Geben Sie in öffentlichen Netzwerken niemals sensible Daten ein, Bild: Thapana_Studio / shutterstock

Cybersecurity: der Tourismus-Sektor gerät ins Kreuzfeuer von Hackern

Dieser Tage nimmt die Anzahl der Hacker-Angriffe auf den Reise- und Tourismus-Sektor immer mehr zu. Für die Verantwortlichen wird es also immer dringlicher, ein geeignetes Präventionssystem zu finden.

Im Folgenden erfahren Sie mehr über die Auswirkungen und was das alles für den Einzelnen bedeutet.

Cyberangriffe im Tourismus-Sektor häufen sich

Blickt man auf die Pandemie-Jahre zurück, scheint das Schlimmste mittlerweile überstanden zu sein. Dennoch steckt diese Zeit vielen noch in den Knochen. So dürfte es auch der Reiseindustrie gehen. Diese hat das Covid-19-Virus nämlich besonders hart getroffen.

Dies mag auf den ersten Blick allerdings gar nicht so wirken. Denn selbst zum Pandemie-Höhepunkt 2020 trug die Reise- und Tourismusbranche noch ganze 121,9 Milliarden US-Dollar zum Bruttoinlandsprodukt bei. Bis 2028 wird ein Zuwachs auf 512 Milliarden US-Dollar erwartet.

Bei diesen Zahlen ist es kein Wunder, dass auch Cyberkriminelle auf den Sektor aufmerksam werden. Dies zeigte sich besonders in den letzten 2 Jahren, denn deren Angriffe auf die Branche haben sich stark gehäuft. Das Problem ist, dass die Attacken nicht nur immer häufiger auftreten, sondern auch immer raffinierter werden.

So kommt die Reise- und Tourismusbranche mittlerweile also zu einem eindeutigen Ergebnis: Cybersicherheit muss zur absoluten Priorität werden.

Die besonderen Herausforderungen für die Reise- und Tourismusbranche

Nun sind es aber nicht nur die Einnahmen, die den Tourismus-Sektor zu einem so beliebten Ziel für Hacker machen. Für sie ist es auch praktisch, dass dieser Bereich so stark aufs Internet fokussiert ist. Egal, ob Zahlungen, Buchungen oder Marketingmaßnahmen – so gut wie alles findet hier online statt. Und im Zuge der Corona-Pandemie haben diese Online-Interaktionen natürlich nochmals zugenommen. Für Cyberkriminelle bedeutet das, dass sie über diese Branche besonders gut an sensible Daten und auch an hohe Geldsummen herankommen können.

Sicherheitsmaßnahmen, die jedes Reise- und Tourismusunternehmen treffen sollte

Gehen Kundendaten durch einen Hackerangriff verloren, muss das jeweilige Unternehmen mit einem Prestige- und infolgedessen Kundenverlust rechnen sowie mit hohen Bußgeldern. Besonders dann, wenn die Daten nicht genügend abgesichert waren.

Darüber sollte sich jedes Unternehmen im Klaren sein und auf keinen Fall auf grundlegende Sicherheitsmaßnahmen verzichten. Diese sind etwa:

  • die Nutzung sicherer Webseiten
  • die Verwendung sicherer Passwörter
  • die Nutzung seriöser Antivirenprogramme und deren regelmäßige Aktualisierung
  • die Kontrolle darüber, wer Zugriff auf welche Daten hat

usw.

Diese grundlegenden Sicherheitsmaßnahmen scheinen aber nicht mehr auszureichen. Ein stichhaltiges Präventionssystem muss her.

So können sich Verbraucher selbst schützen

Natürlich liegt es in der Verantwortung der Reise- und Tourismusunternehmen, dass Sie sicher bei ihnen buchen können. Aber jeder ist hier auch in gewisser Hinsicht für sich selbst verantwortlich. Schließlich gibt es nirgendwo eine hundertprozentige Garantie dafür, dass Ihre Daten nicht in die falschen Hände gelangen.

Wir verraten Ihnen, worauf Sie achten müssen, wenn Sie online einen Flug, ein Hotel oder Sonstiges buchen.

  1. Halten Sie sich fern von öffentlichen Netzwerken

VPN auf Reisen
Mit VPN auf Reisen sicher surfen, Bild: Kaspars Grinvalds / shutterstock

Öffentliche Netzwerke sind sowieso bedenklich, wenn es um die Sicherheit geht. Deswegen sollten sie diese nach Möglichkeit meiden. Was Sie aber definitiv nicht tun sollten, ist persönliche Daten irgendwo eingeben, wenn Sie in einem öffentlichen Hotspot eingeloggt sind. Dort gibt es nämlich oft Cyberkriminelle, die nur darauf warten, dass sie Informationen abgreifen können.

Alle Arten von Käufen, wie auch Buchungen und Reservierungen sollten Sie also besser über ihr eigenes Heimnetzwerk tätigen.

2. Nutze Sie ein VPN

Mit einem VPN erschaffen Sie ein geschütztes Netzwerk, über das ihre Daten verschlüsselt übertragen werden. Das heißt, all ihre Online-Aktivitäten werden vor den Blicken Unbefugter gut geschützt. So kommt niemand so leicht an ihre persönlichen Informationen heran. Auch ihre IP-Adresse wird so nicht angezeigt.

Damit ist ein VPN auch eine optimale Lösung, wenn Sie doch einmal in öffentlichen Netzwerken unterwegs bist.

3. Nehmen Sie sich in Acht vor Betrügereien

Auch im Reisesektor kann man leider immer wieder auf betrügerische Angebote stoßen. Dann am Tag der Anreise feststellen zu müssen, dass man eine Unterkunft gebucht hat, die in Wirklichkeit gar nicht existiert, ist natürlich eine absolute Horrorvorstellung.

Es gibt aber ein paar Punkte, an denen Sie erkennen können, dass es sich bei einem Angebot wahrscheinlich um Betrug handelt:

  • extrem günstige Angebote
  • Buchung über unbekannte Reiseanbieter
  • keine persönliche Kommunikation mit dem Anbieter
  • Impressum auf der Webseite fehlt oder ist unvollständig
  • vermehrt negative Bewertungen im Internet
  • Anbieter macht falsche Angaben zu Reiseorten oder Unterkünften
  • die Bilder wirken allesamt sehr professionell und gestellt
  • eventuelle Gütesiegel führen nicht auf die Seite des Ausstellers

Wenn es nun tatsächlich passiert ist und sie auf einen Betrug hereingefallen sind, dann heißt es schnell handeln. Zunächst können Sie versuchen, das bereits bezahlte Geld von ihrer Bank zurückholen zu lassen.

Alles, was mit der Fake-Buchung zu tun hat, von Nachrichten bis hin zu Belegen, sollten Sie auf jeden Fall aufbewahren. Diese benötigen sie nämlich, wenn sie dann im nächsten Schritt eine Strafanzeige bei der Polizei stellen.

Wenn sie noch unsicher sind, ob sie auf einen Betrug hereingefallen sind, können sie sich an die zuständige Verbraucherzentrale wenden. Oft kann die Frage hier geklärt werden.