Luxor – das Tor zur Vergangenheit

Karnak Tempel, Luxor
Der Karnak-Tempel in Luxor, Bild: Zbigniew Guzowski / shutterstock

„Stadt der Paläste“ – das bedeutet der heutige Name Luxor der alten Pharaonenstadt, deren Jahrtausende alte Geschichte Besucher bis heute in ihren Bann zieht. Direkt am Nil und etwa 500 Kilometer südlich der Hauptstadt Kairo gelegen ist Luxor die größte Stadt Oberägyptens. Obwohl sie mehr als einmal umbenannt wurde, ist sie bis heute noch unter dem griechischen Namen Theben bekannt. Die Lebensader Ägyptens – der Nil – teilt die Stadt in zwei Teile: Theben-West und Theben-Ost.

In Luxor treffen die altägyptische Kultur und Moderne aufeinander, denn die Stadt hat neben geschichtsträchtiger Sehenswürdigkeiten auch ein fortschrittliches Zentrum und einen internationalen Flughafen. Sie ist häufig Ausgangspunkt von Nilkreuzfahrten.
Einige der wichtigsten kulturellen Schätze ganz Ägyptens befinden sich in Luxor. Besucher können sich buchstäblich auf eine Zeitreise begeben und die faszinierende Vergangenheit des Landes hautnah erleben.

Die Schätze von Theben-West

Nil, Luxor
Der Nil teilt Luxor in zwei Teile, Bild: Marcelo Alex / shutterstock

Der Stadtteil westlich des Nils wird bis heute als Theben-West bezeichnet. Da die alten Ägypter glaubten, das Totenreich beginne im Westen, ist dieser Teil des heutigen Luxors vor allem den Toten geweiht.

Eine der wichtigsten historischen Grabanlagen der ganzen Welt liegt unweit der Stadt: das berühmte Tal der Könige. Hier befinden sich in Felsen geschlagene Totengräber ägyptischer Herrscher, unter anderem jenes des sagenumwobenen Tutanchamun. Der Fund dieses Grabes erregte weltweit großes Aufsehen, da es, im Vergleich zu den anderen über 60 bisher entdeckten Gräbern im Tal der Könige, als einziges nicht von Grabräubern geplündert war. Etwas weiter südlich liegt auch das Tal der Königinnen. Diese legendären Friedhöfe waren Teil des neuen ägyptischen Reiches, in dem die Gräber – im Gegensatz zur Pyramidenzeit – separat von königlichen Tempeln errichtet wurden

Memnon-Kolosse, Luxor
Memnon-Kolosse, Bild: Mountains Hunter / shutterstock

Nahe des Tals der Könige liegen die imposanten Memnon-Kolosse, die als Wächter des Tempels von König Amenophis III gebaut wurden. Die Zwillingsstatuen symbolisieren den sitzenden Pharao und erhielten ihren heutigen Namen während der griechischen Zeit. Vom Tempel des Amenophis III sind die Memnon-Kolosse fast die einzigen Überreste, die Anlage selbst wurde weitestgehend zerstört. Ursprünglich waren sie etwa 21 Meter hoch, da die Kronen auf den Köpfen jedoch nicht mehr vorhanden sind, haben sie heute eine Höhe von etwa 17 bzw. 18 Metern.

Eine der am besten erhaltenen Tempelanlagen in Theben-West ist der Tempel zu Ehren der Königin Hatschepsut. Von Weitem bietet er, mehrstufig in Kalkstein geschlagen und mit seinen Säulenkolonnaden, einen spektakulären Anblick. Im Inneren befinden sich Kapellen zu Ehren der Königin selbst wie auch verschiedener Gottheiten. Wie bei den meisten altägyptischen Tempeln sind auch die Eingänge des Hatschepsut-Tempels auf das Ufer des Nils ausgerichtet. Von hier aus führte früher eine mit Sphingen gesäumte Prozessionsstraße bis zum Tempel des Amun-Re im Tempel-Komplex von Karnak auf der Ostseite des Nils.

Tradition und Moderne in Theben-Ost

Das moderne Zentrum Luxors befindet sich auf der Ostseite des Nils. Dennoch sind auch zwei der berühmtesten antiken Tempelanlagen hier zu finden.

Nur wenige Kilometer nördlich von Luxor liegt die imposante Tempelanlage von Karnak. Sie ist die größte Tempelanlage Ägyptens und besteht aus drei Bezirken: dem Bezirk Mut, dem Bezirk Montu und dem bedeutendsten Bezirk Amun, der dem Gott Amun-Re gewidmet ist. Hier befindet sich unter anderem die riesige Säulenhalle Great Hypostyle Hall mit 134 Säulen, die gen Himmel ragen und eines der beeindruckendsten Bauwerke aller Zeiten sind. Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche andere faszinierende Überreste der einstigen Hochkultur zu bewundern, wie beispielsweise die Weiße und die Rote Kapelle, den Tempel zu Ehren Ramses III oder den Heiligen See. Ein Highlight ist zudem die täglich stattfindende Sound- und Licht-Show nach Sonnenuntergang.

Ein Prozessionsweg – von dem heutzutage noch die berühmte Sphinx-Allee zu sehen ist – verband den Karnak-Tempel mit dem Luxor-Tempel mitten in der Stadt. Auch er ist dem Gott Amun und seiner Frau Mut sowie seinem Sohn Chons, der sogenannten Göttertriade, gewidmet. Neben der Sphinx-Allee sind besonders die beiden 15 Meter hohen Statuen von Ramses II hervorzuheben, die das Tor zum ersten Hof bewachen. Auch einer von zwei Obelisken ist noch vorhanden. Der Luxor-Tempel verfügt ebenfalls über atemberaubende Säulengänge- und Hallen, die weiter im Inneren zu finden sind. Ein Besuch lohnt sich vor allem zum Sonnenuntergang, der die Sphinx-Allee dann in ein magisches Licht taucht.

Zwischen den beiden Tempelanlagen Karnak und Luxor liegt, gleich an der Uferpromenade des Nils, das Luxor-Museum für altägyptische Kunst. Es beherbergt eine spannende Sammlung an Funden des alten Theben, darunter einige Grabbeigaben aus dem Grab des Tutanchamun aus dem Tal der Könige, eine Statute des Königs Amenophis III sowie eine Statue des Götterpaares Amun und Mut aus der Zeit von Ramses II. Auch die Mumien der Könige Ahmose I und Ramses I sind hier zu finden.

Aktivitäten in Luxor

Den Aufenthalt in Luxor perfekt machen verschiedene Aktivitäten, die typisch ägyptisches Flair vermitteln. So können Gäste bei einer Felukenfahrt auf dem Nil den Sonnenuntergang genießen. Beliebt ist auch ein Besuch des örtlichen Basars, auf dem man Feilschen und Handeln kann. Hier finden sich allerlei Gewürze, Schmuckstücke, Teppiche oder Souvenirs.
Bei einer Pferdekutschfahrt können versteckte Ecken der Stadt erkundet und das authentische Leben beobachtet werden. Und natürlich wird, wie in den meisten Wüstenländern, auch traditionell das Reiten auf Kamelen angeboten.

Kulturelle Wunder gepaart mit facettenreichen Aktivitäten machen Luxor zu einer ganz besonderen Stadt Ägyptens, deren Besuch garantiert für unvergessliche Erinnerungen sorgt.