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Samaria Schlucht Kreta
Die Samaria-Schlucht auf Kreta, Bild: Kalman / shutterstock

Kretas Schluchten – einmalige Zeugnisse enormer Naturgewalten

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Wer Urlaub auf Kreta plant, wird nicht zuerst an Berge und deren Schluchten denken. Und doch finden sich auf der größten griechischen Insel die meisten Klammen des gesamten Landes.

Bislang sind die Wanderungen durch diese Naturschauspiele, bis auf einige Ausnahmen, noch ein Geheimtipp und in den meisten Fällen vom Massentourismus unberührt. So finden Naturliebhaber und wanderbegeisterte Urlauber hier noch unverbrauchte Natur und wahnsinnig imposante Einblicke in eindrucksvolle Naturgewalten.

Die bekanntesten Schluchten Kretas

Mit mehr als 400 Schluchten hat die griechische Insel wahrlich eine Menge Auswahl zu bieten und so findet sich für jeden Geschmack und jeden Schwierigkeitsgrad das Passende.

Samaria Schlucht

Die wohl bekannteste und gleichzeitig meistbesuchte ist die Samaria Schlucht im Westen Kretas. Sie wird auch gerne als der Grand Canyon von Europa bezeichnet und ist mit ihrer Länge von 16 Kilometern wahrlich ein einzigartiges und imposantes Naturerlebnis.

Besucher wandern hier zwischen Felswänden, die sich bis zu 100 Metern an beiden Seiten nach oben strecken und über mächtige Steine, die in dem ausgetrockneten Flussbett das Bild der Landschaft prägen. Neben der Tatsache, dass diese Felsspalte ohne Ausrüstung zu begehen ist, kann sie in einer Zeit zwischen 4 und 7 Stunden bewältigt werden und ist somit für jeden Hobbywanderer gut zu schaffen.

Imbros Schlucht

Imbros Schlucht Kreta
Imbros Schlucht, Bild: Zoblinski / shutterstock

Mit etwa 3 Stunden Wanderzeit deutlich kürzer ist die Imbros Schlucht, die auch bereits im Frühjahr zu betreten ist, wenn die Samaria-Schlucht noch für Besucher gesperrt ist. Aufgrund der recht leichten Streckenführung ist diese Wanderung außerdem für Familien mit Kindern gut geeignet. Und auch hier erwarten den Besucher traumhafte Landschaften und eindrucksvolle Gebirgsmassive, die aufzeigen, wozu die Natur fähig ist.

Agia Irini Schlucht

Die Agia Irini-Schlucht gehört ebenfalls zu den meistbesuchten Schluchten Kretas und befindet sich wie die Samaria im Südwesten der Insel. Auf einem 7,5 Kilometer langen Wanderweg laufen Besucher mitten durch die weißen Berge, die hier durch dieses Naturschauspiel geteilt wurden.

Sie gilt als gute Alternative zur Samaria-Schlucht, da sie nicht so überlaufen, ganzjährig zu begehen ist und meist beschattet liegt. Daher kann sie auch an heißen Tagen durchwandert werden und bietet dennoch genug Schatten und Kühlung vor der griechischen Sonne.

Wie entstanden die Schluchten von Kreta?

Das Karbonat-Gestein der kretischen Berge besteht zum größten Teil aus Kalkstein und Marmor. Als im Zeitraum von vor 5 bis 10 Millionen Jahren die Bodenhebungen auf dem Gebiet des heutigen Kretas immens aktiv waren, bildeten sich im Zusammenspiel mit der Erosion durch das Wasser der Flüsse diese einzigartigen Naturgebilde. So wird Kreta noch heute von hohen Bergen und tiefen Schluchten geprägt, wie sie auf dem gesamten europäischen Kontinent in dieser Ausprägung nicht zu finden sind.

Wandern, Adrenalin und Baden gleich 3 in 1!

Die vermutlich spektakulärste, weil gleichzeitig tiefste Schlucht Kretas ist die Aradena Schlucht. Über die 138 Meter tiefe und 15 Kilometer lange Felsspalte führt zudem die schönste Brücke der Insel, von welcher der ultimative Adrenalinkick in Form eines Bungee-Jumping Sprungs erlebt werden kann.

Und wem das noch nicht reicht, der wird am Ende der Wanderung mit einem der wohl schönsten Strände von Kreta belohnt. Die Etappe endet am Marmara, einem zauberhaften Kiesstrand, welcher mit seinem kristallklaren Wasser dazu einlädt, in die Fluten der libyschen See zu tauchen und die wundervolle Umgebung zu genießen.

Drei Geheimtipps für unterschiedliche Schluchten auf Kreta

Kritsa Gorge, Kreta
Kritsa Gorge, Bild: Volker Rauch / shutterstock

Kritsa Gorge, Gorge of the Dead und Gorges of Theriso sind drei der Schluchten, die noch als nicht ganz so überlaufen gelten. Während die Kritsa Gorge einiges an Kletterei benötigt, ist die Gorge of the Dead recht leicht zu durchwandern.

Die Gorges of Theriso hingegen ist mit dem Auto oder einem Motorroller zu durchfahren und so auch für Urlauber zu erreichen, die nicht gerne zu Fuß unterwegs sind.
Da alle drei eher abgelegen sind, kann hier das ein oder andere Mal der Kontakt mit einheimischen Tieren wie Ziegen oder Schafen nicht verhindert werden.

Daher ist es besonders mit dem Auto angebracht, sehr langsam zu fahren, was zusätzlich den Vorteil hat, dass die atemberaubende Landschaft besser bewundert werden kann.

Die Vielfalt der Schluchten auf Kreta ist so vielfältig wie die Natur selbst. Daher finden hier Familien mit Kindern ebenso ihre Wanderwege wie waghalsige Kletterprofis, die sich an die Schluchten mit langen Wasserfällen wagen und die nur mit spezieller Ausrüstung zu begehen sind.

Auf jeden Fall sollten bei einem Urlaub auf Kreta diese einmaligen Naturphänomene nicht links liegen gelassen werden, sondern der ein oder anderen Schlucht ein Besuch abgestattet werden. Um diesen Naturphänomenen die ihnen gebührende Aufmerksamkeit widmen zu können, lohnt es bei den meisten dafür einen Tagesausflug einzuplanen, denn dann kann das Gesamtkunstwerk Schlucht in ganzer Schönheit und mit voller Ruhe genossen und ausgekostet werden.