Piräus

    Der Hafen von Piräus
    Der Hafen von Piräus, Bild: Matthias Hoda / shutterstock

    Wenn man es ganz genau nimmt, dann ist Piräus eigentlich nur der Hafen von Athen. Schon seit der Antike hat sich der Stadtteil allerdings zu einer eigenen kleinen Stadt entwickelt, die heute eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten bietet und darüber hinaus einen ganz eigenen Flair versprüht. Während der Hafen im Laufe der Jahrhunderte mehrere Höhen und Tiefen erlebte, ist er heute ein beliebtes Ausflugsziel für Menschen, die Athen als das Ziel ihrer Reise festgelegt haben. Der wunderschöne natürliche Hafen bietet dabei nicht nur einen tollen Blick auf die Küsten Athens und Griechenlands – es lohnt sich, einen Moment tief in das Stadtviertel einzutauchen.

    Vom Kriegshafen zum Knotenpunkt für den weltweiten Handel

    Ursprünglich waren es die Athener, die dieses Gebiet bereits im 5. Jahrhundert vor Christus als den neuen Ort für den Hafen der Stadt festlegten. Durch seine natürliche Position und den Umstand, dass es hier gleich mehrere natürliche Hafenbecken gab, brauchte es nicht viele Arbeiten, um die Halbinsel zu einem wichtigen Hafen der Antike auszubauen. Bereits in der Antike zeigte sich dabei die Meisterklasse der griechischen Architekten: Durch eine fünf Kilometer lange Mauer wurde Piräus mit dem Herzen Athens verbunden. So wurde den Händlern ein sicherer Transport ihrer Waren zwischen Hafen und Stadt garantiert. Reste dieser Ummauerung sind noch heute in verschiedenen Teilen von Athen und Piräus zu erkennen.

    In den verschiedenen Kriegen Athens mit seinen Nachbarn nahm der Hafen natürlich eine wichtige Rolle ein. Nach dem Untergang des antiken Athens schwand die Bedeutung von Piräus interessanterweise kaum – ganz im Gegenteil. Man kann beinahe sicher sein, dass es einzig Piräus zu verdanken war, dass die Stadt nicht zeitweise gänzlich in der Bedeutungslosigkeit verschwand. Auch heute genießt Piräus eine besondere Stellung. Der Hafen gilt als Europas größter Anziehungspunkt für Kreuzfahrt-Touristen und ist darüber hinaus einer der wichtigsten europäischen Häfen, wenn es um den Handel mit Waren geht.

    Was sollte man bei einem Besuch in Piräus gesehen haben?

    Auch wenn Piräus offiziell nur ein Stadtteil von Athen ist, sollte man die Größe des Areals nicht unterschätzen. Es kann sich durchaus lohnen, ein oder zwei Tage einzuplanen, um sich alleine mit diesem Teil der griechischen Hauptstadt zu beschäftigen. Dabei steht der Hafen selbst natürlich im Zentrum der Sehenswürdigkeiten. Da wären beispielsweise verschiedene Museumsschiffe, die direkt im Hafenbecken zu finden sind. Der Schiffsmuseum Trokadero Marina bietet einen Nachbau einer antiken Athener Triere, die Georgios Averoff – ein alter Panzerkreuzer – und der Frachter Liberty. Alle erzählen von der langen Geschichte der Schifffahrt im Hafen und den Aktivitäten der Griechen.

    Im Laufe der Jahrhunderte hat sich das Bild des Hafens natürlich verändert. Heute ist ein Großteil ein industrieller Komplex, der von hoher Bedeutung für die Wirtschaft Griechenlands ist. Trotzdem finden sich gerade im Zentrum von Piräus immer noch Spuren der Geschichte. Der Rathausplatz samt Rathaus ist beeindruckend – ebenso die Kirche Agia Triada, die genau hier zu finden ist. Schon in den ersten Minuten wird einem zudem der Geruch von frischen Meeresfrüchten in die Nase steigen, die hier überall in den umliegenden Restaurants angeboten werden. Frischer wird man die Meeresfrüchte selbst im so Seafood-affinen Athen nicht bekommen.

    Der Hafen selbst unterteilt sich eigentlich in drei eigene Gebiete. Die Zea-Marina und der Haupthafen sind die Punkte, an denen der meiste Betrieb bemerkt werden kann. Händler, Touristen, Einheimische und Besucher von den Kreuzfahrtschiffen sind überall in den Straßen zu sehen und strömen in die Restaurants und kleinen Shops, die sich über das Gebiet verteilen. Wer der Hektik ein wenig entfliehen möchte, sollt sich in den kleinen Hafen Mikrolimano begeben. Für einen Moment wirkt es so, als würde man sich hier in einer kleinen Insel befinden und die Gebäude am Hafen sind eine Sehenswürdigkeit für sich.

    Der Hügel Kastella ist ein besonderes Ziel für die Touristen. Die rund 80 Meter hohe Erhebung – die natürlich wieder von einer Kirche gekrönt wird – bietet den besten Ausblick über das gesamte Hafengebiet. Von hier aus lassen sich auch die vielen Kreuzfahrtschiffe sehen, die eigentlich zu jedem Zeitpunkt des Jahres in den tiefen Gewässern vor dem eigentlichen Hafen zu finden sind.

    Kultur, Natur und Gastronomie im Hafen von Piräus erleben

    Auch wenn es sich eigentlich immer noch um einen Knotenpunkt für den internationalen Handel handelt, ist Piräus gleichzeitig ein pulsierendes Stadtviertel, das sich teilweise zu einem In-Viertel für die junge Bevölkerung von Piräus entwickelt. Auftritte von Künstlern sind ebenso eine Normalität wie Konzerte in den kleinen Bars und Restaurants, die sich rund um Piräus befinden. Diese sind auch ein wichtiger Grund für die vielen Besucher. Hier gibt es das beste Seafood der Stadt – und dafür muss man nicht einmal in das Varoulko Seaside, einem Michelin-Restaurant. Es sind vor allem die vielen Tavernen, die einen sehr ursprünglichen Charme versprühen und die eine oder andere Kostbarkeit aus dem Meer auf den Speisekarten haben.

    Zuletzt lohnt sich auch noch ein Spaziergang um die Halbinsel Peiraiki. In einer Stunde kann man das Gebiet des Hafens umwandern und dabei einen Blick auf das Meer genießen, der weder von Schiffen noch von Gebäuden versperrt ist. Hier wird einem sehr schnell klar, warum die Athener einst gerade dieses Gebiet für ihren Hafen ausgesucht haben und warum sich Piräus bis heute einer großen Beliebtheit bei den Einheimischen erfreut