13. Arrondissement
Strretart in Paris im 13. Arrondissement, Bold: EQRoy / shutterstock

Die besten Streetart Spots in Paris

Paris: die Stadt der Liebe, Kunst und Kultur. Frankreichs Hauptstadt ist edel, schick und zeitlos elegant. In Paris wartet an jeder Ecke eine andere Sehenswürdigkeit, die für die Ewigkeit geschaffen wurde: der Eiffelturm, der Arc de Triomphe, die Champs-Élysées, Notre-Dame, der Montmartre mit Sacré Cœur und natürlich der Louvre. Die Königin unter den Hauptstädten hat aber mehr zu bieten als klassisches Sightseeing.

Streetart – mehr als Schmierereien

Die Streetart Szene hat nicht nur an Akzeptanz gewonnen, sondern auch einen großen Einfluss auf die aktuelle Kunstszene. Das erste Kunstwerk im öffentlichen, urbanen Raum, das als Wegweiser für die Streetart gilt, ist die Wandmalerei namens „Periskopisch“ von Werner Nöfer an der Großen Freiheit in Hamburg aus dem Jahr 1967.

Ab den frühen 2000ern wurde aus der Graffiti- und Urban Art-Szene eine offizielle Streetart Bewegung, die mittlerweile alle Metropolen der Welt erobert und wenig mit dem zu tun hat, was auch heute noch eher negativ mit Graffitis verbunden wird.

Streetart in Paris

Schon in den 80ern haben sich in Paris die ersten Streetart Künstler niedergelassen und ihre Kunst im urbanen Raum verbreitet. Eine Spezialität der urbanen Kunst Frankreichs ist das sogenannte „le pochoir“, also das Verwenden einer Schablone, mittels der die Kunst an die Wände gesprayt wird. Dem gegenüber steht das freihändige Sprayen der Bilder. Bekanntester Vertreter dieser Schablonen-Technik ist heute Banksy.

Die Straßenkunst war damals eine Möglichkeit für die breite Masse, sich künstlerisch auszudrücken und ist für das gegenwärtige Paris so wichtig geworden, dass sogar seitens der Regierung Streetart-Kunstwerke in Auftrag gegeben werden.

An folgenden Stellen kann man in Paris Streetart entdecken:

Die Hochburg der Street Art: das 13. Arrondissement

Um das Image von „le 13e“ zu verbessern, setzte der Bezirksbürgermeister Jérome Coumet auf Straßenkunst. Heute gilt das Viertel als hip und trendy und viele Menschen kommen hierher, um die Murals, Strencils und Tags der verschiedenen Künstler zu sehen. Die Themen, die verarbeitet werden, sind dabei mal sozialkritisch und provokativ, mal künstlerisch wertvoll, aber immer voller Leidenschaft.

Neben dem Bürgermeister ist es vor allem der Pariser Kunsthändler und Kulturunternehmer Mehdi Ben Cheikh, der die Streetart und urbane Kunst in Paris fördert. Er gründete die Galerie Itinerrance, die sich auf diese Kunstformen spezialisiert hat, und ist maßgeblich an der COP21-Kugel von Shepard Fairey alias Obey beteiligt gewesen. Der Künstler hat die 2,3 Tonnen schwere Kugel mit 8 Metern Durchmesser während der Klimakonferenz im Jahr 2015 zwischen der ersten und der zweiten Etage des Eiffelturms aufgehängt. Bedruckt war sie mit einem Mandala aus floralen Mustern und der Zweck seiner Installation war eindeutig: Respektiert die Umwelt und schützt die Natur.

Ein Mix aus alt und neu: Butte aux Cailles

Im Viertel Butte aux Cailles im 13.Arrondissement findet man heute einen bunten Mix von Kunstwerken aus den 80ern bis hin zu aktuellen Künstlern. Nicht alle davon sind direkt sichtbar. Die Streetart Szene ist heute zwar etabliert, aber viele frühe Künstler kamen noch vom Graffiti oder aus der Punkszene und sprayten daher lieber versteckt.

Eine der bedeutendsten Künstlerinnen des Butte aux Cailles und aus dem 13. Arrondissement ist die Pariserin Miss. Tic, die sich auch an zahlreichen Wänden mit ihrem typischen Mix aus Bild und Schrift im Schablonenstil verewigt hat.

Eine ganze Straße voller Streetart: Rue du Retrait

In der Rue du Retrait im 20. Arrondissement im Norden von Paris reiht sich Kunstwerk an Kunstwerk. Die ersten Fassaden wurden 2013 gestaltet und seitdem erfindet sich die Straße immer wieder neu, im künstlerischen Sinne. Oft erscheinen die neuen Werke unbemerkt über Nacht. Ein Besuch dort lohnt sich somit auch, wenn man schon einmal dort war.

Wandmalereien aus mehreren Händen: Das Villette-Viertel

Wandmalerei in Paris
Wandmalerei in Paris, Bild: EQRoy / shutterstock

Wenn es irgendwo eine lange Mauer gibt, fühlen sich Streetart-Künstler davon magisch angezogen-wie bei der Berliner Mauer. In Paris ist es eine lange Mauer in der Rue de l’Ourcq im 19. Arrondissement, der verschiedenste Künstler ein buntes Leben eingehaucht haben. In der Rue Aubervilliers kann man mit einer Länge von 493 Metern die längste Wandmalerei bestaunen. Gegenüber des Parc de la Villette haben rund 30 Künstler sich im Viertel um den 27. Block ausgetobt.

Streetart im Zentrum

Auch wenn sich die Streetart-Bewegung in den äußeren Bezirken und bei den sozialschwächeren Schichten eher etabliert hat, findet man auch im Pariser Zentrum zahlreiche Kunstwerke. Auf dem Igor-Stravinsky-Platz im 4. Arrondissement hat Jef Aérosol auf 350m² ein Bild mit Schablonen angefertigt, das einen Mann zeigt, der zur Stille ermahnt. Ebenfalls im 4. Arrondissement in der Rue de la Verrerie hat M.Chat den Rolladen des BHV Homme mit gelben Katzen verschönert.

Auf der anderen Seite der Seine im 7. Arrondissement lebte der bekannte Sänger Serge Gainsbourg. Sein Haus in der Rue de Verneuil wird seit seinem Tod regelmäßig von neuen Kunstwerken, Graffitis, Zeichnungen oder Collagen geziert, allesamt, um ihm die letzte Ehre zu erweisen.

Streetart mit einem Guide entdecken oder auf eigene Faust

Es gibt die unterschiedlichsten Möglichkeiten, die Streetart in Paris zu erleben. Plant man eine Reise in Frankreichs Hauptstadt, kann man entweder direkt online verschiedene ortskundige Guides buchen, die teilweise selbst der Streetart Szene angehören. Auch direkt vor Ort kann man verschiedene Urban Art Touren buchen, bei denen man Hintergrundwissen über die Künstler und die Kunstwerke erhält. Oder man macht sich auf eigene Faust auf die Suche nach den bekanntesten Streetart-Spots und entdeckt dabei vielleicht den ein oder anderen Geheimtipp. Wer dabei nicht nur den Pariser Untergrund kennen lernen will, sondern lieber auf die Metro verzichtet, kann auch einfach einen der bekannten Pariser Hop-On/Hop-Off-Busse nehmen. Damit bekommt man neben der Streetart auch noch ein bisschen klassisches Sightseeing.