 30 Kilometer von Saragossa entfernt geboren und gilt als berühmtester Sohn der Stadt. Als Maler erlangte er Weltruhm. Im Museo Goya, das in einem erhabenen Gebäude aus dem 16. Jahrhundert untergebracht ist, finden sich 60 seiner berühmtesten Kunstwerke.

Der Stadtpalast Aljafería: eine maurische Festung aus dem 11. Jahrhundert

Aljaferia, Saragossa
Der Stadtpalast Aljaferia, Bild: Leonid Andronov / shutterstock

Historisch umwölkt ist der Stadtpalast Aljafería, der auf der Weltkulturerbeliste der UNESCO zu finden ist. Der Palast wurde von seinen muslimischen Erbauern als eine Mischung aus Verteidigungsanlage und Erholungstempel errichtet. Äußerlich sieht er aus wie eine arabische Burg, mit viereckigem Grundriss und rechteckigem Minnesängerturm. Die weiteren Festungstürme sind rund. Das Gebäude, das heute als Regionalparlament der Region Aragonien, deren Hauptstadt Saragossa ist, genutzt wird, umgibt einen offenen Innenhof. Das Highlight ist der aufwändig gestaltete Wandelgang. Über die Entstehung des Stadtpalastes, und die Besonderheiten der maurischen Architektur, informiert ein Audio-Guide, der auch in deutscher Sprache gemietet werden kann.

Das Museum der Kolonie Caesaraugusta

Optisch sehr modern gehalten führt das Museum der Kolonie Caesaraugusta in die Römerzeit zurück. In das neu erbaute Museum integriert wurden die Reste des antiken Forum Romanum, das zu Zeiten des Kaisers Tiberius entstanden ist. Außerdem wurden hier Reste eines Marktes, diverse Rohrleitungen, eine Kloake und einige Mauern von Läden aus der Zeit von Kaiser Augustus ausgegraben. Sie entstammen sämtlich der Zeit, als Zaragoza, wie die Stadt früher hieß, gegründet wurde. Eine audiovisuelle Installation erzählt den Besuchern zudem von der Römerzeit in Spanien.

Die Brücke des Dritten Jahrtausends

Hier geht es nun sehr modern zu. Die Brücke des Dritten Jahrtausends wurde anlässlich der in Saragossa statt gefundenen Weltausstellung 2008 erbaut. Mit einer Spannweite von 216 Metern ist sie die größte Betonhängebrücke der Welt. Die Brücke bringt 24.000 Tonnen Gewicht auf die Waage und bietet neben sechs Fahrspuren für Autos auch jeweils zwei Radwege und Fußwege. Die Fußwege sind vollständig verglast und ermöglichen es Fußgängern auch beim schlimmsten Regenwetter trockenen Fußes über die Brücke zu kommen. Weiterhin sorgen die beiden Glastuben für ein besonders ästhetisches Aussehen der Brücke.

Die Plaza de Toros de Zaragoza

Gemischte Gefühle mögen bei manch einem aufkommen, wenn es um das Thema Stierkampf geht. Doch gehört der Stierkampf zu den ältesten Traditionen Spaniens, weshalb auch die Plaza de Toros de Zaragoza, die zweitälteste Stierkampfarena Spaniens, einen Besuch wert ist. Nach einer Bauzeit von lediglich 70 Tagen soll die Stierkampfarena aus dem Jahr 1764 fertig gewesen sein. Sie bestand, was damals noch nicht üblich war, aus Stein und ihr Betrieb diente einem sozialen Zweck. Denn Ramón Pignatelli, der Leiter der Real Casa de Misericordia, also des städtischen Kranken- und Sterbehauses, hatte den Bau der Arena in Auftrag gegeben. Die Erträge aus den Stierkämpfen sollten der Finanzierung des Kranken- und Sterbehauses dienen. Im 19. und 20. Jahrhundert wurde die Arena jeweils umgebaut und modernisiert. Früher fasste die Stierkamparena 14.300 Zuschauer. Nach dem letzten Umbau sind es nur noch 10.000. Der Durchmesser des Kampfbereiches beträgt 48 Meter. Der Clou des offenen Rundes: Die Arena kann durch Aufbau eines Segeldaches aus Teflonseide vollständig überdacht werden.

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