Faszinierendes Jaipur – Lebendig, Sehenswert, Köstlich

Jaibur, die pinke Stadt in Indien
Jaibur, die pinke Stadt, Bild: Hitman H / shutterstock

Als Prinz Albert, Ehemann der britischen Königin Viktoria, 1853 Jaipur besuchte, verfügte der damalige Maharadscha von Rajasthan, die Stadt zum Zeichen der Gastfreundschaft rosarot anzustreichen. Seitdem trägt die heutige Hauptstadt Rajasthans in Indien auch den Beinamen „Pink City“. Besonders in der Abenddämmerung leuchten die prachtvollen Fassaden der quirligen Altstadt in warmen Rosa- und Rottönen.

Lebendiges Jaipur

Gegründet wurde Jaipur erst 1727 vom Maharadscha Jai Singh II., der seine Hauptstadt damit von dem beengt in den Bergen gelegenen Amber, heute ein Vorort von Jaipur, ein paar Kilometer weiter in die Ebene verlegte. Jaipurs heutige Altstadt ist nicht im Laufe der Zeit organisch gewachsen, sondern wurde als Umsetzung des idealen hinduistischen Stadtbildes im Vorfeld geplant und anschließend gebaut. Vorbild war die sagenhafte Stadt Ayodhya, welche Heimat der „Sonnen-Dynastie“ und damit der Vorfahren des Herrscherhauses war.

Heute ist die überbrodelnde Altstadt unbestritten das Herz der Metropole. Der Verkehr ist chaotisch und laut. Dicht an dicht drängeln sich Autos, Rikschas und Lastenräder durch die Straßen, zwischendrin heilige Kühe, Elefanten und Affen. Zahlreiche Waren werden in den Basaren und von fliegenden Händlern auf der Straße feilgeboten. Und an jeder Ecke kann köstliches nordindisches Streetfood probiert werden. Eintauchen in die Altstadt von Jaipur bedeutet, indische Lebensart und Kultur hautnah zu erleben. Kaum eine andere Stadt in Indien bietet das auf so intensive Weise wie Jaipur.

Sehenswertes Jaipur

Neben der pinken Altstadt, die im Jahr 2019 in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen wurde, kann man in Jaipur und Umgebung noch zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten entdecken.

Hawa Mahal - Palast der Winde, Jaipur
Hawa Mahal – Palast der Winde, Bild: Nila Newsom / shutterstock

Hawa Mahal, der „Palast der Winde“, ist das Wahrzeichen der Stadt. Seinen Namen erhielt der Palast von den fast 1000 kleinen vergitterten Fenstern in der prachtvollen Fassade des Palastes. Sie ermöglichen eine stetige Zirkulation der Luft, was insbesondere in den heißeren Monaten angenehme Kühlung verspricht. Darüber hinaus dienten die Fenster den Haremsdamen als Sichtschutz. Da sie sich nicht in der Öffentlichkeit zeigen durften, konnten sie durch die Fenster das Treiben vor dem Palast beobachten, ohne selbst gesehen zu werden.

Jal Mahal, Jaipur
Jal Mahal, Bild: photoff / shutterstock

Der Stadtpalast (City Palace) ist eine beeindruckende Palastanlage, die aus verschiedenen Gebäuden, Innenhöfen und Gärten besteht. Da die Nachfahren der Maharadschas hier immer noch residieren, sind nur Teile des Komplexes für die Öffentlichkeit zugänglich. Zu sehen sind, neben dem Palast selbst, zahlreiche Ausstellungstücke aus dem Alltag der Maharadschas. Schmuck, kostbare Kleider und Stoffe, Teppiche, aber auch Schwerter, Dolche und andere Waffen können in verschiedenen Räumen bewundert werden.

Fort Amber liegt etwa 11 Kilometer außerhalb von Jaipur und war bis zu seinem Umzug nach Jaipur die Residenz des Maharadschas von Rajasthan. Nach außen präsentiert sich die Festung wehrhaft mit scheinbar unüberwindbaren Mauern. Im Inneren jedoch gleicht das Fort eher einem Palast. Zahlreiche Gebäude mit prachtvoll gestalteten Fassaden aus weißem Marmor und Sandstein verteilen sich zwischen Gärten, Pavillons und Innenhöfen auf dem Festungskomplex. Besonders beeindruckend ist der Spiegelpalast „Sheesh Mahal“. Wände und Decken sind reich verziert mit Arabesken, Ornamenten und eben mit unzähligen kleinen Spiegeln, die das Sonnenlicht auf wunderbare Weise reflektieren. Neben dem Fort selbst ist auch der spektakuläre Blick ins Tal einer der Höhepunkte des Besuches hier.

Jaigarh Fort, Jaipur
Jaigarh Fort, Bild: Roop_Dey / shutterstock

Etwas oberhalb von Amber liegt die Festung Jaigarh Fort. Einst als zusätzlicher Schutz von Amber Fort errichtet, ist sie architektonisch eher unspektakulär und schlicht gehalten. Zu besichtigen gibt es die Waffenkammer mit zahlreichen Schwertern, Gewehren und der weltweit größten Kanone auf Rädern. Wirklich lohnend ist auch der Blick auf das etwa 100 Meter tiefer liegende Amber Fort.

Dritte und letzte Festung im Verteidigungsring von Jaipur ist Nahargarh Fort. Erbaut wurde es von Jai Singh II.. Später wurde es von seinem Nachfolger Rat Singh II. um einen Palast mit neun reich verzierten Wohnungen für seine neun Ehefrauen erweitert. Einige der originalen Fresken sind noch gut erhalten. Höhepunkt eines Besuches hier ist aber der atemberaubende Blick auf Jaipur. Besonders schön präsentiert sich die Pink City im Sonnenuntergang.

Die Albert Hall beherbergt eines der ältesten und bedeutendsten Museen Rajasthans. Namensgeber ist der britische Prinz Albert, der 1876 den Grundstein für das imposante Gebäude legte. Heute wird hier eine umfangreiche Sammlung unterschiedlichster Exponate aus den Bereichen Malerei, Kunsthandwerk, Schmuck und Textilien gezeigt. Sogar ein ausgestopftes Krokodil und eine über 2000 Jahre alte ägyptische Mumie können bewundert werden.

Köstliches Jaipur

Neben den zahlreichen Sehenswürdigkeiten und der besonderen Atmosphäre der Stadt bietet Jaipur auch eine breite Auswahl an regionaltypischen Spezialitäten. Die verschiedenen Speisen und Snacks werden praktisch immer und überall in der Stadt zubereitet, so dass es dem Besucher nicht schwer fällt, auch diesen Teil der indischen Kultur näher kennenzulernen. In Jaipurs unzähligen Restaurants werden Gerichte wie „Palak Paneer“, ein Curry mit Spinat und indischem Käse oder „Tandoori Chicken“, ein in einem speziellen Lehmofen zubereitetes Hühnchengericht, serviert.

Wer möchte, kann sich in einigen Restaurants sogar typische Gerichte der traditionellen Palastküche der Maharadschas bestellen und wahrhaft königlich speisen. Ein ganz besonderes Erlebnis ist aber Jaipurs Streetfood. Exotisch gewürzte Kleinigkeiten werden in den kleinen Garküchen zubereitet und wandern direkt von der Hand in den Mund. Samosas zum Beispiel sind kleine dreieckige Teigtaschen, die meist mit Kartoffeln oder Linsen gefüllt und in Butterschmalz ausgebacken werden. Zahlreiche weitere Köstlichkeiten werden überall in der Stadt angeboten und lassen den Besuch in Jaipur zu einem Erlebnis mit allen Sinnen werden.

1 KOMMENTAR

  1. Von Jaipur haben wir zwar schon mal was gehört, aber nach dieser eindrücklichen Beschreibung des fernen exotischen Paradieses war uns klar, dort müssen wir hin. Noch etwas Geduld ist erforderlich. Der böse Coronaspuk muss sich erst verflüchtigt haben, dann schreiten wir zur Tat.

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