Tikal NAtionalpark in Guatemala
Tikal NAtionalpark in Guatemala, Bild: WitR / shutterstock

Guatemala: Land der Mayas und der Regenwälder

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Was viele Menschen in Europa nicht wissen: Guatemala heißt wörtlich übersetzt Land der Bäume. Und auf genau das können Besucher Guatemalas sich einstellen, wenn sie in das zentralamerikanische Land reisen. Hier wimmelt es nur so von Naturschönheiten und Urwäldern mit einem umfangreichen Baumbestand. Auch Vulkane und eine aufregende Tierwelt lassen sich bestaunen. Kulturfreaks kommen ebenso nicht zu kurz, ist Guatemala doch mit zahlreichen antiken Hinterlassenschaften der Maya Kultur ausgestattet. Darüber hinaus lockt das Land mit einem entspannten Lebensstil und einer herzhaften Küche, die der mexikanischen stark ähnelt. Zu jeder Mahlzeit gibt es als Beilage angewärmte Tortillas, die Lebensmittel werden immer frisch verarbeitet. Guacamole und Empanadas kommen hier genauso auf den Tisch wie Bohnengerichte, Hühnerfleisch und lecker gefüllte Tacos.

Zu Besuch in der antiken Maya Stadt Tikal

Unbestritten das Highlight einer jeden Reise nach Guatemala dürfte die verfallene Inka Stadt Tikal sein. 1979 wurde sie sowohl zum UNESCO Weltnatur- als auch Weltkulturerbe ernannt. Situiert ist Tikal im Norden des Landes und zwar mitten in einem Regenwald namens El Petén. Tikal bedeutet ins Deutsche übertragen Ort der Stimmen. Die Mayas bauten die Stadt im vierten Jahrhundert vor Christus, allerdings sollen sich schon etwa 600 Jahre früher die ersten Siedler hier niedergelassen haben. Bis zum neunten Jahrhundert nach Christus war Tikal von den Mayas bewohnt und galt als eine Art Maya Metropole. Tikal ist sehr großflächig angelegt und erstreckt sich über ein Areal von 65 Quadratkilometern. Bis zu 200.000 Menschen lebten zu Zeiten der Maya in Tikal. Auf der genannten Fläche gibt es eine ganze Reihe an interessanten Ausgrabungsstätten, die Besuchern einen Eindruck vom Alltagsleben der Maya verleihen. Wer früher bereits einmal in Tikal war, sollte die Maya Stadt unbedingt wieder einmal besuchen. Denn bis dato liegen noch immer viele historische Gebäude unerschlossen im El Petén. Die Ausgrabungsarbeiten werden laut Berichten einheimischer Archäologen laufend fortgesetzt und so gibt es ständig neue Highlights, wie verschiedene Tempel und Pyramiden, in Tikal zu entdecken.

Der Nationalpark El Petén: ein Natur- und Kulturhighlight

Atitlan See Guatemala
Atitlan See , Bild: Chrsitian Hartmann / shutterstock

Wenn man schon einmal in Tikal ist, dann sollte man auch dem umliegenden Nationalpark El Petén einen etwas ausgiebigeren Besuch abstatten. El Petén ist nicht nur die Bezeichnung des Naturreservates, sondern auch des größten Bundeslandes Guatemalas, auf dessen Grund ein riesiger Regenwald zu finden ist, der sich mit Savannen-Landschaften abwechselt. Letztere entstanden erst während des 20. Jahrhunderts, als aus wirtschaftlichen Gründen damit begonnen wurde den Regenwald teilweise zu roden. Glücklicherweise sind hier dennoch weiterhin Pumas, Tukane und weitere Wildtiere wie zum Beispiel der Jaguar heimisch. Neben der Maya Stadt Tikal tummeln sich auf der Fläche El Peténs noch rund 200 weitere antike Sehenswürdigkeiten der Maya Zeit, die teilweise tief im Regenwald versteckt liegen. Sie zu erreichen und anschließend zu besichtigen ist ein wahres Abenteuer.

Ein Bummel durch die Hauptstadt des Landes

Die Hauptstadt des Landes nennt sich wie das Land selbst, Guatemala. Um beides voneinander abzugrenzen wird üblicherweise von Guatemala Stadt gesprochen, wenn die Hauptstadt gemeint ist. Mehr als eine Million Einwohner leben in der Stadt selbst. Errichtet wurde Guatemala Stadt auf einem Hochplateau, was dafür sorgt, dass hier, im Gegensatz zu einigen anderen Landesteilen, ein gemäßigtes Klima herrscht mit dem auch Europäer gut zurecht kommen sollten. Außerdem hat man von hier aus einen spektakulären Blick auf die umliegenden Regenwälder und Vulkanlandschaften. Der Untergrund, auf dem die Stadt erreichtet wurde, besteht aus Vulkangestein. Bei einem Bummel durch die Altstadt bewundert man viele historische Gebäude, die im gotischen oder spanischen Stil erreichtet wurden, zum Beispiel den Palacio Nacional oder den markanten Torre del Reformador, der als Wahrzeichen der Hauptstadt gilt. Sehenswert ist das Nationalmuseum für Archäologie und Ethnologie, das sich detailliert mit dem nationalen Erbe der Maya Kultur auseinandersetzt. Über 25.000 Ausstellungsstücke zeigen genau, was das Maya-Erbe Guatemalas ausmacht.

Die alte Hauptstadt Antigua

Guatemala Stadt war nicht immer die Hauptstadt des Landes. Bis in das Jahr 1773 pochte in Antigua des Herz Guatemalas. 1773 wurde Antigua durch ein Erdbeben weitgehend zerstört. Die Zeiten als Hauptstadt waren damit vorbei. Allerdings wollten die Einwohner ihre wunderbare barocke Stadt nicht völlig aufgeben und besiedelten sie neu. Noch immer gibt es im Stadtkern vom Erdbeben in Mitleidenschaft gezogene Ruinen barocker Gebäude zu sehen. Sie scheinen sich inzwischen auf ganz natürliche Art und Weise in das lebendige Stadtbild eingegliedert zu haben. Sie wechseln sich etwa mit einer ganzen Reihe an bezaubernden kleinen Cafés ab, in denen regional angebauter Kaffee und heimische Schokolade verkostet werden können. Kirchen und repräsentative Bauten entstanden nach dem Erdbeben im spanischen Kolonialstil. Rund um Antigua liegen mit dem Fuego, dem Pacaya und dem Acatenango einige mächtige Vulkane, die noch immer gelegentlich Feuer speien. Reiseveranstalter und private Fremdenführer bieten von Antigua aus immer wieder geführte Touren zu den Vulkanen des Umlandes an. Auf etwa dreistündigen Trekkingtouren werden die Vulkane dann gemeinsam erklommen. Oben angekommen erstreckt sich ein weiter Blick ins Umland. In der Vulkanglut grillen viele Touristen gerne Marshmallows und Stockbrot.

Küste und Seen

Guatemala verfügt über eine Pazifikküste und mehrere sehenswerte Seen, wie etwa den Lago de Izabal oder den Petén-Itzá-See. Die Seen bieten Entspannungsmöglichkeiten umgeben von unberührter Natur. Auf vielen von ihnen werden Bootsfahrten angeboten. Die Pazifikküste des Landes ist für ihre schwarzen Vulkanstrände bekannt. Touristenmassen sind hier trotz der Schönheit nicht anzutreffen. So kann man hier ganz entspannt heimische Vögel beobachten, alleine am Strand liegen und findet ganz ohne Mühe private Surflehrer, die einen in die Geheimnisse des Wellenreitens einweisen.