Beispielroute Südfrankreich mit dem Auto

Beispielroute Südfrankreich mit dem Auto

Morgens durch die duftenden Gassen von Avignon schlendern, mittags zwischen ockerfarbenen Felsen im Luberon unterwegs sein und abends am Mittelmeer essen: Genau dafür ist eine Beispielroute Südfrankreich mit dem Auto ideal. Sie verbindet berühmte Höhepunkte der Provence mit Landschaften, die man ohne eigenen Wagen nur deutlich umständlicher erreicht. Statt jeden zweiten Tag das Hotel zu wechseln, bleibt genügend Zeit für Märkte, kleine Umwege und lange Abende unter Platanen.

Diese Route ist für rund zehn Reisetage vor Ort angelegt. Wer aus Deutschland anreist, sollte je nach Startpunkt zusätzlich ein bis zwei Tage für die An- und Rückfahrt einplanen. Besonders angenehm ist die Strecke für Paare, Familien und Genießer, die Kultur, Natur und Badepausen miteinander verbinden möchten.

Beispielroute Südfrankreich mit dem Auto für 10 Tage

Die Reise beginnt in Avignon und führt über den Luberon und die Verdon-Schlucht bis an die Côte d’Azur. Der große Vorteil: Die Tagesetappen bleiben überschaubar. Sie fahren meist nicht länger als zwei Stunden, erleben aber unterwegs ständig wechselnde Landschaften – von Weinbergen und Lavendelfeldern über Kalksteinfelsen bis zu Buchten am Meer.

Als grobe Orientierung bietet sich diese Reihenfolge an: Avignon und Umgebung, Luberon, Verdon-Schlucht, Küste bei Antibes oder Nizza. Für die Heimreise geht es anschließend über die Autobahn Richtung Lyon und weiter nach Deutschland. Wer weniger Zeit hat, kann Avignon als Zwischenstopp nutzen und die Reise auf den Luberon, Verdon und die Küste konzentrieren.

Tag 1 und 2: Avignon als Einstieg in die Provence

Avignon in der Provence, Frankreich
Wunderschöner Blick auf Avignon, Bild: proslgn / shutterstock

Avignon ist mehr als ein praktischer Ausgangspunkt. Die vollständig erhaltene Stadtmauer, der Papstpalast und die Pont Saint-Bénézet bringen Geschichte ganz nah, während Cafés und Markthallen sofort südfranzösisches Lebensgefühl vermitteln. Für die Altstadt braucht es kein Auto – im Gegenteil: Viele Straßen sind eng, Parkplätze rar und die Tagesparkgebühren können hoch sein.

Buchen Sie daher möglichst eine Unterkunft mit Stellplatz am Rand der Altstadt oder außerhalb der Stadtmauer. Am ersten Tag lohnt sich ein entspannter Rundgang, am zweiten ein Ausflug in die Umgebung. Besonders schön sind die Weindörfer von Châteauneuf-du-Pape oder das römische Pont du Gard. Wer mit Kindern reist, findet am Flussufer und rund um die Brücke angenehme Möglichkeiten für eine Pause.

Tag 3 und 4: Dörfer, Märkte und Aussicht im Luberon

Von Avignon geht es in etwa einer Stunde in den Luberon. Diese Region steht für helle Natursteinhäuser, Zypressen, Olivenhaine und die charakteristischen roten Felsen bei Roussillon. Als Standort eignen sich Apt, Bonnieux, Lourmarin oder die Umgebung von Gordes. Zentral gelegenes Apt ist praktisch, während kleinere Orte mehr Ruhe und Atmosphäre bieten.

Planen Sie nicht zu viele Dörfer an einem Tag. Gordes, Roussillon, Ménerbes und Lourmarin liegen zwar relativ nah beieinander, doch gerade die kleinen Straßen, Aussichtspunkte und Wochenmärkte machen den Reiz aus. Ein guter Tagesrhythmus: morgens ein Marktbesuch, mittags eine längere Pause im Schatten und am späten Nachmittag eine Panoramafahrt. Im Hochsommer sind die Mittagsstunden für Besichtigungen oft zu heiß.

Lavendelfelder gehören für viele zum Traum von Südfrankreich. Die Blütezeit liegt je nach Höhenlage meist zwischen Mitte Juni und Mitte Juli, manchmal bis in den August. Außerhalb dieser Wochen lohnt der Luberon dennoch uneingeschränkt: Dann stehen Wein, Dorfleben, Wanderungen und die eindrucksvollen Farbkontraste der Landschaft im Vordergrund.

Tag 5 und 6: Verdon-Schlucht und türkisblaues Wasser

Die Fahrt zur Verdon-Schlucht ist einer der landschaftlichen Höhepunkte der Route. Als Basis eignen sich Moustiers-Sainte-Marie, Aiguines oder Castellane. Moustiers-Sainte-Marie ist besonders reizvoll, aber in der Hauptsaison auch entsprechend gefragt. Früh buchen lohnt sich, vor allem wenn ein Parkplatz oder eine Garage wichtig ist.

Der Lac de Sainte-Croix lädt zum Baden, Stand-up-Paddling oder Tretbootfahren ein. Wer selbst mit dem Auto unterwegs ist, kann früh morgens ankommen, bevor sich die beliebten Parkplätze füllen. Für eine Fahrt durch die Schlucht braucht es Konzentration: Die Straßen sind kurvig, teilweise schmal und an manchen Aussichtspunkten sehr belebt. Große Wohnmobile oder ungeübte Fahrer sollten die Route vorher genau prüfen und lieber mehr Zeit einrechnen.

Spektakulär sind die Aussichtspunkte an der Route des Crêtes bei La Palud-sur-Verdon. Doch nicht jede Panoramastraße ist für jede Reiseform die beste Wahl. Mit kleinen Kindern kann ein Badetag am See entspannter sein als mehrere Stunden auf kurvigen Straßen. Aktive Urlauber kombinieren den See mit einer leichten Wanderung oder einer Kajaktour in den unteren Teil der Schlucht.

Tag 7 bis 10: Von der Provence an die Côte d’Azur

Rosafarbene Salinen von Aigues-Mortes
Rosafarbene Salinen von Aigues-Mortes, Bild: paulkempvideo / shutterstock

Nach den ruhigen Landschaften der Provence wirkt die Küste wie ein bewusster Kontrast. Antibes ist eine sehr gute Wahl für die letzten Tage: Die Altstadt ist charmant, die Strände sind schnell erreichbar und Nizza, Cannes oder das Künstlerdorf Saint-Paul-de-Vence liegen nah genug für Ausflüge. Nizza passt besser zu Reisenden, die Stadtleben, Museen und eine große Auswahl an Restaurants mögen. Wer es ruhiger will, sucht eine Unterkunft westlich oder östlich der Metropole.

An der Côte d’Azur entscheidet der Standort stärker als anderswo über die Reisequalität. Ein Hotel direkt im Zentrum klingt verlockend, bringt mit dem Auto aber oft Verkehr, teure Parkhäuser und mühsame Zufahrten mit sich. Eine Unterkunft etwas außerhalb mit gesichertem Stellplatz kann die entspanntere Lösung sein. Für Nizza und Cannes lässt man den Wagen dann am besten stehen und nutzt Zug oder Bus.

Reservieren Sie einen Tag ohne festes Programm. Vielleicht wird daraus ein Badetag an einer kleinen Bucht bei Cap d’Antibes, ein Bummel über den Markt von Antibes oder ein Abendessen mit Blick auf den Hafen. Gerade an der Küste sind freie Stunden wertvoller als eine Liste abgearbeiteter Sehenswürdigkeiten.

Praktische Planung für die Autofahrt durch Südfrankreich

Die französischen Autobahnen sind gut ausgebaut, aber überwiegend mautpflichtig. Wer von Deutschland über Lyon Richtung Provence fährt, sollte die Gebühren im Reisebudget berücksichtigen. Abseits der Autobahn sind Landstraßen oft reizvoller, kosten jedoch Zeit. Für den Anreisetag ist die Autobahn sinnvoll, für Ausflüge im Luberon oder Verdon sind die kleineren Straßen Teil des Erlebnisses.

Achten Sie vor der Abfahrt auf die Umweltzonen, besonders wenn Sie größere Städte ansteuern. Je nach Ort und aktueller Lage können Zufahrtsbeschränkungen gelten. Auch Parkregeln werden konsequent kontrolliert. Bewahren Sie daher wichtige Unterlagen, Warnweste, Warndreieck und die für Frankreich vorgeschriebene Sicherheitsausstattung griffbereit auf.

In den Sommerferien sind die Straßen am Samstag besonders voll. Wer flexibel ist, reist unter der Woche an oder legt einen Zwischenstopp ein. Tanken Sie nicht erst in den touristischen Hotspots und füllen Sie vor längeren Bergstrecken nach. In kleineren Orten schließen Geschäfte mittags teilweise länger – Wasser und Snacks im Auto sind deshalb nie verkehrt.

Wann sich diese Route besonders lohnt

Für eine Rundreise sind Mai, Juni, September und Anfang Oktober meist die angenehmsten Monate. Dann ist es warm genug für erste Badetage, aber die Hitze und der Verkehr sind oft besser auszuhalten als im Hochsommer. Im Juli und August ist das Angebot an Veranstaltungen groß, gleichzeitig steigen Preise und Besucherzahlen spürbar.

Der Frühling zeigt die Provence frisch und grün, während der Herbst mit Weinlese, mildem Licht und einer entspannteren Stimmung punktet. Für eine reine Bade- und Strandreise darf es natürlich Hochsommer sein. Dann lohnt es sich aber besonders, Unterkünfte mit Klimaanlage und Parkplatz frühzeitig zu reservieren und Besichtigungen auf den Morgen zu legen.

Lassen Sie auf dieser Route ruhig Platz für das Unerwartete: einen handgeschriebenen Menüplan vor einem Dorfrestaurant, einen Aussichtspunkt hinter der nächsten Kurve oder einen Markt, der länger zum Verweilen einlädt als geplant. Südfrankreich belohnt nicht die schnellste Reise, sondern die, bei der Sie unterwegs bleiben dürfen.

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PatrickJullien
Seit September 2018 betreibe ich das Online-Reisemagazin reisemagazin-online.com. Hierbei berichte ich über Destinationen weltweit und schreibe ausführliche Artikel über die Reiseziele welche ich persönlich besucht habe. Gerne füge ich diesen Beiträgen noch eigene Fotos hinzu. Seit dem Jahr 2019 bin ich Mitglied im bdfj, dem Bundesverband der Fachjournalisten (www.bdfj.de)