Timanfaya-Nationalpark auf Lanzarote: Feuerberge, El Diablo & Tipps

Timanfaya Nationalpark
Der Timanfaya Nationalpark auf Lanzarote, Bild: Reisemagazin Online

Der Timanfaya-Nationalpark gehört zu den eindrucksvollsten Sehenswürdigkeiten auf Lanzarote. Im Westen der Kanareninsel erstreckt sich eine Landschaft aus schwarzen Lavafeldern, rotbraunen Vulkankegeln, erstarrten Lavaströmen und nahezu vegetationslosen Ebenen. Wer zum ersten Mal durch dieses Gebiet fährt, versteht schnell, warum Timanfaya häufig mit einer Mond- oder Marslandschaft verglichen wird. Der Nationalpark zeigt auf besonders anschauliche Weise, wie stark der vulkanische Ursprung Lanzarotes das heutige Erscheinungsbild der Insel geprägt hat.

Die Landschaft entstand vor allem während der schweren Vulkanausbrüche zwischen 1730 und 1736. Über einen Zeitraum von fast sechs Jahren öffneten sich zahlreiche Krater, Lava bedeckte große Teile des fruchtbaren Inselwestens und mehrere Dörfer verschwanden unter den Lavamassen. Eine weitere Ausbruchsphase folgte im Jahr 1824. Obwohl seitdem kein Vulkan mehr ausgebrochen ist, ist die Hitze im Untergrund bis heute messbar. Rund um den Islote de Hilario demonstrieren Mitarbeiter des Parks, wie trockenes Pflanzenmaterial durch die Erdwärme Feuer fängt und eingefülltes Wasser als heiße Dampffontäne aus dem Boden schießt.

Der Timanfaya-Nationalpark und seine Feuerberge

Hohe Erdtemperaturen Timanfaya
Hohe Erdtemperaturen versetzen Pflanzen in Flammen, Bild: Reisemagazin Online

Der Timanfaya-Nationalpark liegt im zentralen Westen Lanzarotes und wurde 1974 zum Nationalpark erklärt. Er schützt den geologisch besonders wertvollen Kern der großen historischen Ausbruchsgebiete. Die Fläche des Nationalparks umfasst etwas mehr als 50 Quadratkilometer. Das gesamte vulkanisch geprägte Umfeld ist jedoch wesentlich größer und reicht weit über die Parkgrenzen hinaus. Schon bei der Anfahrt über die LZ-67 ziehen sich dunkle Lavafelder bis zum Horizont. Dazwischen erheben sich die Montañas del Fuego, die Feuerberge, deren Farben je nach Sonnenstand von Tiefschwarz über Rostrot bis zu Ocker und Violett reichen.

Gerade die scheinbare Leere macht den besonderen Reiz der Landschaft aus. Auf den ersten Blick wirkt das Gebiet lebensfeindlich und völlig unbewegt. Bei genauerem Hinsehen sind jedoch zahlreiche Strukturen erkennbar: scharfkantige Brocken aus erstarrter Lava, gewundene Lavaströme, feiner Lapilli, Ascheflächen, Kraterwände und Risse im Boden. Die einzelnen Formen erzählen von unterschiedlichen Ausbruchsphasen und davon, wie flüssiges Gestein abkühlte, erstarrte oder von späteren Lavaströmen überlagert wurde.

Der Nationalpark gehört zu den am strengsten geschützten Gebieten Lanzarotes. Viele Flächen dürfen nicht frei betreten werden, denn Fußspuren und das Verschieben von Gestein würden in der empfindlichen Landschaft lange sichtbar bleiben. Der Schutz dieser fast unveränderten Vulkanlandschaft ist ein wichtiger Grund dafür, dass der zentrale Bereich hauptsächlich im Rahmen der offiziellen Rundfahrt besichtigt wird.

Die Vulkanausbrüche von 1730 bis 1736

Am 1. September 1730 begann eine der folgenreichsten Vulkankatastrophen in der Geschichte der Kanarischen Inseln. Über Jahre hinweg öffneten sich immer neue Schlote. Lava, Asche und vulkanisches Gestein bedeckten Felder, Weideland und Ortschaften. Historische Aufzeichnungen des damaligen Pfarrers von Yaiza beschreiben Feuer, Explosionen, Ascheregen und neu entstandene Berge. Die Ausbrüche veränderten einen großen Teil des Inselwestens grundlegend. Dörfer wie Timanfaya, Santa Catalina und Maretas wurden zerstört oder aufgegeben, während viele Bewohner in andere Regionen Lanzarotes oder auf benachbarte Inseln ausweichen mussten.

Für die Landwirtschaft waren die Folgen zunächst verheerend. Ein erheblicher Teil der zuvor nutzbaren Flächen lag anschließend unter Lava und Vulkanasche. Zugleich lernten die Bewohner Lanzarotes im Laufe der Zeit, die besonderen Eigenschaften der vulkanischen Böden zu nutzen. Besonders deutlich wird dies in der nahe gelegenen Weinregion La Geria. Dort werden Rebstöcke in trichterförmigen Vertiefungen angepflanzt, während halbkreisförmige Mauern aus Lavastein Schutz vor dem Wind bieten. Die poröse Vulkanasche nimmt Feuchtigkeit aus der Luft auf und gibt sie langsam an die Pflanzen ab. So entstand aus der Katastrophe langfristig eine außergewöhnliche Kulturlandschaft.

Im Jahr 1824 kam es erneut zu vulkanischer Aktivität. Die Ausbrüche waren kürzer und weniger weitreichend als im 18. Jahrhundert, hinterließen aber weitere Krater und Lavaströme. Seitdem blieb Lanzarote von neuen Eruptionen verschont. Dennoch erinnern die hohen Temperaturen im Untergrund daran, dass die Insel geologisch keineswegs vollständig zur Ruhe gekommen ist.

Islote de Hilario: Hitze direkt unter der Oberfläche

Das touristische Zentrum der Montañas del Fuego befindet sich am Islote de Hilario. Schon die Zufahrt führt durch eine außergewöhnliche Landschaft. Nach dem Abstellen des Fahrzeugs gelangen Besucher zu einem Aussichtspunkt mit weitem Blick über Krater, Hügel und Lavafelder. Hier finden auch die bekannten geothermischen Vorführungen statt. Dabei schieben Mitarbeiter trockenes Pflanzenmaterial in eine flache Bodenöffnung. Durch die aufsteigende Hitze beginnt es kurze Zeit später zu brennen. Bei einer weiteren Demonstration wird Wasser in ein Rohr im Boden gegossen. Wenige Sekunden später schießt es als kräftige Dampffontäne wieder nach oben.

Die Versuche zeigen keine austretende Lava und sind auch kein Hinweis auf einen unmittelbar bevorstehenden Ausbruch. Sie machen vielmehr sichtbar, wie viel Wärme im Untergrund gespeichert ist. In geringer Tiefe können bereits sehr hohe Temperaturen auftreten; einige Meter unter der Oberfläche werden mehrere hundert Grad Celsius erreicht. Die Demonstrationen gehören zu den eindrucksvollsten Momenten des Besuchs, weil die vulkanische Energie nicht nur erklärt, sondern unmittelbar erlebbar wird.

Ruta de los Volcanes: Mit dem Bus durch die Vulkanlandschaft

Die Ruta de los Volcanes ist der wichtigste Bestandteil eines Besuchs der Montañas del Fuego. Die etwa 14 Kilometer lange Strecke führt durch den besonders geschützten Kern der Vulkanlandschaft. Sie wird nicht mit dem eigenen Auto befahren. Besucher steigen am Islote de Hilario in einen offiziellen Bus um; die Fahrt ist gewöhnlich im Eintritt enthalten. Während der Rundfahrt werden über Lautsprecher Informationen zur Geschichte der Ausbrüche, zur Geologie und zu den auffälligsten Landschaftsformen vermittelt.

Die schmale Straße führt an Kratern vorbei, über Höhenrücken und durch erstarrte Lavaströme. Immer wieder öffnen sich eindrucksvolle Ausblicke auf die Montañas del Fuego. Je nach Licht und Wetter wirkt die Landschaft völlig unterschiedlich. Bei Sonnenschein treten die roten und ockerfarbenen Gesteinsschichten besonders deutlich hervor, während Wolken und Nebel eine fast mystische Atmosphäre erzeugen. Da während der Fahrt in der Regel nicht ausgestiegen wird, empfiehlt sich ein Sitzplatz am Fenster. Durch Spiegelungen lassen sich Fotos aus dem Bus allerdings nicht immer problemlos aufnehmen. Der direkte Eindruck der Landschaft ist deshalb wichtiger als die perfekte Aufnahme.

Die Busfahrt dauert ungefähr eine halbe Stunde. Zusammen mit der Zufahrt, den geothermischen Vorführungen, dem Aufenthalt am Aussichtspunkt und einem möglichen Restaurantbesuch sollte für die Montañas del Fuego deutlich mehr Zeit eingeplant werden. An stark besuchten Tagen können bereits vor der Einfahrt längere Wartezeiten entstehen.

Das Restaurant El Diablo

Grill, Timanfaya Nationalpark
Hähnchengrill des Restaurants El Diablo, Bild: Reisemagazin Online

Direkt am Islote de Hilario befindet sich das Restaurant El Diablo. Das kreisförmige Gebäude wurde nach Ideen des auf Lanzarote geborenen Künstlers und Architekten César Manrique gestaltet. Große Fensterflächen geben den Blick auf die Feuerberge frei, während dunkler Vulkanstein das Gebäude optisch mit seiner Umgebung verbindet. Manrique setzte sich auf Lanzarote konsequent dafür ein, Architektur, Kunst und Natur miteinander zu verbinden. El Diablo ist ein besonders anschauliches Beispiel für diesen Ansatz.

Bekannt ist das Restaurant vor allem für seinen vulkanischen Grill. Über einer tiefen Öffnung wird die aus dem Erdinneren aufsteigende Wärme genutzt, um Speisen zu garen. Dabei handelt es sich nicht um einen offenen Lavasee, sondern um einen speziell angelegten Schacht, in dem natürliche geothermische Hitze konzentriert wird. Für viele Besucher ist schon der Blick auf die ungewöhnliche Konstruktion ein Erlebnis. Das Restaurant kann außerdem eine gute Gelegenheit für eine Pause sein, vor allem wenn genügend Zeit für den Nationalpark eingeplant wurde.

Wer im El Diablo essen möchte, sollte berücksichtigen, dass Öffnungszeiten, Angebot und Auslastung variieren können. An stark besuchten Tagen kann es voll werden. Auch ohne eine Mahlzeit lohnt sich der Blick durch die Panoramafenster, denn von hier lässt sich die Weite der Vulkanlandschaft besonders gut erfassen.

César Manrique und Timanfaya

César Manrique prägte das Erscheinungsbild Lanzarotes wie kaum ein anderer. Der Künstler, Architekt und Naturschützer setzte sich gegen eine unkontrollierte touristische Bebauung ein und entwickelte Orte, an denen sich moderne Gestaltung bewusst in die Vulkanlandschaft einfügt. Neben El Diablo gehören unter anderem die Jameos del Agua, der Mirador del Río und der Jardín de Cactus zu seinen bekanntesten Projekten.

Im Timanfaya-Gebiet wird Manriques Idee besonders deutlich: Die Landschaft bleibt der eigentliche Mittelpunkt. Das Gebäude am Islote de Hilario ordnet sich ihr unter, statt sie zu überragen. Gleichzeitig macht die Architektur die vulkanischen Besonderheiten für Besucher zugänglich. Selbst das bekannte Teufelssymbol des Nationalparks, das an vielen Stellen auf Lanzarote zu sehen ist, geht auf Manrique zurück.

Flora und Fauna im Nationalpark

Auf den jungen Lavaflächen ist die Vegetation nur schwach entwickelt. Dennoch handelt es sich keineswegs um eine vollkommen leblose Wüste. Flechten spielen bei der Besiedlung des Gesteins eine besonders wichtige Rolle. Sie benötigen nur wenig Nährstoffe, können Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen und tragen langsam zur Verwitterung der Lava bei. In geschützteren Bereichen wachsen Moose, kleine Sträucher und weitere Pflanzen, die an Trockenheit, Wind und nährstoffarme Böden angepasst sind.

Zu den charakteristischen Gewächsen der trockenen Landschaft gehört die Aulaga Majorera, ein dorniger Strauch, der mit sehr wenig Wasser auskommt. Auch Sukkulenten und andere trockenheitsresistente Arten finden sich in geeigneten Nischen. Je älter die Lavaflächen sind und je günstiger ihre Lage ist, desto stärker können sie besiedelt sein. Gerade der Vergleich zwischen nahezu kahlen jungen Lavaströmen und bereits stärker bewachsenen älteren Flächen verdeutlicht, wie langsam natürliche Wiederbesiedlung abläuft.

Auch verschiedene Tierarten haben sich an die Bedingungen angepasst. Dazu zählen Insekten, Geckos, Eidechsen und Vögel. Besonders im Randbereich des Nationalparks lassen sich unterschiedliche Vogelarten beobachten. Die Tierwelt ist weniger auffällig als in vielen anderen Nationalparks, gehört aber dennoch zum empfindlichen Ökosystem. Besucher sollten daher keine Tiere füttern und die ausgewiesenen Wege und Aufenthaltsbereiche nicht verlassen.

Anreise zum Timanfaya-Nationalpark

Die Montañas del Fuego sind ausschließlich über die Landstraße LZ-67 erreichbar, die Tinajo im Norden mit Yaiza im Süden verbindet. Die ausgeschilderte Zufahrt befindet sich zwischen beiden Orten. Von Puerto del Carmen dauert die Fahrt je nach Ausgangspunkt ungefähr eine halbe Stunde, von Playa Blanca meist etwas länger und von Costa Teguise etwa 40 bis 50 Minuten. Die tatsächliche Fahrzeit hängt vom Verkehr und von möglichen Warteschlangen an der Parkeinfahrt ab.

Mit dem Mietwagen ist die Anreise besonders unkompliziert. Am Islote de Hilario stehen Parkmöglichkeiten zur Verfügung, wobei die Zufahrt über die reguläre Eintrittsstelle erfolgt. Öffentliche Linienbusse fahren nicht in derselben Weise bis zum touristischen Hauptbereich wie ein privates Fahrzeug. Reisende ohne Mietwagen nutzen daher häufig organisierte Inselrundfahrten oder Ausflüge, bei denen Timanfaya mit weiteren Sehenswürdigkeiten verbunden wird.

Da der Andrang stark schwanken kann, empfiehlt sich eine frühe Anreise. In den Hauptreisezeiten und zur Tagesmitte bilden sich auf der Zufahrtsstraße teilweise lange Fahrzeugschlangen. Wer sein Ticket vorab mit einem festen Zeitfenster kauft, sollte die Hinweise des offiziellen Anbieters genau beachten und ausreichend Zeit für die Anfahrt einplanen.

Eintritt und Öffnungszeiten

Die Montañas del Fuego sind ganzjährig geöffnet, sofern Wetter, Sicherheit oder besondere Umstände keinen vorübergehenden Betriebsausfall verursachen. Eintrittspreise und genaue Besuchszeiten können sich ändern. Inzwischen wird der Onlinekauf mit ausgewähltem Zeitfenster angeboten. Vor der Fahrt sollten deshalb die aktuellen Angaben auf der offiziellen Website der Centros de Arte, Cultura y Turismo de Lanzarote geprüft werden.

Der Eintritt umfasst üblicherweise die Zufahrt zum Islote de Hilario, die geothermischen Vorführungen und die Busfahrt über die Ruta de los Volcanes. Das Besucher- und Informationszentrum in Mancha Blanca ist davon zu unterscheiden: Es liegt ebenfalls an der LZ-67, ist kostenlos zugänglich und bietet eine Ausstellung zur Geologie, Natur und Geschichte des Nationalparks. Wer Timanfaya besser verstehen möchte, kann das Zentrum vor oder nach den Montañas del Fuego besuchen.

Das Besucherzentrum in Mancha Blanca

Das Centro de Visitantes e Interpretación de Mancha Blanca liegt nördlich der Einfahrt zu den Montañas del Fuego. Ausstellungen, Modelle, Schautafeln und audiovisuelle Inhalte erklären die Entstehung Lanzarotes und die historischen Ausbrüche. Das Zentrum bietet damit mehr Hintergrundwissen, als während der touristischen Rundfahrt vermittelt werden kann. Der Besuch ist besonders für Familien, geologisch Interessierte und Reisende empfehlenswert, die den Nationalpark nicht nur fotografieren, sondern seine Entstehung nachvollziehen möchten.

Vom Besucherzentrum aus werden teilweise auch geführte Aktivitäten und Wanderungen angeboten. Für bestimmte Routen ist eine vorherige Anmeldung erforderlich, und die Zahl der Teilnehmer ist begrenzt. Aktuelle Termine und Voraussetzungen sollten direkt bei der Nationalparkverwaltung geprüft werden.

Wandern im Timanfaya-Gebiet

Ein spontaner Spaziergang quer durch die Feuerberge ist nicht erlaubt. Für Wanderer gibt es jedoch ausgewählte Möglichkeiten. Zu den bekanntesten Angeboten gehören geführte Routen, bei denen geschulte Guides geologische Formationen, Pflanzen und die Geschichte des Gebiets erläutern. Die Verfügbarkeit hängt von Terminen, Wetterbedingungen und Schutzvorgaben ab. Eine frühzeitige Reservierung ist sinnvoll.

Auch außerhalb des eigentlichen Nationalparks führen Wege durch eindrucksvolle Vulkanlandschaften. Eine bekannte Route verläuft beispielsweise rund um den Volcán del Cuervo. Dort lässt sich ein Krater zu Fuß erkunden, ohne die geschützten Kernbereiche von Timanfaya zu betreten. Ebenfalls interessant ist die Caldera Blanca, deren Wanderung länger und anspruchsvoller ist. Bei allen Touren sind feste Schuhe, Sonnenschutz und ausreichend Trinkwasser notwendig. Auf Lanzarote gibt es oft kaum Schatten, und Wind kann die Intensität der Sonne leicht unterschätzen lassen.

Dromedarritte am Echadero de Camellos

An der LZ-67 südlich der Hauptzufahrt liegt der Echadero de Camellos. Dort werden kurze Ritte auf Dromedaren durch die vulkanische Landschaft angeboten. Umgangssprachlich werden die Tiere auf Lanzarote meist als Kamele bezeichnet, zoologisch handelt es sich jedoch um einhöckrige Dromedare. Sie wurden auf den Kanaren über lange Zeit als Arbeits- und Transporttiere eingesetzt und spielten insbesondere in der Landwirtschaft eine wichtige Rolle.

Heute ist der Dromedarritt vor allem ein touristisches Angebot. Besucher, denen Tierwohl bei Urlaubsaktivitäten wichtig ist, sollten sich vor Ort selbst ein Bild von Haltung, Belastung und Ablauf machen und entscheiden, ob sie teilnehmen möchten. Der Nationalpark lässt sich ohne Dromedartour vollständig besuchen; sie ist weder Bestandteil der Busroute noch Voraussetzung für den Zugang zu den Montañas del Fuego.

Die beste Reisezeit für Timanfaya

Der Nationalpark ist zu jeder Jahreszeit sehenswert. Lanzarote besitzt ein mildes, trockenes Klima, sodass selbst im Winter häufig angenehme Bedingungen herrschen. Für längere Aufenthalte im Freien sind Herbst, Winter und Frühjahr meist besonders komfortabel. Im Sommer können die Temperaturen hoch sein, und auf den dunklen Lavaflächen wirkt die Sonne zusätzlich intensiv. Schatten ist kaum vorhanden.

Auch Wind gehört zu Lanzarote. An manchen Tagen sorgt er für angenehme Kühlung, an anderen kann er Staub aufwirbeln und das Fotografieren erschweren. Festes Schuhwerk, Sonnencreme, Kopfbedeckung und Wasser sind unabhängig von der Jahreszeit sinnvoll. Nach seltenen starken Regenfällen oder bei außergewöhnlichem Wetter können einzelne Angebote eingeschränkt sein.

Timanfaya mit weiteren Ausflugszielen verbinden

Ein Besuch des Nationalparks lässt sich sehr gut mit anderen Sehenswürdigkeiten im Inselwesten verbinden. Direkt südlich liegt Yaiza, ein gepflegter Ort mit weißen Häusern, Gärten und Restaurants. Weiter westlich befinden sich die Salinas de Janubio und die raue Küstenlandschaft von Los Hervideros. Dort brandet der Atlantik gegen erstarrte Lava und hat Höhlen, Öffnungen und natürliche Kanäle in das Gestein geformt.

Östlich des Nationalparks beginnt die Weinregion La Geria. Die schwarzen Vulkanböden und die halbkreisförmigen Steinmauern um die Rebstöcke bilden eine der ungewöhnlichsten Kulturlandschaften der Kanaren. Mehrere Bodegas bieten Weinverkostungen an. Eine klassische Tagestour kann deshalb Timanfaya, Yaiza, Los Hervideros, die Salinen von Janubio und La Geria miteinander verbinden. Dabei sollte die Route nicht zu voll geplant werden, damit für die Feuerberge und mögliche Wartezeiten genügend Zeit bleibt.

Praktische Tipps für den Besuch

  • Aktuelle Informationen prüfen: Öffnungszeiten, Eintrittspreise und Buchungssystem können sich ändern. Maßgeblich sind die Angaben des offiziellen Betreibers.
  • Früh anreisen: Am späten Vormittag und zur Mittagszeit entstehen häufig längere Warteschlangen.
  • Zeit einplanen: Für Einfahrt, Vorführungen und Busroute sind mindestens zwei Stunden sinnvoll; bei hohem Andrang deutlich mehr.
  • Wasser und Sonnenschutz mitnehmen: Die Vulkanlandschaft bietet kaum natürlichen Schatten.
  • Im Bus aufmerksam sein: Die schönsten Ausblicke wechseln schnell. Ein Fensterplatz ist von Vorteil.
  • Naturschutz beachten: Lavagestein darf nicht mitgenommen werden. Gesperrte Bereiche dürfen nicht betreten werden.
  • Mancha Blanca ergänzen: Das kostenlose Besucherzentrum vermittelt ausführliche Hintergrundinformationen.
Timanfaya Nationalpark
Timanfaya Nationalpark, Bild: Reisemagazin Online

Warum sich der Timanfaya-Nationalpark lohnt

Timanfaya ist weit mehr als eine Kulisse für außergewöhnliche Urlaubsfotos. Der Nationalpark macht sichtbar, wie geologische Prozesse Landschaften, Lebensräume und das Leben der Menschen verändern. Die historischen Vulkanausbrüche zerstörten Dörfer und landwirtschaftliche Flächen, schufen aber zugleich die Grundlage für eine Landschaft, die heute zu den wichtigsten Naturattraktionen Lanzarotes gehört. Die Verbindung aus geschützter Natur, geothermischen Vorführungen, der Ruta de los Volcanes und der von César Manrique geprägten Architektur macht den Besuch abwechslungsreich, ohne den Charakter des Gebiets in den Hintergrund zu drängen.

Wer Lanzarote verstehen möchte, kommt an Timanfaya kaum vorbei. Die Feuerberge zeigen die Insel in ihrer ursprünglichsten Form: karg, farbenreich, still und zugleich voller geologischer Energie. Besonders eindrucksvoll ist der Gedanke, dass diese scheinbar zeitlose Landschaft erst vor wenigen Jahrhunderten entstand und sich ihre natürliche Entwicklung noch immer in einem frühen Stadium befindet.

Häufige Fragen zum Timanfaya-Nationalpark

Wo liegt der Timanfaya-Nationalpark?

Der Nationalpark liegt im zentralen Westen Lanzarotes zwischen den Gemeinden Tinajo und Yaiza. Die Zufahrt zu den Montañas del Fuego erfolgt über die LZ-67. Das Besucherzentrum von Mancha Blanca liegt weiter nördlich an derselben Straße.

Kann man Timanfaya mit dem eigenen Auto durchfahren?

Mit dem eigenen Fahrzeug fährt man bis zum Islote de Hilario. Die geschützte Ruta de los Volcanes wird anschließend ausschließlich mit einem offiziellen Bus befahren. Eine individuelle Fahrt mit dem Mietwagen durch den Kernbereich ist nicht erlaubt.

Wie lange dauert ein Besuch im Nationalpark?

Für die Montañas del Fuego sollten mindestens zwei Stunden eingeplant werden. Bei Warteschlangen, einem Restaurantbesuch oder einem zusätzlichen Aufenthalt im Besucherzentrum von Mancha Blanca kann der Ausflug einen halben Tag beanspruchen.

Ist Timanfaya noch vulkanisch aktiv?

Im Untergrund ist weiterhin starke geothermische Wärme vorhanden. Bei den Vorführungen am Islote de Hilario wird diese Hitze sichtbar gemacht. Aktuell findet jedoch kein Vulkanausbruch statt. Die Demonstrationen sind kein Anzeichen für eine unmittelbar bevorstehende Eruption.

Kann man im Timanfaya-Nationalpark wandern?

Freies Wandern im geschützten Kerngebiet ist nicht gestattet. Es gibt jedoch ausgewählte geführte Routen, für die meist eine Anmeldung erforderlich ist. Außerhalb des Nationalparks bieten Wanderungen wie Volcán del Cuervo oder Caldera Blanca weitere Möglichkeiten, die Vulkanlandschaft zu Fuß zu erleben.

Ist Timanfaya für Kinder geeignet?

Der Nationalpark ist ein interessantes Ausflugsziel für Familien. Besonders die Dampffontänen, die Busfahrt und die ungewöhnliche Landschaft faszinieren viele Kinder. Zu beachten sind mögliche Wartezeiten, starke Sonne und die Tatsache, dass während der Busroute nicht ausgestiegen wird.

Ist der Besuch barrierefrei?

Viele zentrale Bereiche am Islote de Hilario und das Besucherzentrum in Mancha Blanca sind für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich. Individuelle Anforderungen sollten vor dem Besuch direkt beim Betreiber beziehungsweise bei der Nationalparkverwaltung abgeklärt werden.

Was kostet der Eintritt?

Die Preise können sich ändern und hängen unter anderem vom Alter und möglichen Ermäßigungen ab. Aktuelle Tarife und verfügbare Zeitfenster sollten vor der Anreise auf der offiziellen Buchungsseite der Centros de Arte, Cultura y Turismo de Lanzarote geprüft werden.

Muss man Eintrittskarten vorab buchen?

Eine vorherige Onlinebuchung ist besonders in stark besuchten Zeiten empfehlenswert. Bei zeitgebundenen Tickets sollten Besucher frühzeitig an der Zufahrt sein, weil es auf der LZ-67 zu Warteschlangen kommen kann.

Was ist im Eintritt enthalten?

Zum regulären Besuch der Montañas del Fuego gehören üblicherweise die Zufahrt zum Islote de Hilario, die geothermischen Vorführungen und die Fahrt auf der Ruta de los Volcanes. Restaurantbesuch und Dromedarritt sind separate Angebote.

Kann man im Nationalpark essen?

Am Islote de Hilario befindet sich das Restaurant El Diablo. Es ist für seinen mit Erdwärme betriebenen Grill und den Panoramablick bekannt. Angebot und Öffnungszeiten sollten vor dem Besuch geprüft werden.

Darf man Lavagestein mitnehmen?

Nein. Der Nationalpark steht unter strengem Schutz. Steine, Pflanzen und andere natürliche Bestandteile dürfen nicht entfernt werden. Besucher sollten sich ausschließlich in den freigegebenen Bereichen bewegen.

Wann ist die beste Tageszeit für Timanfaya?

Eine frühe Anreise ist meist sinnvoll, weil der Andrang später am Vormittag zunimmt. Auch das Licht ist morgens häufig angenehm. Die tatsächliche Besuchszeit kann durch das aktuelle Buchungssystem und verfügbare Zeitfenster vorgegeben sein.

Was sollte man zum Timanfaya-Nationalpark mitnehmen?

Empfehlenswert sind Trinkwasser, Sonnenschutz, eine Kopfbedeckung und festes Schuhwerk. Für die Busfahrt ist eine Kamera mit möglichst reflexionsarmem Objektiv hilfreich, da die meisten Fotos durch die Scheibe aufgenommen werden.

Welche Sehenswürdigkeiten liegen in der Nähe?

Gut kombinierbar sind die Weinregion La Geria, Yaiza, Los Hervideros, die Salinas de Janubio und die Küste von El Golfo. Wer auch das Besucherzentrum von Mancha Blanca besichtigen möchte, sollte dafür zusätzliche Zeit einplanen.