Wer im Sommer den Lido di Jesolo besucht, rechnet mit einer typisch italienischen Strandkulisse: Sand, Sonnenschirme in Reihen, Strandbars, das Treiben der Promenade am Abend. Was die meisten nicht erwarten, ist eine künstliche Karibikinsel mitten drin. Caribe Bay ist eines der ungewöhnlicheren Reiseziele Italiens und seit über drei Jahrzehnten eine feste Größe an der venezianischen Adria.
Das Konzept ist klar erkennbar: tropische Inseln mit weißem Sand, Lagunen, Palmen und Wasserattraktionen, die sich um die Idee einer karibischen Reise organisieren. In der Praxis bedeutet das einen Aquapark, der weniger an einen klassischen Freizeitpark erinnert als an die Kulisse eines karibischen Resorts – mit dem Unterschied, dass die Anreise einen Bruchteil dauert.
Eine Insel zwischen Stadt und Strand
Caribe Bay liegt in Jesolo, das mit seinem Lido di Jesolo zu den bekanntesten Badeorten der italienischen Adria zählt. Diese Lage macht den Park ungewöhnlich: Wer hierherkommt, muss nicht zwischen Badeurlaub und Themenpark wählen. Im Lauf des Urlaubs lassen sich Strandtage an der Adria mit Tagen im Park abwechseln, der ebenfalls Sandbereiche und tropisches Ambiente bietet. Für viele Urlauber aus dem deutschsprachigen Raum, die im Sommer ohnehin nach Jesolo reisen, ist das ein praktischer Vorteil. Der Park funktioniert nicht als Tagesausflug aus weiter Entfernung, sondern als Teil eines Strandurlaubs in Italien.
Das Areal ist über die Jahre gewachsen und gliedert sich heute in mehrere Themenzonen, die unabhängig voneinander funktionieren.
Was den Park ausmacht
Für die Kleinsten: Pirates’ Bay

Pirates’ Bay ist der Bereich, der für Kinder gedacht ist: eine Themenwelt im Piratenstil mit Rutschen, die auf die jüngsten Gäste zugeschnitten sind, und Aufbauten, die mehr auf Fantasie als auf Geschwindigkeit setzen. Es ist die Anlaufstelle für Familien mit Kindern, in der niemand auf den nächsten Adrenalinkick warten muss
Relaxbereiche mit Sonnenschirmen: Shark Bay und Laguna de Oro
Shark Bay und Laguna de Oro sind die Bereiche, in denen der Park einen Gang zurückschaltet. Zwischen Lagunen aus weißem Sand, großzügigen Schattenplätzen mit Sonnenschirmen und einer karibischen Klangkulisse legt man sich hin, liest oder trinkt zwischen Wellen und Musik einen Cocktail an der Chiringuito-Bar. Hier kommt das Erlebnis einem tropischen Strand am nächsten, mit dem Vorteil, dafür den Park nicht verlassen zu müssen
Adrenalin-Bereiche
Auf der anderen Seite des Parks stehen die Attraktionen, mit denen Caribe Bay regelmäßig in europäische Aquapark-Vergleiche kommt. Captain Spacemaker, eine Free-Fall-Rutsche von beachtlicher Höhe, ist die bekannteste davon. Daneben befindet sich eine Bungee-Jumping-Anlage, was für einen Wasserpark eine eher seltene Kombination ist.
Diese Zone ist klar für ältere Jugendliche und Erwachsene gedacht. Wer mit kleinen Kindern unterwegs ist, kann sie bequem links liegen lassen – die Bereiche überlappen sich nicht.
Wann es sich lohnt anzureisen
Die Saison ist relativ kurz. Caribe Bay öffnet meist Ende Mai und schließt im September; Attraktionen und Show-Programm laufen die gesamte Saison über regelmäßig. Wer die volle Sommeratmosphäre mit hohen Temperaturen und belebten Abenden sucht, findet zwischen Mitte Juli und Ende August die lebhafteste Zeit.
Aus Süddeutschland und Österreich ist die Anreise vergleichsweise einfach. Über den Brennerpass erreicht man Jesolo mit dem Auto in fünf bis sechs Stunden; Flüge nach Venedig oder Treviso werden im Sommer von vielen deutschsprachigen Städten angeboten. Wer länger bleibt, findet entlang des Lido ein dichtes Hotelangebot in jeder Preisklasse.
Ein eigenwilliger Eintrag in der europäischen Park-Landschaft
Caribe Bay ist eine italienische Spitzenadresse, die sich in Themenführung und Liebe zum Detail mit den großen europäischen Parks messen kann. Bemerkenswert ist gerade die Konsequenz, mit der das tropische Konzept durchgehalten wird – vom Sandstrand bis zu den Auftritten am Nachmittag. Wer einen italienischen Strandurlaub mit etwas Ungewöhnlichem mischen möchte, findet hier eine Adresse, die seit Jahrzehnten daran arbeitet, einen kleinen Karibik-Augenblick mitten in der Adria glaubhaft zu machen.


