Panoramasicht auf die Innenstadt von Edmonton, Alberta, Kanada.
Panoramasicht auf die Innenstadt von Edmonton, Bild: TetyanaT / shutterstock

Edmonton in Kanda: Die grünste Stadt Nordamerikas

Die rund 930.000 Einwohner starke Stadt Edmonton im westlichen Teil Kanadas ist die Hauptstadt der Provinz Alberta und die fünftgrößte Stadt Kanadas. Die aus einem gegen Ende des 18. Jahrhunderts gegründeten Fort hervorgegangene Stadt ist als Ziel für Reisende aus unterschiedlichen Gründen spannend. Edmonton verfügt über enorm großer Parkanlagen, die organisch mit der großstädtischen Infrastruktur verwoben sind. Zudem ist die Stadt Standort von mehr als 60 Museen und Galerien mit unterschiedlichsten Ausstellungs- und Sammlungsschwerpunkten. Als „The Festival City“ veranstaltet Edmonton zudem jedes Jahr vor allem im Sommer zahlreiche Festivals, zu denen Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt anreisen.

Geschichte

Alberta Legislature Building in Edmonton
Alberta Legislature Building, Bild: Robert Szymanski / shutterstock

Schon vor der Ankunft der Europäer lebten Angehörige der First Nations in der flachen Gegend um den North Saskatchewan River. Um 1750 stießen von Osten kommend die ersten europäischen Siedler bis hier vor. 1795 gründete die Hudson Bay Company, eine britische Handelsunternehmung, das Fort Edmonton als Handelsstandort am Ufer des Flusses. Vor allem der Handel mit Pelzen florierte, sodass sich bald weitere Siedler niederließen. Doch erst mit dem Bau einer Eisenbahnlinie gegen Ende des 19. Jahrhunderts fing die kleine Siedlung an, sich zur Stadt zu wandeln. In der Zeit des Klondike-Goldrauschs wuchs Edmonton immer schneller und entwickelte sich zum kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum Albertas. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts veränderte Edmonton sich infolge von Ölfunden im Gebiet um die Stadt stark. Wirtschaftliche Boom- und Krisenphasen wechselten einander ab.

Sehenswürdigkeiten in Edmonton

Als Großstadt mit fast einer Million Einwohnern beeindruckt Edmonton auf den ersten Blick vor allem mit einer Reihe außergewöhnlicher Gebäude. Dazu zählen etwa der 130 Meter hohe Bell Tower und der 2011 fertiggestellte 146 Meter hohe Epcor Tower. Auch der Churchill Square im Herzen von Edmonton Downtown ist einen Besuch wert. Erst beim Erkunden der Stadt fällt auf, dass Edmonton zudem über eine große Menge interessanter Kirchengebäude verfügt. Teils bereits in der Frühzeit der Stadtgeschichte errichtet, sind viele dieser im klassischen Stil gebauten Gotteshäuser heute im Schatten der Hochhäuser versteckt. Vor allem aus europäischer Perspektive eine Kuriosität ist das auch aus anderen kanadischen Städten bekannte Pedway-System. Ein vor allem unterirdisches System aus Gehwegen ermöglicht es, Edmonton Downtown zu durchqueren, ohne die Straßen betreten zu müssen.

Das River Valley Parks System

Bell Tower in Edmonton
Bell Tower in Edmonton, Bild: 2009fotofriends / shutterstock

Edmonton verfügt über enorm große Parkanlagen und -flächen auf dem Stadtgebiet. Gemessen an der Einwohnerzahl bietet keine andere Großstadt in Nordamerika so viel Grünfläche. Ein Großteil der Parkanlagen bildet zudem ein zusammenhängendes Parksystem entlang des North Saskatchewan Rivers, der die Stadt mittig teilt. Allein dieses River Valley Parks System genannte Areal ist zusammen 74 km² groß. Teils handelt es sich dabei um angelegte Parkanlagen. Zu großen Teilen sind es aber weitgehend natürlich belassene Areale, sodass hier auf dem Stadtgebiet Seen und Schluchten besichtigt werden können. Mit 160 km Wanderwegen bieten die River Valles Parks viel Raum für Wanderausflüge. Zusätzlich zu diesem zusammenhängenden System finden sich in Edmonton zahlreiche weitere Parkanlagen, sodass die insgesamt ausgewiesene Fläche 111 km² beträgt. Auch mehrere Golfplätze laden in den Parks zum Besuch ein. Im Winter werden diese in vielen Fällen zu Wintersportanlagen für Skilanglauf und ähnliche Aktivitäten umfunktioniert.

Museen und Galerien

Edmonton beheimatet insgesamt 60 Museen und Galerien, sodass auch kulturbegeisterten Besuchern der Stadt einiges geboten wird. Besonders hervorzuheben ist etwa das Royal Alberta Museum, das sich umfänglich mit der Geschichte Albertas seit der Besiedlung durch die europäischen Einwanderer beschäftigt. Besonderen Wert legt das Museum dabei auf die Aufarbeitung der negativen Aspekte dieser Historie, indem es der Geschichte der kanadischen Ureinwohner viel Ausstellungsfläche widmet. Die Bearclaw Gallery, die sich auf die Ausstellung der Kunst von Angehörigen der First Nations konzentriert, ist mit Blick auf dieses Thema ebenfalls einen Besuch wert. In wechselnden Ausstellungen werden hier sowohl historische als auch zeitgenössische Werke der indigenen Kultur präsentiert. Dahingegen zeigt die nicht zuletzt auch architektonisch außergewöhnlich gestaltete Art Gallery of Alberta in wechselnden Ausstellungen Werke internationaler Künstlerinnen und Künstler. Die Dauerausstellung des Hauses konzentriert sich allerdings vor allem auf Werke kanadischer Kunstschaffender.

  1. Royal Alberta Museum: Dies ist das größte Museum in Westkanada. Es bietet Ausstellungen zur Geschichte und Kultur Albertas sowie wechselnde internationale Ausstellungen.
  2. Art Gallery of Alberta: Dieses Museum beherbergt über 6.000 Kunstwerke und bietet eine Vielzahl von Ausstellungen, Workshops und Bildungsprogrammen.
  3. Alberta Aviation Museum: Ein Museum, das der Luftfahrtgeschichte Albertas gewidmet ist, mit vielen historischen Flugzeugen und Ausstellungen.
  4. TELUS World of Science: Obwohl es technisch gesehen ein Wissenschaftszentrum und kein Museum ist, bietet es viele interaktive Ausstellungen und IMAX-Filme, die Besucher aller Altersgruppen faszinieren.
  5. Ukrainian Cultural Heritage Village: Dies ist ein Freilichtmuseum, das das Leben der ukrainischen Einwanderer darstellt, die sich in den Jahren 1899-1930 in East Central Alberta niedergelassen haben.
  6. Fort Edmonton Park: Auch ein Freilichtmuseum, das die Geschichte von Edmonton von der Gründung der Hudson’s Bay Company bis in die 1920er Jahre nachzeichnet.
  7. Edmonton’s Streetcar Museum: Eine einzigartige Attraktion, in der Besucher historische Straßenbahnen erkunden und eine Fahrt auf einer der funktionierenden Straßenbahnen unternehmen können.
  8. Muttart Conservatory: Dies ist zwar kein traditionelles Museum, aber es ist ein interessanter botanischer Garten mit vier Pyramiden, die verschiedene biomes darstellen.

Festivals

Edmonton wird in Kanada häufig auch „The Festival City“ genannt. Vor allem in den Sommermonaten vergeht hier kaum eine Woche, in der nicht irgendwo in der Stadt ein größeres Kulturevent stattfindet. Von internationalem Ruf sind dabei zum Beispiel das 13 Tage dauernde Works, Art & Design Festival sowie das Edmonton International Fringe Festival, das zweitgrößte Theaterfestival der Welt. Zu beiden Veranstaltungen werden jedes Jahr zahlreiche internationale Künstlerinnen und Künstler eingeladen, die hier Werke und Performances präsentieren. Auch das Edmonton International Street Performer’s Festival, bei dem sich alles um Straßenkunst dreht, lädt Performancekünstlerinnen und -künstler aus aller Welt ein.