Laganas auf Zakynthos gehört zu den bekanntesten Ferienorten der Ionischen Inseln. Der Badeort im Süden der Insel ist vor allem für seinen langen Sandstrand, das lebhafte Nachtleben und die geschützte Laganas-Bucht bekannt, in der die Meeresschildkröte Caretta caretta ihre wichtigsten Brutplätze im Mittelmeer besitzt.
Vor allem in den Sommermonaten Juli und August zieht Laganas zahlreiche Urlauber aus ganz Europa an. Besonders bei jüngeren Reisenden ist der Ort wegen seiner vielen Bars und Clubs beliebt. Gleichzeitig eignet sich die Region auch für Familien, Strandurlauber und Naturfreunde – vorausgesetzt, man wählt die Unterkunft etwas abseits der belebten Hauptstraße.
Das Angebot an Unterkünften ist groß und reicht von Hotels und Apartmentanlagen bis zu Ferienwohnungen und kleineren Pensionen. Wer Ruhe sucht, sollte genau auf die Lage achten: Rund um die zentrale Partymeile kann es in der Hochsaison bis spät in die Nacht laut werden, während es in Richtung Kalamaki, Agios Sostis oder am Rand von Laganas deutlich entspannter zugeht.
Laganas – lebhafter Ferienort im Süden von Zakynthos
Laganas liegt rund zehn Kilometer südlich von Zakynthos-Stadt und nur wenige Kilometer vom internationalen Flughafen der Insel entfernt. Dadurch ist der Urlaubsort nach der Landung schnell erreichbar.
Zakynthos-Stadt ist das wirtschaftliche, kulturelle und administrative Zentrum der Insel. Laganas hingegen hat sich im Laufe der vergangenen Jahrzehnte zu einem der wichtigsten touristischen Orte entwickelt. Während der Wintermonate wirkt der Ort deutlich ruhiger, im Sommer vervielfacht sich dagegen die Zahl der Besucher.
Entlang der Hauptstraße befinden sich Restaurants, Bars, Geschäfte, Supermärkte, Autovermietungen und zahlreiche Anbieter von Ausflügen. Je näher man dem Strand kommt, desto stärker bestimmen Hotels, Tavernen und Strandlokale das Bild.
Der Strand von Laganas
Der wichtigste Anziehungspunkt ist der mehrere Kilometer lange Sandstrand, der Teil der großen Bucht von Laganas ist. Er geht nahezu nahtlos in die Strände von Kalamaki und Agios Sostis über und gehört zu den längsten zusammenhängenden Sandstränden auf Zakynthos.
Das Wasser fällt an vielen Stellen flach ab, weshalb der Strand auch für Familien mit Kindern interessant ist. Besonders am Morgen ist das Meer häufig ruhig. In der Hochsaison kann es jedoch vor allem rund um den Ortskern von Laganas sehr voll werden.
Liegestühle und Sonnenschirme werden an vielen Strandabschnitten vermietet. Daneben gibt es Bereiche, in denen Besucher ihr eigenes Handtuch ausbreiten können. Tavernen und Cafés befinden sich meist nur wenige Schritte vom Wasser entfernt.
Eine Besonderheit unterscheidet Laganas von vielen anderen Badeorten in Griechenland: Große Teile der Bucht gehören zum Nationalen Meerespark von Zakynthos. Deshalb gelten besondere Regeln, die den Schutz der Meeresschildkröten und ihres Lebensraums sicherstellen sollen.
Wassersport mit Einschränkungen
Die große Bucht wirkt zunächst wie ein klassisches Wassersportrevier. Tatsächlich sind die Möglichkeiten jedoch bewusst eingeschränkt. Motorisierte Wassersportarten wie Jetski und Wasserski sind innerhalb des geschützten Meeresparks ganzjährig verboten. Damit sollen insbesondere die dort lebenden Meeresschildkröten vor Verletzungen und Störungen geschützt werden.
Erlaubt sind unter anderem Schwimmen, Kanufahren und Tauchen. Auch Bootsfahrten sind in bestimmten Bereichen möglich, allerdings gelten Geschwindigkeitsbegrenzungen und Regeln für das Ankern. Wer ein Boot mietet oder an einer Ausflugsfahrt teilnimmt, sollte darauf achten, dass die Vorgaben des Nationalparks eingehalten werden.
Stand-up-Paddling und Kajakfahren eignen sich gut, um die Küste in ruhigem Tempo zu erkunden. Dabei sollte jedoch immer ausreichend Abstand zu den Meeresschildkröten gehalten werden.
Nationaler Meerespark von Zakynthos

Die Bucht von Laganas gehört zu den ökologisch wertvollsten Gebieten der Ionischen Inseln. Der Nationale Meerespark von Zakynthos wurde 1999 gegründet und schützt unter anderem die Niststrände der Unechten Karettschildkröte Caretta caretta, Lebensräume der Mittelmeer-Mönchsrobbe sowie zahlreiche weitere Tier- und Pflanzenarten.
Die Caretta caretta kehrt Jahr für Jahr an die Sandstrände der südlichen Bucht zurück, um dort ihre Eier abzulegen. Besonders während der Brutsaison zwischen Frühjahr und Spätsommer werden die Nester von Mitarbeitern und Naturschutzorganisationen gekennzeichnet und geschützt.
An den Niststränden gelten deshalb besondere Regeln. Besucher dürfen sich nur in bestimmten Bereichen aufhalten, und nach Sonnenuntergang müssen die geschützten Strandabschnitte verlassen werden. Sandburgen sollten in Wassernähe gebaut und vor dem Verlassen wieder eingeebnet werden, damit frisch geschlüpfte Schildkröten auf ihrem Weg zum Meer nicht behindert werden.
Caretta caretta beobachten – aber mit Abstand
Für viele Urlauber gehört die Begegnung mit einer Meeresschildkröte zu den eindrucksvollsten Erlebnissen auf Zakynthos. In der Laganas-Bucht bestehen gute Chancen, die Tiere beim Schwimmen zu beobachten.
Dabei sollte der Schutz der Tiere im Vordergrund stehen. Der Nationale Meerespark empfiehlt einen Mindestabstand von 15 Metern. Schildkröten dürfen weder gefüttert noch berührt oder von mehreren Booten gleichzeitig eingekreist werden. Auch hektische Bewegungen und laute Geräusche sollten vermieden werden.
Wer eine Bootstour bucht, sollte sich deshalb für einen Anbieter entscheiden, der die Schutzbestimmungen ernst nimmt. Das Versprechen, möglichst nah an die Tiere heranzufahren, ist eher ein Grund, einen anderen Anbieter zu wählen.
Marathonisi – die Schildkröteninsel

Eines der beliebtesten Ausflugsziele in der Laganas-Bucht ist Marathonisi. Die kleine, unbewohnte Insel wird wegen ihrer charakteristischen Form häufig als Schildkröteninsel bezeichnet und gehört vollständig zum Nationalen Meerespark.
An ihren Sandstränden legen Caretta-caretta-Schildkröten ebenfalls ihre Eier ab. Entsprechend streng sind die Regeln zum Schutz der Nester. Besucher sollten ausschließlich die freigegebenen Bereiche nutzen und Hinweise der Ranger beachten.
Von Laganas, Agios Sostis und Keri starten regelmäßig kleinere Boote und Ausflugsschiffe nach Marathonisi. Eine gute Kombination ist die Fahrt zur Schildkröteninsel mit einem anschließenden Besuch der Höhlen von Keri.
Die Höhlen von Keri
An der südwestlichen Küste von Zakynthos befinden sich die Höhlen von Keri. Weiße Kalksteinfelsen fallen hier steil in das tiefblaue Meer ab. In den Felswänden haben Wind und Wasser im Laufe der Zeit zahlreiche Grotten, Bögen und kleinere Höhlen geformt.
Viele davon sind nur vom Wasser aus erreichbar. Kleine Boote können je nach Wellengang nahe an die Felsen heranfahren, und an geeigneten Stellen ist ein Bad im klaren Wasser möglich.
Besonders reizvoll ist die Küstenlandschaft am späten Vormittag, wenn das Sonnenlicht in die Höhlen fällt und das Wasser in unterschiedlichen Blau- und Türkistönen leuchtet.
Marathias und Limni Keri
Wer dem Trubel von Laganas für einige Stunden entkommen möchte, findet rund um Keri mehrere ruhigere Küstenabschnitte. Marathias liegt an einer felsigeren Küste mit klarem Wasser und kleinen Badebuchten. Einen klassischen breiten Sandstrand sollte man hier allerdings nicht erwarten.
Limni Keri dagegen ist ein kleiner Ferienort mit Hafen, Tavernen und einem überschaubaren Strand. Von hier starten ebenfalls zahlreiche Bootsausflüge zu Marathonisi und zu den Keri-Höhlen.
Der Ort eignet sich gut für einen Tagesausflug, wenn man den Süden von Zakynthos von einer ruhigeren Seite erleben möchte.
Die Blauen Grotten im Norden der Insel
Ein deutlich längerer Ausflug führt zu den berühmten Blauen Grotten am Kap Skinari im Norden von Zakynthos. Die natürlichen Felsformationen gehören zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Insel.
Das Sonnenlicht wird vom hellen Meeresboden reflektiert und lässt das Wasser in den Höhlen besonders intensiv blau erscheinen. Kleinere Ausflugsboote können bei ruhigem Seegang teilweise direkt in einzelne Grotten hineinfahren.
Von Laganas ist die Anfahrt allerdings deutlich länger als zu den Keri-Höhlen. Wer den Norden der Insel erkunden möchte, sollte daher einen ganzen Tag einplanen und die Tour mit weiteren Zielen verbinden.
Navagio – der berühmteste Strand von Zakynthos
Kaum ein Motiv wird so stark mit Zakynthos verbunden wie die Navagio-Bucht mit ihrem Schiffswrack. Der von hohen weißen Klippen eingerahmte Strand gehört zu den meistfotografierten Orten der Insel.
Die Zugänglichkeit der Bucht wurde in den vergangenen Jahren wegen Steinschlag- und Erdrutschgefahr wiederholt eingeschränkt. Vor einem Ausflug sollten Reisende deshalb prüfen, welche Bereiche aktuell geöffnet sind und welche Sicherheitsregeln gelten.
Auch wenn ein Betreten des Strandes nicht möglich sein sollte, bleibt der Blick von den zugelassenen Aussichtspunkten über die Bucht eindrucksvoll.
Ein Ausflug auf den Skopos
Östlich von Laganas erhebt sich der Berg Skopos. Auf seinem Gipfel befinden sich die Überreste beziehungsweise Gebäude des Klosters Panagia Skopiotissa. Die Strecke hinauf führt durch eine ruhige Landschaft mit Olivenbäumen und bietet an mehreren Stellen weite Ausblicke über den Süden von Zakynthos.
Für die Wanderung sind feste Schuhe und ausreichend Wasser empfehlenswert. Im Hochsommer sollte man die Mittagshitze vermeiden und möglichst am frühen Morgen starten.
Der Ausflug zeigt eine deutlich ruhigere Seite der Insel als die belebten Ferienorte an der Küste.
Reges Nachtleben in Bars und Clubs

Vor allem bei jungen Urlaubern ist Laganas für sein ausgeprägtes Nachtleben bekannt. Während der Sommermonate öffnen entlang der zentralen Hauptstraße zahlreiche Bars, Clubs und Restaurants bis spät in die Nacht.
Das Publikum ist international und vergleichsweise jung. Besonders viele Besucher kommen aus Großbritannien, aber auch Urlauber aus anderen europäischen Ländern verbringen ihre Abende in Laganas.
Viele Clubs verlangen keinen klassischen Eintritt, finanzieren sich aber über Getränke oder spezielle Veranstaltungen. In der Hochsaison werben Promoter entlang der Hauptstraße für Partys und Events.
Der häufig verwendete Vergleich mit einem „Ballermann Griechenlands“ beschreibt den Charakter der zentralen Partyzone durchaus treffend, wird dem übrigen Ort und der Umgebung jedoch nur teilweise gerecht. Bereits wenige Kilometer außerhalb des Zentrums zeigt sich Zakynthos deutlich ruhiger.
Laganas ist nicht nur Party
Wer Laganas ausschließlich mit Nachtclubs verbindet, unterschätzt die Lage des Ferienortes. Gerade der Kontrast zwischen ausgeprägtem Nachtleben und einem der wichtigsten Naturschutzgebiete Griechenlands ist ungewöhnlich.
Am Morgen kann man am Strand spazieren oder mit dem Kajak über die ruhige Bucht fahren, während wenige Straßen weiter die letzten Clubs schließen. Diese Gegensätze prägen den Ort und bringen zugleich Spannungen zwischen Tourismus und Naturschutz mit sich.
Wer möglichst viel Ruhe sucht, sollte deshalb eine Unterkunft am Rand von Laganas, in Kalamaki oder Richtung Agios Sostis wählen. Wer dagegen abends zu Fuß zu Bars und Clubs gehen möchte, ist im Zentrum besser aufgehoben.
Zakynthos-Stadt besuchen
Ein Aufenthalt in Laganas lässt sich gut mit einem Besuch von Zakynthos-Stadt verbinden. Die Inselhauptstadt liegt nur etwa zehn Kilometer entfernt und bietet eine deutlich urbanere Atmosphäre.
Nach dem schweren Erdbeben von 1953 musste ein großer Teil der Stadt neu aufgebaut werden. Trotzdem erinnern Plätze, Kirchen und einzelne Gebäude weiterhin an die venezianisch geprägte Vergangenheit der Insel.
Rund um den Solomos-Platz befinden sich Cafés und Restaurants. Oberhalb der Stadt bietet der Ort Bochali einen schönen Blick über den Hafen und die Dächer von Zakynthos-Stadt.
Mit Mietwagen oder Roller die Insel erkunden
Wer nicht ausschließlich in Laganas bleiben möchte, ist mit einem Mietwagen flexibel unterwegs. Zakynthos ist überschaubar genug, um viele Ziele als Tagesausflug zu erreichen.
In Laganas gibt es zahlreiche Vermietstationen für Autos, Motorroller und Quads. Bei Rollern und Quads sollte besonders auf Versicherungsschutz, Helmpflicht und die Bedingungen des Mietvertrages geachtet werden.
Ein Quad wirkt auf einer Ferieninsel zunächst unkompliziert, bietet bei einem Unfall aber deutlich weniger Schutz als ein Auto. Für längere Fahrten über die Insel ist ein kleiner Mietwagen meist komfortabler.
Beste Reisezeit für Laganas
Die klassische Reisezeit reicht von Mai bis Oktober. Im Juli und August ist es am heißesten, gleichzeitig sind Strände, Restaurants und das Nachtleben besonders gut besucht. Temperaturen um 30 Grad Celsius sind dann keine Seltenheit, an einzelnen Tagen kann es noch deutlich heißer werden.
Vollständig ausgeschlossen ist Regen auch im Sommer nicht. Längere Regenperioden sind in dieser Jahreszeit allerdings wesentlich seltener als im Winterhalbjahr.
Wer Strandurlaub mit Ausflügen und Wanderungen verbinden möchte, findet im Mai, Juni, September und teilweise noch im Oktober oft angenehmere Bedingungen. Das Meer ist insbesondere im September noch warm, während die größte Sommerhitze meist bereits nachgelassen hat.
Im Winter zeigt sich Zakynthos von einer völlig anderen Seite. Viele Hotels, Bars und touristische Betriebe in Laganas schließen außerhalb der Saison, und das Wetter ist deutlich wechselhafter. Für einen klassischen Badeurlaub eignet sich diese Zeit kaum.
Für wen eignet sich Laganas?
Laganas passt besonders zu Reisenden, die Strandurlaub mit einem lebhaften Ortszentrum und Nachtleben verbinden möchten. Junge Erwachsene finden hier eine der ausgeprägtesten Partyszenerien der Ionischen Inseln.
Familien können sich in der Region ebenfalls wohlfühlen, sollten ihre Unterkunft jedoch nicht unmittelbar an der zentralen Partymeile buchen. Das flache Wasser und der lange Sandstrand sind grundsätzlich familienfreundlich.
Naturfreunde profitieren von der unmittelbaren Nähe zum Nationalen Meerespark. Gerade die Möglichkeit, Caretta-caretta-Schildkröten in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten, hebt die Bucht von vielen anderen Ferienregionen Griechenlands ab.
Wer bereit ist, das quirlige Zentrum gelegentlich hinter sich zu lassen, erreicht rund um Laganas schnell ruhigere Buchten, Olivenhaine und kleine Orte. Dadurch eignet sich der Ferienort auch als Ausgangspunkt, um den Süden und weitere Teile von Zakynthos kennenzulernen.


